Leipzigs älteste Funktaxenzentrale, bekannt unter ihrer Rufnummer 4884, wird künftig von der Berliner Taxizentrale unterstützt.
Das haben die Geschäftsführer Hermann Waldner von TAXI ONE in Berlin sowie Thomas Voigt und Thomas Bühnert von 4884 heute in einer gemeinsamen Presseerklärung bekanntgegeben.
„Die Berliner und Leipziger Taxizentrale haben vereinbart, ihre Betriebe zu einer schlagkräftigeren Einheit zusammenzuführen“, heißt es in der Pressemeldung. Man wolle mit diesem Zusammenschluss angesichts der Herausforderungen, mit denen die Taxibranche konfrontiert ist, als eine starke und wettbewerbsfähige Einheit aufzutreten.

Waldner, Voigt und Bühnert äußern sich dazu wie folgt. „Die rasante Expansion von Vermittlungsplattformen, die teilweise mit unfairen und sogar illegalen Mitteln arbeiten, bringt die traditionellen Taxiunternehmen und ihre Taxizentralen unter erheblichen Druck und bedroht ihre Existenz. Um in diesem schwierigen Marktumfeld konkurrenzfähig zu bleiben, sollten nach unserer Einschätzung Taxizentralen größere Einheiten bilden, damit sie ihre Effizienz steigern und die notwendige Investitionskraft entwickeln können. Nur so können sie auch in Zukunft im Wettbewerb um Fahraufträge bestehen.“
Mit der TAXI ONE GmbH, der Dachmarke, unter der Hermann Waldner in Berlin zahlreiche Taxizentralen der Hauptstadt zusammengeführt hat, haben die Leipziger einen starken Partner gewonnen: „Wir haben bereits im Jahr 2025 über eine Million Euro in den Berliner Markt investiert“, berichtet Waldner. Nun sollen auch gemeinsame Investitionen in den Leipziger Markt folgen. „Das gemeinsame Agieren erhöht die wirtschaftliche Power, mit der wir Plattformen wie Bolt nun entgegentreten können“, sagt Thomas Voigt.

„Durch den Zusammenschluss bündeln wir unser Know-how, unsere Ressourcen und unsere Innovationskraft“, ergänzt Hermann Waldner. „So sind wir bestens gerüstet, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen und das Taxigewerbe weiterhin zuverlässig und professionell zu bedienen.“ Die gemeinsame Einheit, die man nun bildet, stärkt das Leipziger Taxigewerbe auch im Hinblick auf die aktuelle Liquidation der zweiten Leipziger Zentrale „Löwentaxi“. Die Taxizentrale 4884 werde sowohl den Mitgliedern und Genossen als auch den Kunden von Löwen-Taxi eine neue Heimat geben, berichtet Thomas Voigt gegenüber Taxi Times. Alle Taxiunternehmer, die bisher von Löwentaxi vermittelt worden waren, habe man ein Angebot zur Aufnahme in die 4884-GmbH vorgelegt. Ihnen wird die sonst übliche Eintrittsgebühr erlassen.
Beitragsfoto:TAXI ONE










