Vergangenen Freitag hat die Stadtpolizei Wiesbaden in den Abend- und Nachtstunden das Taxigewerbe im Stadtgebiet gezielt kontrolliert – mit einem Ergebnis, das aufhorchen lässt: 14 von 25 überprüften Fahrzeugen wurden beanstandet. Das entspricht einer Quote von 56 Prozent – darf aber nicht der Taxibranche pauschal vorgeworfen werden.
Die Einsatzkräfte prüften Papiere, Fahrzeuge und Standorte. Im Fokus standen dabei vor allem fehlende Hauptbahnhof-Vignetten sowie das unerlaubte Bereitstellen außerhalb ausgewiesener Halteplätze. Gerade rund um den Hauptbahnhof ist der Platz knapp. Taxis stehen dicht an dicht, der Wettbewerb um Fahrgäste ist hoch. Wer hier Fahrten aufnehmen will, muss die klar definierten Regeln einhalten. Mehrere Fahrer führten die vorgeschriebene Vignette nicht mit, andere hatten ihre Fahrzeuge außerhalb zulässiger Halteplätze abgestellt. Die Stadt leitete entsprechende Ordnungswidrigkeitsverfahren ein.
Die hohe Beanstandungsquote zeigt: Die Kontrollen treffen einen sensiblen Bereich des Gewerbes. Zwei Fahrzeuge fielen wegen abgelaufener Hauptuntersuchungen auf. Die Beamten stellten Mängelkarten aus und verpflichteten die Halter zur umgehenden Nachprüfung.
Positiv aus Sicht der Fahrgäste: Sicherheitsrelevante Mängel wie Probleme an Bremsen, Beleuchtung oder Reifen stellten die Kontrolleure nicht fest. Die Kontrollen sollen fortgesetzt werden, die Stadtpolizei kündigte bereits weitere Schwerpunktkontrollen an. Ziel sei es, für faire Wettbewerbsbedingungen im Taxigewerbe zu sorgen und bestehende Vorschriften konsequent durchzusetzen. nu
Anmerkung der Redaktion: Hat das Taxigewerbe eigentlich das Recht, permanent mit dem Finger auf Plattformen wie Uber und Bolt und deren systembedingte Verfehlungen zu zeigen, wenn gleichzeitig Taxikontrollen wie hier in Wiesbaden zum Ergebnis kommen, dass die Taxler keinen Deut besser sind?
Die hier beschriebenen Kontrollen fanden am Bahnhof statt, also jenen Ort, an dem sich gerne die Taxler rumtreiben, die tatsächlich ein ähnliche gestörtes Rechts- und Qualitätsverständnis haben wir die Uber- und Boltfahrer. Diese „Kollegen“ haben keine Chance, bei den auf Qualität achtenden Taxizentralen aufgenommen zu werden. Also sind sie gezwungen, sich dort bereitzuhalten, wo eine hohe „Einsteigerfrequenz“ herrscht, selbst wenn dort, wie am Bahnhof Wiesbaden, der Zugang nur mit einer von der Taxizentrale ausgestellten Vignette erlaubt ist. Es ist ein Phänomen, das überall in Deutschland festzustellen ist: An Bahnhöfen und Flughäfen großer Städte tummeln sich verstärkt diejenigen, die sich aufgrund ihrer Nichtzugehörigkeit zu einer Taxizentrale der Kontrolle durch eben jene entziehen.
Folglich kann hier nur die Stadtverwaltung als zuständige Aufsichtsbheörde „aufräumen“. Die Kontrollen von Wiesbaden sind daher zu begrüßen, das Ergebnis schreit nahezu nach regelmäßigen Wiederholungen.
Beitragsfoto: KI-generiertes Symbolbild






Schön.(Ironie).
Im Artikel heißt es, ‚dort wo eine hohe Einsteigerfrequenz herrscht‘.
Na wie wär’s, wenn die in der gleichen Gegend kreisenden,haltenden und parkenden Mietwagen mal hopps genommen werden???