In Wien tauschten sich beim jährlichen Treffen „Meet the Cab“ Taxigewerbevertreter mehrerer Kontinente über aktuelle Themen und die Zukunft der Branche aus. Island hat kein Uber-Problem. Deutschland war durch den Präsidenten des Bundesverbands BVTM moderierend vertreten.
Der Bundesverband Taxi und Mietwagen e. V. (BVTM) war mit einer fünfköpfigen Delegation nach Wien gereist, als das – jedes Jahr Anfang Februar stattfindende – „Meet the Cab“ auch dieses Jahr wieder zum Austausch über aktuelle Herausforderungen und zukunftsweisende Lösungen des Taxigewerbes einlud. Neben dem Geschäftsführer Michael Oppermann war der erst im November gewählte Präsident Gregor Beiner vor Ort, um zwei Podiumsdiskussionen zu moderieren, während Aleksandar Dragicevic, Vorstandsmitglied aus Köln, und Hermann Waldner, ehemaliger Vizepräsident, ebenfalls an den Gesprächen teilnahmen. Von der Geschäftsstelle des Verbandes vervollständigte Floris Cooijmans, Referent für Mobilitätspolitik, die Gruppe.

Organisiert von der Wiener Zentrale Taxi 40100 bot die Veranstaltung eine Plattform für den Austausch zwischen Vertretern und Vertreterinnen des Taxigewerbes aus über 20 Ländern der Welt. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Alexander Pröll (ÖVP), der als Staatssekretär im österreichischen Bundeskanzleramt für Digitalisierung, Verfassung, öffentlichen Dienst, Koordinierung und Kampf gegen Antisemitismus zuständig ist.
Am ersten Tag stand das Thema autonomes Fahren im Zentrum der Diskussionen. Experten und Firmen aus den USA und China, wo die Technologie bereits weit fortgeschritten ist, präsentierten aktuelle Entwicklungen und diskutierten deren Auswirkungen auf den Taximarkt. Besonders hervorzuheben war in den Augen der BVTM-Vertreter der Austausch über regulatorische Rahmenbedingungen und die Integration neuer Technologien in den Alltag der Branche. Taxi Times hatte darüber ausführlich berichtet.

Am zweiten Tag berichteten die Teilnehmer aus aller Welt, unter anderem Australien, Island, Bulgarien und den Vereinigten Staaten (New York) über die Situation und Herausforderungen ihres Marktes.
Beispiel Island: Der Staat im Nordwesten Europas mit 1.000 Taxis für 390.000 Einwohner ist laut Daniel Oéinarsson, dem Vorsitzenden des gut organisierten isländischen Taxifahrerverbands, immer noch die einzige Insel ohne die bekannten Plattformfahrdienste. Die hohen Löhne und Preise auf der Insel machen eine billige Lösung wie Uber oder Bolt unwahrscheinlich. Bei Bestellungen, die oft noch telefonisch erfolgen, ist persönlicher Service wichtig. Die Auswirkungen der Deregulierung wurden zwar teilweise abgemildert, doch gelten im Taxigewerbe weiterhin bestimmte Auflagen, wie beispielsweise gut erkennbare Taxikennzeichen.

Abgesehen von diesem Sonderfall hatten die vielfältigen Vorträge an etlichen Stellen ihre Parallelen, wie Oppermann feststellte: „Es ist auffällig, dass trotz sehr unterschiedlicher Rahmenbedingungen die Taxiunternehmen weltweit mit sehr ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen haben.”
Auch Gregor Beiner sieht, dass sich in den kommenden Jahren viel im Taxigewerbe ändern wird: „Die Taxibranche steht vor einem tiefgreifenden Wandel – autonomes Fahren, Digitalisierung und Nachhaltigkeit werden unsere Arbeit in den nächsten Jahren prägen, und das Taxigewerbe ist bereit, eine entscheidende Rolle in der Gestaltung der Mobilität von Morgen einzunehmen.“

Das „Meet the Cab“-Event unterstrich einmal mehr die Bedeutung des globalen Dialogs für die Weiterentwicklung der Branche als Ganzes. Die Teilnehmer betonten, dass nur durch gemeinsame Anstrengungen und den Austausch von Best-Practices die Zukunft des Taxigewerbes erfolgreich gestaltet werden kann. ar/wf
Hinweis der Redaktion: Über die Inhalte der Vorträge und Diskussionsbeiträge von Gewerbevertretern aus zahlreichen Ländern berichtet Taxi Times in der aktuellen Print-Ausgabe des 1. Quartals 2026. Die Ausgabe kann unter diesem Link als Einzelheft bestellt werden. Premium-Abonnenten sowie die Mitglieder und Teilnehmer all jener Taxiverbände und Taxizentralen, die Kooperationspartner des Taxi-Times-Verlags sind, erhalten die Printausgabe per Post oder können diese bei ihrem Verband oder Taxizentrale abholen.
Beitragsbild: Taxi in Island (Foto: Corinna Voß); Gregor Beiner in Wien (Foto: Taxi 40100)






