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Start Mietwagen

Bolt in Erfurt: mdr hinterfragt nur halbherzig

von Axel Rühle
20. Januar 2026
Lesedauer ca. 4 Minuten.
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Bolt in Erfurt: mdr hinterfragt nur halbherzig

In der Landeshauptstadt Thüringens sind die Zeiten ohne Dumping-Mietwagen-Problem vorbei: Die Mars Holding GmbH führt taxigleichen Verkehr mit Mietwagen durch. Dass das legal nicht wirtschaftlich ist, lässt sich leicht ausrechnen, wurde beim mdr aber verpasst.

Ein Kommentar von Axel Rühle

Es ist sehr schnell so gekommen, wie die Fachvereinigung Personenverkehr im Landesverband Thüringen des Verkehrsgewerbes e. V. (LTV) am 15. November prophezeit hat: Die unlautere, schwer kontrollierbare Taxi-Konkurrenz mit ihren unwirtschaftlichen Dumping-Preisen versucht in Erfurt seit Dezember, sich das Geschäft der individuellen Personenbeförderung unter den Nagel zu reißen.

Üblicherweise jubelt die örtliche, meist fachlich unbedarfte Presse in solchen Fällen, nachdem sie von den PR-Abteilungen der milliardenschweren Fahrdienste mit märchenhaften Pressemitteilungen versorgt wird, in denen „Geiz ist geil“ gefeiert und jede unbequeme Wahrheit hinter den wunderbar günstigen Fahrpreisen verschwiegen wird. Nicht so der Mitteldeutsche Rundfunk, als Anstalt des öffentlichen Rechts Teil der ARD und Landesrundfunkanstalt für die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Er ist für seine Neutralität und Meinungsvielfalt bekannt, mit der er sich häufig vom Mainstream abhebt. Die Professionalität lässt er bei seinem Beitrag zum Thema Bolt vom 13.1. allerdings vermissen. Er hat die PR-Märchen zwar nicht übernommen, sondern sich die Sache mit selbst auferlegter Unvoreingenommenheit angesehen. Wie die illegalen Hintergründe zu bewerten sind, haben swr und rbb aber schon besser gezeigt.

Das Ergebnis des kleinen mdr-„Tests“ ist eine Online-Meldung mit 90-sekündigem Fernsehbeitrag und zweiminütigem Radio-Interview mit dem Autor. „Seit Ende Dezember ist die estnische Firma Bolt auch in Erfurt aktiv. Mit niedrigeren Preisen und einer bekannten App macht sie der Taxi-Branche Konkurrenz. Ein Vergleich zeigt, wie groß die Unterschiede sind – und warum die Taxifahrer sauer sind“, heißt es eingangs neutral.

„Der Erfurter Taxifahrer ist sauer“ – der einleitende Satz klingt wie so oft nach einer persönlichen Befindlichkeit irgendeiner kauzigen Einzelperson statt nach begründeter Empörung über sich ausbreitendes Unrecht. Als Grund für den Ärger wird die estnische Firma Bolt genannt, „die seit Ende Dezember Fahrdienste in Erfurt anbietet – in Kooperation mit dem lokalen Unternehmen Mars.“ Die Mars Holding GmbH ist allerdings ein überregionaler Mietwagenfahrdienst und Güterbeförderer aus Nürnberg, der nach eigenen Angaben 30 Standorte hat und unter anderem für den Versandriesen Amazon fährt. Das deutete auch der Mietwagenfahrer an, bei dem der mdr-Reporter mitfuhr, um das Angebot auszuprobieren und Informationen zu erhalten.