Ich denke, die Vermittlung über Apps, wie das Uber und Bolt machen ist das schlagkräftigere Verfahren gegenüber der simplen Warterei auf Fahrgäste, wie sie schon zur Zeit der Pferdekutschen üblich war. Das kostet viel Zeit und bringt wenig Geld ein. Der Vorteil bei uns Taxlern ist allerdings, daß wir „aus Flug“ Winker laden können. Kommt aber auch nicht mehr so häufig vor, außer natürlich in der Sylvesternacht.
Zudem werben die Vermittlungsplattformen auch bei Taxiunternehmen aktiv um Mitarbeit und es machen anscheinend auch etliche Kollegen nach dem Motto „Hauptsache Fahrten“ da mit.
Ich selbst hatte sowohl eine E-Mail als auch kurz später einen Anruf von Bolt, ob ich bei denen mitmachen wolle.
Letztendlich wird das Gewerbe nur über über Qualitätsleistungen Menschen überzeuen können, mehr für das Taxi zu bezahlen. Zur Qualität gehört allerdings auch eine gute Ortskunde, das heißt die Fähigkeit, Fahrgäste schnell und preiswert zu ihrem Fahrziel befördern zu können. Denn im Preiskampf sind wir den Uber/Bolt Vermittlern ja wohl unterlegen – was eine sehr schlechte Ausgangslage für den Wettbewerb mit solchen Plattformen ist. Und offenbar sind ja nicht alle Kommunen bereit, sich auf Mindestentgelte für das Mietwagengewerbe einzulassen (siehe München).
zum Kollegen da oben, der Satz mit Ortskunde ist grandios. sehr guter Satz und Realität. aber die Politiker machen Garnichts. Hauptsache Steuergelder kommen rein durch Arbeitskräfte, egal ob die schlecht sind oder nicht. und Uber muss auch profitieren, sonst hat Uber Problem Fahrer zu kriegen mit Ortskunde.
Kann mir mal jemand die Sinnhaftigkeit des Zusammenschlusses einer Berliner und einer Leipziger Taxizentrale erklären? Auch nach mehrmaligem Lesen konnte ich lediglich herausfiltern, dass mittels finanzieller Unterstützung durch die Berliner die Leipziger den Fahrdienstanbietern Paroli bieten sollen. Die Million Euro, die Berlin mittels Werbung in den Markt steckte, sollen ja angeblich gut investiert worden sein. Sehe ich mir meine Umsätze an, kommen mir allerdings arge Zweifel. Aber das ist sicherlich eine subjektive Sichtweise. Das Logo erinnert mich im Übrigen an 1946. Und was daraus geworden ist, naja, die Älteren werden sich noch erinnern….
Der “Berliner“ wird, um sein reingestecktes Geld ordentlich zu “verzinsen“, den Leipzigern zeigen, wie man das Fahrpersonal versklavt und den Profit auf Kosten der Beitragszahler maximiert.
Zusammen ist ein interessantes Stichwort. Wenn eins klargestellt ist durch die Plattformen:
Es wird nicht möglich sein, die Kunden zurück zu holen aus dem illegalen Mietwagengewerbe, geschweige denn neue fürs Taxi zu gewinnen, wenn nicht ein bundesweit flächendeckendes Portal für die Fahrgäste zur Verfügung steht. Auch auf dem Land!
Zusammenarbeit der so verschiedenen Taxibetriebe und unterschiedlichen Vermittlungssysteme unter einer gemeinsamen Marke ist Überlebenswichtig.
Was ist dabei am wichtigsten?
Unsere eigene Plattform muss das gleiche können wie unsere Konkurrenz. Dabei aber auch die besonderen Fähigkeiten unserer lokalen Vermittlungssysteme einbringen, egal ob genossenschaftlich oder gewerblich. Faire, geregelte, verlässliche Auftragsvergabe untereinander und persönlicher Kontakt zum Kunden und individuelle Betreuung.
Entscheidend ist, daß wir die Kontrolle über die KOSTEN behalten. UberBolt&Co sind noch im Eroberungsfeldzug mit jeder Art von Marketing und Lobbyismus bis zu juristischen Tricksereien, Lüge und Betrug. Dabei verdienen sie schon jetzt mit ihren Provisionen von in der Regel 25% trotzdem an ihren kriminellen Fake-Taxis.
Haben sie unsere Vermittlungssysteme übernommen, werden sie ihre Provisionen gnadenlos hochschrauben.
Rechnet doch einfach mal nach, was zur Zeit die Vermittlungskosten bei unseren eigenen Genossenschaften sind!
Überlassen wir diesen Konzernen unsere Kunden, wird’s endgültig teuer, diktatorisch und monopolistisch. Anders als wenn wir selber die Kontrolle über den Kontakt zum Kunden haben. Durch eine App, in der wir unsere eigenen Interessen sichern können.
Also: Wir müssen selbst heute investieren in Technik und Werbung. Andernfalls werden wir unsere eigenen Zentralen vernichten.