Im Rahmen der Vorstellung der überarbeiteten S-Klasse hat der Stuttgarter Autobauer auch seine Partner für ein sogenanntes Robotaxi-Ökosystem vorgestellt. Hier hat man sich neben Anderen auch für den Plattform-Vermittler Uber entschieden und bot dessen CEO Dara Khosrowshahi die große Bühne.
Im Fokus des Presseevents steht die neu überarbeitete Mercedes S-Klasse, die als Plattform für vollautomatisierte Robotaxi-Dienste der Stufe SAE Level 4 dienen soll. Mercedes setzt dabei auf enge Kooperationen mit führenden Technologie- und Mobilitätsanbietern. Als technologische Grundlage dient das neue Mercedes-Benz-Betriebssystem MB.OS in Verbindung mit MB.DRIVE.

Das Fahrzeug verfügt über eine speziell für den fahrerlosen Betrieb ausgelegte Technologie mit redundanten Systemen, welche die Funktion von Lenkung, Bremsen, Stromversorgung und Rechenleistung durch Back-up-Systeme sicherstellen sollen. Dieses sogenannte Fail-Safe-Konzept ist notwendig, um für Sicherheit insbesondere in der gewerblichen Personenbeförderung zu sorgen.
Für die Entwicklung der autonomen Fahrfunktionen arbeitet Mercedes-Benz unter anderem mit NVIDIA zusammen, deren Soft- und Hardware in die S-Klasse integriert werden. Ergänzt wird das System durch KI-Modelle, Simulationstools und Datensätze, die den sicheren Einsatz im städtischen Verkehr ermöglichen sollen.
Ein weiteres Level-4-Projekt realisiert Mercedes-Benz gemeinsam mit dem Technologieunternehmen Momenta. Als Mobilitätspartner ist hier Lumo beteiligt, eine Tochtergesellschaft von K2. Geplant sind zunächst autonome Shuttle-Services in Abu Dhabi. Die ersten S-Klasse Robotaxis sollen noch in diesem Jahr im realen Straßenverkehr erprobt werden, weitere Städte sind in Vorbereitung.

Auch Uber ist Teil der Strategie. Genau wie bereits 2017. Das Unternehmen bot dem us-amerikanischen Fahrtenvermittler bei dem Presseevent die große Bühne und ließ den Uber-CEO Dara Khosrowshahi zu Wort kommen. In einem eingespielten Film wurde eine Fahrt in der automatisierten S-Klasse simuliert.
In dem Einspieler (siehe unten) bekräftigte Dr. Jörg Burzer, Vorstand der Mercedes-Benz Group AG, Leiter des Ressorts Entwicklung & Einkauf und zudem Chief Technology Officer, den Wunsch, mit Uber zu kooperieren. Der Uber-CEO spielte das Spiel mit und sagte: „I think for us, robotaxis represent the opportunity to have safer streets. You know the Uber drivers obviously are professionals, but the robotaxi, it doesn’t get tired, it doesn’t get distracted. The combination of safety and privacy are second to none.“
Hier bestätigt Khosrowshahi, dass die Zukunft den Robotaxis gehört, da es, anders als die ‚professionellen‘ Uber-Fahrer, nicht müde wird und nicht abgelenkt ist. „Die Kombination aus Sicherheit und Privatsphäre ist unübertroffen.“
Mit der Kombination aus Fahrzeug, Software und Partnernetzwerk sieht Mercedes-Benz den Einstieg in den Robotaxi-Markt als nächsten Schritt seines Automatisierungs-Fahrplans – und setzt dabei bewusst auf autonome Mobilitätsdienste. Aber ein Blick auf die Grafik oben zeigt auch, dass die Stuttgarter noch offen für Partnerschaften sind. Vielleicht kann sich ja auch das Taxigewerbe anbieten???
Über solche Fragen dürfte heute in Wien diskutiert werden. Dort trifft sich bei einem von Taxi 40100 veranstalteten Symposium „Meet teh Cab“ die internationale Taxiszene. Schwerpunkt des ersten von zwei Tagen: Robotaxi… sg
Beitragsfoto: Autonome Mercedes S-Klasse. Foto: Mercedes-Benz Group AG






Einmal mehr offenbart die Kombination von Technologie und Finanzmacht, dass sie selbstsüchtig auf ihren finanziellen Vorteil und beherrschen der Realität ausgerichtetet ist.
War in der Geschichte der Technik die Erfindung der Eisenbahn der entscheidende Faktor für viele positive Entwicklungen, sieht das beim Auto sehr gemischt aus. In den Städten ersticken wir im Individualverkehr und die Bahn als effektivste Form des Reisens wurde durch überproportionale Investitionen ins Straßensystem kaputt gespart.
Die ganze ernste Frage ist also: was haben wir als Bürger von Robotaxis? Wer zieht den Profit aus diesem Geschäft? Bestimmen wir Bürger? Oder wer sonst?