In der Meldung werden Zahlen aus Sicht der Fahrer und Unternehmer genannt: „Für die Vermittlung der Fahrten und die Nutzung der bekannten Marke erhebt Bolt pro Fahrt eine Gebühr. Die liegt in anderen Städten bei etwa 25 Prozent vom Fahrpreis. Eine Zahl, die Bolt dem MDR weder bestätigten wollte, noch zurückwies.“

Die sich aus Laien-Sicht aufdrängende Frage, warum die Preise deutlich unter dem Erfurter Taxi-Tarif liegen, wird thematisiert: „5,90 Euro kostete die Fahrt mit Bolt vom MDR zum Erfurter Hauptbahnhof am Donnerstag, dem 8. Januar, gegen 14 Uhr. Die Preise variieren, je nach Verkehrsaufkommen. Der Fahrer erklärt, dass Bolt kein Taxiunternehmen ist, sondern ein Mietwagen mit Fahrer. Deswegen gelten für sie auch nicht die örtlichen Taxi-Tarife. Der Unterschied ist für Laien schwer ersichtlich. Taxen erhalten Lizenzen von der Stadt. Sie haben das Recht, an Taxiständen auf Kunden zu warten – zum Beispiel am Bahnhof oder am Flughafen. Bolts dürfen das nicht. Sie kommen nur auf Bestellung.“

Es wird erwähnt, dass Taxiunternehmen sich an die örtlichen Taxi-Tarife halten müssen. „Die Fahrt mit dem wütenden Taxifahrer – vom Bahnhof zurück zum MDR – kostete 22,20 Euro, also fast viermal so viel wie bei der Fahrt mit dem Bolt“ – womit man wieder bei der Befindlichkeit der Einzelperson ist. Wer will schon bei einem „wütenden Taxifahrer“ mitfahren, der scheinbar absurd hohe Preise verlangt?

Dann ein Hoffnungsschimmer: „Der extrem hohe Preisunterschied erklärt sich aus …“ Exakt hier wäre der passende Zeitpunkt für eine Aufklärung über die Hintergründe des Preisdumpings gewesen – die leider ausbleibt. Es wird nicht erwähnt, dass die Dumpingpreise der Mietwagenanbieter nur mit Steuerhinterziehung, Sozialbetrug und Ausbeutung möglich sind. Stattdessen wird die Diskrepanz begründet mit „einer aktuellen Rabattaktion bei Bolt. Fahrten kosten teilweise nur die Hälfte des regulären Preises. Doch selbst beim regulären Fahrpreis wäre die Fahrt mit 11,80 Euro immer noch halb so teuer wie die Fahrt mit dem Taxi.“ Das Wort „regulär“ klingt so, als ob etwas korrekt abläuft, quasi regelgerecht – was bei Uber und Bolt bekanntlich nicht der Fall ist. Würden die Mietwagenfahrer, die im Auftrag dieser Plattformanbieter unterwegs sind, sich an Recht und Gesetz halten, wären ihre Firmen in kürzester Zeit pleite.

Um Hintergrundinformationen zu erhalten, hat der Autor nachgefragt – allerdings nur bei Bolt, wo er ganz sicher keine objektiven Informationen erhalten wird. Stattdessen nur Allgemeinplätze wie eine Andeutung des Unterschieds zwischen Taxi mit Tarifpflicht und Mietwagen. Der naheliegende neutrale Ansprechpartner, der Gewerbeverband LTV, wurde leider nicht gefragt. Immerhin wird in dem Videobeitrag vorgerechnet: „Der Bolt-Fahrer hat etwa 30 Minuten in meine Fahrt investiert. 11,80 Euro wäre der reguläre Preis gewesen. Davon behält Bolt ca. 25 Prozent. Der Mindestlohn: 6,95 Euro für eine halbe Stunde. Bleiben etwa 1,90 für Benzin, weitere Kosten und Gewinn.“ An dieser Stelle, an der es beginnt, interessant zu werden, da die Fortsetzung der Rechnung jedem noch so unreflektierten Konsumenten die Unwirtschaftlichkeit der Bolt-Fahrt vor Augen geführt hätte, wird abgebrochen und zum Schlusssatz des Autors übergegangen: „Richtig gerechnet oder hab’ ich was vergessen? Schreibt’s in die Kommentare!“

