Münchens genossenschaftlich geführte Taxizentrale hat wieder einen dreiköpfigen Vorstand. Der 60-Jährige Solounternehmer Max Weiland übernimmt die verwaiste Position.
Erneut hatte die Taxi München eG zu einer außerordentlichen Generalversammlung geladen und rund 200 Mitglieder waren am vergangenen Donnerstag erschienen. Dies war nötig, weil bei der letzten Versammlung weder der Aufsichtsrat noch der Vorstand entlastet worden waren. Zudem wurde der Jahresabschluss aus dem Jahr 2024 von der Versammlung nicht angenommen. Dies ist allerdings eine zwingende Voraussetzung, um den Abschluss einreichen zu können.
Harmonisch laufen die Generalversammlungen der Taxi München eG derzeit selten ab, zu viele Mitglieder vertreten zu viele unterschiedliche Meinungen, einige von ihnen oft auch ohne das nötige rechtliche Wissen. So dauerte die Versammlung auch diesmal laut übereinstimmender Berichten mehrere Stunden, doch sie brachte letztendlich finale Ergebnisse.
Der Vorstand wurde nun doch entlastet, der damalige Aufsichtsrat jedoch nicht. Insider werten dies als Zeichen, wie die zwischen Vorstand und Aufsichtsrat seit Herbst 2024 mit teilweise hochemotionalen Entscheidungen begleiteten Streitereien seitens der Mehrheit der Mitglieder bewertet werden. Da einige der vom Aufsichtsrat getroffenen Entscheidungen (Taxi Times berichtete mehrfach) eventuell juristische Nachspiele haben, könnte die Nicht-Entlastung des Aufsichtsrats noch Folgen haben.
Doch auch, wenn das eine oder andere aus dem damaligen Zwist noch nachgearbeitet werden muss, bewegt sich die Münchner Taxigenossenschaft seit einiger Zeit wieder im ruhigen Fahrwasser. Dies wird nun auch durch die Wahl des dritten Vorstandsmitglieds deutlich: Sie war möglich geworden, weil der bisherige Vorstand Patrick Nothhaft Ende Oktober zurückgetreten war. Ihm folgt mit Max Weiland ein Taxiunternehmer nach, der einen Taxibetrieb der dritten Generation angehört. Seine Erfahrung soll nun in die Vorstandsarbeit einfließen und er wird zudem die Interessen der Solo-Unternehmer besser wahrnehmen. Max Weiland wird als Vorstand mit den bisherigen Vorständen Thomas Kroker und Ertekin Kocer eng zusammenarbeiten. Der Vorstand der Taxi München eG hat keine Hierarchie, sondern fest aufgeteilte Aufgabengebiete, für die jeder der drei zuständig ist.
Auch beim vorgelegten Jahresabschluss kam es bei dieser Außerordentlichen Generalversammlung nun zu einem Ergebnis: Der Abschluss wurde mit der Mehrheit der anwesenden Stimmen „festgestellt“, wie es formaljuristisch korrekt heißt. Er kann also beim Finanzamt eingereicht und online im Bundesanzeiger eingestellt werden.
Die ursprüngliche Unzufriedenheit rührte daher, dass die Taxi München eG im Jahr 2024 erstmals seit dem Corona-Jahr wieder eine negative Bilanz vorgelegt hatte, weil die Genossenschaft als Besitzer mehrerer Münchner Immobilien dort umfangsreiche Sanierungsmaßnahmen durchführen musste und weil man Mitte 2024 drei Mitarbeiter für das Marketing neu eingestellt hatte, um den sich damals abzeichnenden Auftragsrückgang aufzufangen. Im Jahr 2024 waren diese Personalkosten noch ohne Ausgleich in die Bilanz eingeflossen. Seit 2025 beteiligen sich alle aktiven Mitglieder mit einer höheren Werbepauschale pro Fahrzeug an den gestiegenen Marketingaufwendungen, wovon einen großen Teil die entsprechenden Personalkosten ausmachen. jh
Beitragsfoto: Taxi Times







