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24-Stunden-Uber-Streik in München

von redaktion
20. April 2026
Lesedauer ca. 2 Minuten.
9
24-Stunden-Uber-Streik in München
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Rund 1.000 Uber-Mietwagen aus München und der Umgebung haben sich für 24 Stunden von der Vermittlung abgemeldet. Damit wollen die Mietwagenbetriebe ein Zeichen setzen und den Plattformvermittler dazu bringen bei den hohen Vermittlungsgebühren einzulenken.

Seit Montag früh um 9.00 Uhr, so die offizielle Version, haben mehrere Mietwagenunternehmen (Uber Partner) ihre Fahrzeuge für 24 Stunden in München von der Vermittlung durch Uber ausgeschlossen. Über 1.000 der rund 1.800 Plattform-Mietwagen in München blieben also stehen. Anlass für den Streik gibt die finanzielle Situation der Mietwagenbetriebe. Ihnen steht das Wasser offenbar bis zum Hals, sodass zuletzt die hohen Spritpreise der letzte Sargnagel für Gewerbe waren. Für die Unternehmer ist klar, dass die hohen Vermittlungsgebühren, die bis zu einem Drittel des Fahrpreises ausmachen, nicht mehr länger hinzunehmen sind. In einem inoffiziellen Schreiben wurden, unter anderem, eine Vermittlungsgebühr in Höhe von 15 Prozent gefordert.

Neben dem Fahrerstreik gab es auch noch eine offiziell genehmigte Demo. Am Uber Greenlight Hub in der Rosa-Bavarese Straße, nahe der S-Bahn Laim trafen sich Unternehmer und Fahrer mit dem Ziel in einem Gespräch mit Uber-Deutschland-Chef Christoph Weigler, eine Einigung bei der Höhe der Provision zu erreichen.

Anders als im Vorfeld zu hören war, richtete sich der Protest nicht gegen die Mietwagen, welche aus dem Münchner-Umland Fahrten in München durchführten. Dass man diese Forderung nicht mit Nachdruck umsetzen wollte, konnte man allein schon an den Kennzeichen der Uber-Fahrzeuge erkennen, die im Umfeld der Rosa-Bavarese-Straße nach Parkplätzen suchten. In der Regel hatten sie Augsburger oder auch Fürstenfeldbrucker Nummernschilder.

Keine Volksfeststimmung auf dem Vorplatz des Uber Greenlight Büros. Foto: Taxi Times

Gut besucht war der Vorplatz allerdings nicht, scheinbar ging es aber nicht um einen lautstarken Protest, vielmehr, so ein Sprecher der Uber-Vertreter: „Wir wollen uns zunächst mit Uber einigen, bevor wir den Protest weiter nach außen tragen. Den Streik wird Uber sicherlich spüren.“

Für Außenstehenden muss die Demo auch eher wie ein Zusammentreffen von ein paar Freunden gewirkt haben. Keiner der rund dreißig Anwesenden hatte Plakate oder auch Transparente mit Forderungen im Gepäck. Man saß friedlich zusammen, trank Kaffee und rauche Zigaretten.

Für Außenstehende nicht als Demo zu erkennen. Foto: Taxi Times

Während die Einen auf eine Reaktion aus dem Uber Büro warteten, liefen abgeschlossen von der eigentlichen Demonstration Gespräche mit einigen wenigen Mietwagenunternehmern, die insgesamt eine vierstellige Anzahl von Fahrzeugen vertraten. Da die Uber-Unternehmer in keiner Interessenvertretung oder einem Verband organisiert sind, war die Sorge einiger Anwesenden, ob hinter verschlossenen Tür spezielle Deals für nur einige wenige Betriebe verhandelt wurden, oder ob man dort für alle Uber-Mietwagenbetriebe sprach. Die Mehrheit der wartenden Demonstranten blieb nur die Hoffnung, dass die Verhandlung im Namen aller Mietwagenbetriebe geführt wurden.

Dennoch konnte man auch von kleineren Betriebe berichten, die kurz vor der Insolvenz stehen würden, ebenso wie von Fahrern erzählt wurde, die durch Selbstausbeutung und übermäßig lange Schichten versuchen würden, dem sicheren Ruin zu entgehen.

Der heutige Tag hat ausdrücklich gezeigt, wie es um die Münchner Mietwagen steht, die sich von den Plattformen vermitteln lassen. Letztlich ist es so, dass Viele sich in einem finanziellen Engpass befinden und sich gezwungen sehen, jede Fahrt anzunehmen. Denn man weiß nie, wie lukrativ der nächste Auftrag ist. Und selbst wenn man die automatische Fahrtenannahme nicht aktiviert hat, rutscht man in Uber Vermittlungssystem immer weiter in der Rangfolge ab. red

Beitragsfoto: Uber Greenlight Büro in München Foto: Taxi Times

Tags: demonstrationKommissionMünchenStreikUberUber GreenlightVermittlungsgebühr
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Kommentare 9

  1. Igor Isaev says:
    2 Monaten her

    Was sagen die den die Uber Mietwagen Befürworter in deren politischen Kreisen dazu ? Sind unsere politische Vertreter sich nicht alle einig dass das System Uber /Bolt / Freenow Mietwagen in jetzigen Form legal nicht zu betreiben ist?

