Nach dem planmäßigen Auslaufen der Hamburger E-Taxi-Förderung am 31. Dezember vergangenen Jahres können bislang 742 E-Taxis auf Hamburgs Straßen gezählt werden. Das reicht der Hansestadt aber noch nicht. Sie lobt deshalb die mittlerweile 5. Förderstufe aus.
Rund 700.000 Euro sind im neuen Fördertopf der Stadt. Sie stehen den Hamburger Taxiunternehmern zu ähnlichen Konditionen wie in der 4. Förderstufe zur Verfügung. Schon ab kommenden Sonntag können die Förderanträge an das Funktionspostfach [email protected] der Hamburger Genehmigungsbehörde übersandt werden. Der Zeitpunkt ist sehr gut gewählt, denn viele Hersteller geben derzeit auf Ihre Fahrzeuge zusätzlich kräftige Rabatte.
Die Höhe der Fördersumme setzt sich aus den Restmitteln zusammen, die ihre bereits beantragten Fördergelder nicht abgerufen haben. Glücklicherweise konnte der Betrag den Hamburger Kollegen erhalten bleiben. Die überarbeitete Zuwendungsrichtlinie und die aktuellen Antragsformulare sind für Sie auf der Webseite des Projekt Zukunftstaxi bereitgestellt. Das Projekt hat deutschlandweit bereits einige Nachahmer gefunden.
Genau wie im vergangenen Jahr kann sich der Taxiunternehmer beim Kauf eines E-Taxi-Pkw maximal 5.000 Euro auszahlen lassen. Bei vollelektrischen Großraumtaxis mit 8 Sitzplätzen für Fahrgäste sind maximal 10.000 Euro möglich. Elektrische Inklusionstaxis werden sogar mit 20.000 Euro unterstützt.
Die Fördersummen werden ab Konzessionierung des E-Taxis und nach erfolgtem Einbau des TSE-Systems in der vollen Summe ausgezahlt. Die E-Inklusionstaxis müssen für die Freigabe der Auszahlung zudem entsprechend umgebaut sein. Wichtig: Es bleiben so lange Förder-Kontingente verfügbar, wie freie Fördermittel bestehen.
Einige Angebote zu den E-Fahrzeugen, die als Taxi eingesetzt werden können, findet man auf einer Unterseite von Hamburg.de oder bei Taxi Times. Händler, die bislang noch nicht aufgeführt sind, können das mit einer Mail ans oben genannte Funktionspostfach nachholen. Hier gilt, je vielfältiger das Angebot, desto mehr E-Taxis werden verkauft. Bereits im vergangenen Jahr konnte man die in Hamburg eingesetzten E-Taxis mittels eines Quartettspiels spielerisch kennenlernen. Über den Taxi-Times-Verlag kann das Quartett bezogen werden. Es ist eine kostenlose Zugabe bei Abschluss eines Premium-Abonnements.
Die teilnehmenden Betriebe dürfen ihre Fahrzeuge auch als Projekt Zukunftstaxi-Fahrzeug kennzeichnen. Eine Allgemeinverfügung, die im vergangenen Jahr verlängert wurde und bis zum 31.12.2030 gilt, erlaubt es, die Spiegel der Fahrzeuge in einem Grünton zu folieren oder zu lackieren. Zulässig sind die grünen RAL Farbtöne RAL 6010, 6017, 6037 oder 6038 oder aber Pantone 362C, 363C, 368C oder 369C. Zudem dürfen auf der Heckklappe sowie der Motorhaube und dem Ladedeckel von E-Taxis Hinweise auf die Antriebsart des Fahrzeugs sowie untergeordnet Eigen und Fremdwerbung angebracht werden. Der Umfang der Kenntlichmachung ist auf ein Drittel der Gesamtfläche des Kofferraumdeckels oder der Heckklappe und der Motorhaube zu begrenzen, damit die Erkennbarkeit des Taxis durch die Farbe Hellelfenbein gewährleistet bleibt. sg
Beitragsfoto: E-Taxi an einer exklusiven Ladesäule Foto: BVM







Danke, dass Hamburg mit dem einheitlichen Branding mit Hellelfenbein (RAL 1015), systematischer Unterstützung durch e-Taxiförderung und Förderung zur Anschaffung von Inklusionsfahrzeugen als Vorbild für viele Kommunen gelten kann!
Nicht zuletzt die konsequente Auslese bei Anträgen auf MW-Konzessionen ist beispielhaft. Bleibt noch die Überflutung durch auswärtige Fake/Pseudo-Taxis, getarnt als Mietwagen.
Dass die Globalplattformen in Hamburg jetzt dem Taxigewerbe mit Lockangeboten auf den Pelz rücken, war zu erwarten. Aber Wolf im Schafpelz bleibt Wolf. Ihr Mantra heißt: Provisionen über alles!
Hell-Elfenbein ist eben ein Branding und das Erkennungsmerkmal im dichten Stadtverkehr (auch bei Nutzung von Busspuren), für das in anderen Branchen viel Geld auf den Tisch gelegt würde. Hier gibt es zwischen Gewerbe und Stadt aber auch Konsens.
Vor allem die Mehrwagen-Unternehmen treffen die Kostensteigerungen hart und existenziell. Zwar ist es gelungen, die Stundenumsätze zu heben (auch der echte Winter spielt hier sicherlich eine Rolle), nach Einführung des Beobachtungszeitraum/Konzessionsstopps haben wir die Anzahl der Taxen innerhalb eines guten Jahres bereits um mehr als 200 auf weit unter 2.900 drücken können.
Und die Plattformen? Nehmen Provisionen, klar. Aber das Vermitteln der traditionellen Taxenzentralen ist ja nun auch nicht für umsonst. In HH fahren 2/3 der Taxen bei den drei Plattformen. Sie sind da, werden genutzt und werden auch nicht wieder verschwinden. Sie haben Digitalisierung und Erreichbarkeit auch der Generation Z und von Touristen aus aller Welt erst gebracht und sind in Hamburg Partner, auch von traditionellen Vermittlern. Wir haben in Hamburg den Aufstieg von mytaxi aus nächster Nähe erleben und begleiten können, in ein Feld, welches allen anderen auch offen stand. Hier gilt es aber, Monopolstrukturen zu vermeiden und damit Vielfalt und (fairen) Wettbewerb zu sichern und zu erreichen. Im Übrigen funktioniert kooperative Zusammenarbeit besser als gegenseitiges Bashing.