Als Hyundai vor drei Jahren sein neues Großraumfahrzeug „Staria“ auch als Taxi anbot, hielt es jeder aufgrund seiner futuristischen Optik für ein E-Fahrzeug. Doch unter der Motorhaube waren bisher klassische Verbrennermotoren. Das hat sich jetzt geändert. Im fünften Jahr ist nun auch das unter der Haube, was die Optik schon lange verspricht: einen elektrischen Antrieb.
Bislang hat Hyundai den Staria in Deutschland mit zwei verschiedenen Antriebsvarianten angeboten. Zum Marktstart war der Wagen zunächst mit einem 177 PS 2,2 Liter Diesel erhältlich. Diese Motorisierung ist dann zum Modelljahr 2025 entfallen und der Staria war in der Folge ausschließlich als Hybrid unterwegs.
Nun gibt es zusätzlich zur „Halbelektrik“ die „Vollelektrik“: Auf der Brussels Motor Show haben die Koreaner Anfang Januar den Staria Elektro vorgestellt und seine Leistungsdaten sind vielversprechend. Das Fahrzeug baut auf einer 800 Volt Architektur auf und soll mit einem 84-kWh-Akku ausgestattet sein. Die verbaute E-Maschine leistet 160-kW, was rund 218 PS entspricht und gibt ihre Kraft an die Vorderräder ab.
Wie Hyundai bei der Weltpremiere betonte, habe man mit dem Wagen unter anderem auch Shuttle-Betreiber als Kunden im Blick. Sie können ein Fahrzeug erwarten, dass seinen Akku am Schnelllader innerhalb von 20 Minuten von 10 bis 80 Prozent aufladen kann und nach WLTP eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern verspricht. Möchte man den Wagen an einer Wallbox aufladen, dann ist das mit maximal 11 kW möglich. Nicht primär für den Taxieinsatz relevant, aber dennoch bemerkenswert ist die maximal zulässige Anhängelast von gebremsten 2000 Kilogramm. Ungebremst darf der Staria 750 Kilogramm ziehen.

Gestalterisch bliebt der Staria seiner Linie treu, setzt sich aber durch eine geschlossene Front von seinen Verbrenner-Schwestermodellen ab. Ein netter Nebeneffekt ist, dass jetzt auch die komplette Front des Staria folierbar sein sollte. Bislang musste man wegen seiner wabenförmigen Struktur den Kühlergrill zumeist aufwändig lackieren lassen oder direkt ab Werk auf ein schwarzes Auto setzen. Auch beim Ladeanschluss, der an der Fahrzeugfront positioniert ist, hat man sich Gedanken gemacht. Sie ist elektrisch beheizt, was bei Frost und Kälte ein großer Pluspunkt sein kann.

Zum Marktstart, der laut Hyundai Anfang des Jahres sein soll, sind zwei Innenraumkonfigurationen bestellbar. Eine 7-Sitzer-Variante mit einer verstellbaren Sitzanordnung und einem Gepäckraum, der hinter der dritten Sitzreihe bis zu 435 Liter Volumen bietet. Alternativ wird eine 9-Sitzer-Variante angeboten. Obwohl der Radstand bei beiden Ausführungen identisch ist, bietet sie hinter der dritten Sitzreihe ein Gepäckvolumen von bis zu 1.303 Litern. Der Staria ist serienmäßig mit zwei Schiebetüren ausgestattet, die beim 7-Sitzer, genau wie die Heckklappe, elektrisch geöffnet und geschlossen werden können. Beim 9-Sitzer sind diese Funktionen optional erhältlich.
Für die Personenbeförderung ist interessant, dass der Staria Elektro auch über eine Kamera verfügt, die Live-Bilder des hinteren Sitzbereichs auf das Infotainment-Display überträgt. Zudem verstärkt die integrierte Sprechfunktion die Stimme des Fahrers über die hinteren Lautsprecher und ermöglicht so eine einfache Kommunikation mit den Passagieren in der zweiten und dritten Reihe.
So schnell wie der elektrische Staria fahren kann, nämlich 184 Km/h, wird das Großraumtaxi aber noch nicht beim Händler, geschweige denn bei Umrüster, stehen. Laut Hyundai soll der Staria Elektro noch im ersten Halbjahr 2026 ausgeliefert werden. sg
Beitragsfoto: Hyundai Staria Elektro Foto: Hyundai