Sehr richtig zu rechnen begonnen und ein sehr guter Ansatz, nur eben leider vorzeitig ohne Ergebnis abgebrochen. Anstelle der charmanten Bemerkung „Achtung, Halbwissen!“ wäre es nützlich gewesen, die fehlende zweite Hälfte zu ergänzen, denn es erschließt sich zwar von selbst, dass mit 1,90 Euro für eine halbe Stunde nicht Kraftstoff, Kfz-Versicherung und alle weiteren Kosten des Mietwagenbetriebs zu bezahlen sind, doch so wirkt der Beitrag wie eine halbgare Präsentation im Schulfach Gemeinschaftskunde. Da ist noch viel Luft nach oben geblieben, Raum für einen Experten, etwa vom LTV, der die aufgeworfenen Fragen hätte beantworten können. Dann wären die Leser bzw. Zuschauer informiert worden, dass das ganze System mit den Billig-Mietwagen nicht legal funktionieren kann. Dass das Geschäftsmodell von Uber & Co. auf Rechtsverstößen beruht und die Tätigkeit ohne Missachtung von Regeln nicht wirtschaftlich ist. Dass „Geiz ist geil“ auf Kosten der Gemeinschaft geht. Dass wir alle diese Fahrten über unsere Arbeitslosenversicherung mitbezahlen, weil die Fahrer von Dumpingpreis-Mietwagen oft nur ein Drittel ihrer Arbeit regulär verrichten, ein Drittel mit Schwarzarbeit und das letzte Drittel ihres Auskommens durch Aufstocken „bestreiten“ müssen. Darüber müssen die Verbraucher aufgeklärt werden. ar

Beitragsbild: Screenshot mdr

Tags: BoltErfurtMars Holding GmbHMDR
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Axel Rühle

Der Berlin-Insider ist Funkkurs-Dozent und ursprünglich Stadtplaner. Seit 1992 ist er im Besitz eines Personenbeförderungsscheins und immer wieder auch im Taxi anzutreffen. Inhaltlich betreut er in Wort und Bild alle Themen rund um die Taxi Times Berlin.

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Kommentare 4

  1. J. Chronor says:
    3 Wochen her

    Taxi ist nicht Mietwagen. Mietwagen ist nicht Taxi. Anders als Cola und Pepsi, beides eine ungesunde Zuckerlimo und reine Geschmackssache, welche bevorzugt wird.

    Taxi ist eine herausragend etablierte Marke. Wie kann es dann sein, dass wir das nicht ausreichend in der Öffentlichkeit rüberbringen, wo alle Fakten und die Rechtslage so eindeutig den Unterschied zwischen illegalen Pseudotaxis und echten Taxis belegen?

    So peinlich das Versagen des Journalisten beim MDR ist, so sehr müssen wir an unserer öffentlichen Wahrnehmung arbeiten. Zu verlockend sind einfache verkürzte Darstellungen, daß sogar ein Medium versagt, das genau wie das Taxigewerbe auf Einhalten von rechtsstaatlichen Regeln angewiesen ist.

    Antworten
  2. Hüseyin Okur says:
    3 Wochen her

    Hallo zusammen
    Das die Fahrer von Uber und Bolt schwarzarbeiter sind stimmt nicht und das diese geschäfftsmodel nicht rentabel ist stimmt auch nicht
    wenn sie wirklich wissen wollen wie das funktioniert sollten sie verdeckt als uber oder bolt fahrer anfangen dann wissen sie mehr über diese thema
    mfg

    Antworten
    • J. Chronor says:
      3 Wochen her

      Falls Sie ein Plattformen-Fahrer sein sollten, fehlt Ihnen offenbar jedes Bewusstsein sein dafür, dass ein Mietwagen bestimmte Regeln einzuhalten hat. Oder Sie wollen absichtlich und vorsätzlich dagegen verstoßen.

      Falls Sie tatsächlich Interesse an legaler Arbeit haben, gibt es sicher einen Taxibetrieb, der Sie einstellt. Falls Sie sich als Kronzeuge mit ihren Kenntnissen mit geeigneten Unterlagen zur Verfügung stellen wollen und damit dazu beitragen, diese nur von UberBolt&Co abhängigen Pseudo-Taxis aus dem Verkehr zu ziehen.

      Antworten
  3. bruno mayer says:
    3 Wochen her

    Wir wissen schon genug ! Und warum sollen wir durch Probefahrten auch diese Schei…..systeme finanziell unterstützen.

    Antworten

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