    Ich hoffe für alle Kommunen und ihre Rat Sitzungen keinen der gegen Mindesttarief stimmt ! Mal sehen wer nach solche Aktionen noch diese raubkapitalismus unterstützen wird. Ich bin nur gespannt!

    Antworten
  2. Heiko Neugebauer says:
    2 Monaten her

    Wo ist da das Problem?
    Uber sagt doch immer, dass es den Mietwagenunternehmen so gut gehe. Man mache doch einen Umsatz von 40 Euro pro Stunde. Und das schon vor 5 Jahren.
    Die 30% Provision stimme doch auch nicht. Es befinde sich ja nur im unter zweistelligen Bereich (Was immer dies bedeutet?).
    Ist das Problem vielleicht, dass Uber lügt, sobalt sie den Mund aufmachen?
    Also irgendwie habe ich kein Mitleid!

    Antworten
  3. Patrick Schilhan says:
    2 Monaten her

    *Lachsmiley* … wer denkt in einer Mindestlohnbranche 1/3 oder 15% seines Umsatzes als Vermittlungsgebühr abgeben zu können, scheint mathetechnisch gesehen bereits seine Schulausbildung in der Grundschulzeit beendet zu haben!

    Antworten
  4. Werner Hillermann says:
    2 Monaten her

    Ganz ehrlich: kein Mitleid für Volldeppen, die nicht rechnen konnten und das auch weiterhin nicht lernen wollen. Wenn 1 + 1 = 3 ergeben soll (mindestens!), kann was nicht stimmen, auch wenn diese geistigen Nichtschwimmer das immer noch nicht wahrhaben wollen.
    Klingt undiplomatisch und ist auch so gemeint. Sollte jemand doch noch seinen Horizont erweitern wollen, bin ich gerne bereit, ihm zu helfen – auch wenn das etwas läger dauern wird.

    Antworten
  5. Karl Heinrich says:
    2 Monaten her

    UBER Streik.
    Eine gute Beschreibung der Situation in diesem Beitrag. Zum einen werden durch die Einführung des Generalunternehmers die gesetzlichen Vorgaben umgangen. Der ausführende Mietwagenunternehmer (sub-/sub-Unternehmer) kann die Fahrpreise nicht beeinflussen, hat keine unternehmerische Entscheidungshoheit. Kann ohne drohende Auftragsverluste, Fahrten nicht ablehnen und nicht übergehen. Der Generalunternehmers ist ein Scheinunternehmer, da nur UBER Auftragnehmer. Mittels Auftrags-IT werden Subunternehmer aus dem Umland bevorzugt. Die gesetzlichen Vorgaben werden umgangen.

    Antworten
  6. Petersen says:
    2 Monaten her

    Für mich gehört beides , Taxi und Mietwagen , zu einem funktionierendem Gewerbe.
    Hier muss ich allerdings sagen , „wen juckt es“?
    Keiner zwingt einen Mietwagenunternehmer Uber zu nutzen , wenn er das tut , dann freiwillig , ergo sollte er hinterher nicht über die Konditionen meckern , er kann sich ja seine Kunden selbst suchen , so wie andere auch.

    Antworten
  7. Christoforus says:
    2 Monaten her

    Alles was mit UBER zu tun hat, ist mit schlechtem Karma belastet !
    Wer mit UBER geschäftlich kooperiert ist ein Sklave von digitalen Algorythmen einer Supranationalen Mafia-organisation.

    Antworten
  8. Johann Gruber, MU says:
    2 Monaten her

    Als Multi-App-Sourcer beschwerte ich mich schon lange, nicht nur über die ruinösen Fahrpreise, und lasse mich auch nicht für deren QPP (Qualtiäts-Partner-Programm knebeln. Dafür bin ich auch für lukrative Comfort- und Premiumfahrten draußen…!? Dann schlägt auch der Kommissions-Algoritmus erbarmungslos zu und ich werde obendrein mit durchschnittlich über 30% Kommission belastet.. Trotzdem, danke an Uber, dadurch konnte ich mir eine solide Stammkundschaft aufbauen bzw. auf bessere Plattformen vermitteln

    Antworten
  9. Günter Pöpperl says:
    2 Monaten her

    Rückkehrpflicht rigoros kontrollieren.
    In der Hansastraße in München stehen in auftragsschwachen Nächten auf 200m 25 Mietwägen mit Zulassungen aus ganz Oberbayern. Bei den derzeitigen Spritpreisen wäre das Gespenst plattformvermittelter Mietwagen über Nacht verschwunden. Leider arbeitet unser KVR nicht nachts.

    Antworten

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