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Start Digitalisierung

Klartext zur einheitlichen Taxi-App: Einer ist schon bereit

von Remmer Witte
6. März 2026
Lesedauer ca. 4 Minuten.
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Klartext zur einheitlichen Taxi-App: Einer ist schon bereit

Digitale Sichtbarkeit ohne Gebührenmodell, Kundenbindung statt Plattformabhängigkeit, Infrastruktur statt Provisionslogik: Diese Attribute sollen bei Taxi.de für eine neu überarbeitete APP stehen.

Das Thema brennt dem Gewerbe unter den Nägeln: Als Gegenpol zu Uber & Co braucht die Branche die eine App, die es den Kunden bundesweit ermöglicht, sowohl in Hamburg als auch in Berlin oder München, aber auch in Kleinkleckersdorf ein Taxi zu ordern, ohne erst zu checken, welche denn hier oder dort die richtige ist. Beim norddeutschen Branchentreff in Glückstadt wurde die Suche nach diesem heiligen Gral sogar als klarer Auftrag an zwei unabhängige Aktive vergeben, da sich bisher keine Software produktübergreifend etablieren konnte.

Alexander Brandenstein und Ulf Bögeholz, die mit Ihrer Vermittlungslösung Taxi.de bisher vor allem Taxibetriebe in der Republik bedienten, die ihre Flotte unabhängig von großen Zentralen selbständig managen möchten, planen den Launch einer überarbeiteten APP, die gemäß eigener Aussage mehr kann, als nur den Kunden dieser Software zu nutzen. Taxi.de schreibt dazu in seinem Newsletter: „Seit vielen Jahren arbeiten wir mit Taxiunternehmen und Zentralen in ganz Deutschland zusammen. In dieser Zeit hat sich der Markt stark verändert. Technisch, regulatorisch und wirtschaftlich. Was sich dabei jedoch kaum verändert hat, ist ein zentrales Spannungsfeld: Digitale Bestellplattformen bringen Reichweite, gehen aber häufig mit steigenden Kosten, Abhängigkeiten und mangelnder Transparenz für die Leistungserbringer einher. Taxi.de versteht sich (dagegen) nicht als Plattform, die das Gewerbe steuert oder über Gebühren monetarisiert. Unser Ziel ist es, eine digitale Infrastruktur bereitzustellen, die Nachfrage bündelt, Auffindbarkeit verbessert und dem Taxi­gewerbe langfristig dient, ohne es in neue Abhängigkeiten zu führen.“

Dieses Statement spricht vielen Taxlern aus der Seele, wirft aber gleichzeitig viele Fragen auf, die – um dies gleich vorwegzusagen – zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht alle beantwortet sind. Aus diesem Grund kann dieser Vorab-Bericht auch noch nicht wie üblich mit Fakten dienen, sondern muss sich ausnahmeweise auf die Statements der Hamburger verlassen. Taxi.de legte im folgenden Newsletter schon mal nach, denn um die genannten Ziele zu erreichen, formulieren die Hamburger dort drei absolut bemerkenswerte Grundsätze:

Kostenfreiheit als Prinzip – Die reine Vermittlung von Bestellungen soll für Leistungserbringer dauerhaft kostenfrei bleiben. Wir glauben nicht an Modelle, bei denen Sichtbarkeit oder Aufträge erkauft werden müssen.

Gemeinsamer Marktauftritt statt Einzelinteressen – Nachfrage entsteht nicht allein in Apps, sondern durch Wiedererkennbarkeit, Vertrauen und Präsenz im öffentlichen Raum. Wir sind überzeugt, dass ein gemeinsamer, sichtbarer Marktauftritt des Taxigewerbes langfristig wirkungsvoller ist als individuelle Insellösungen.

Transparenz und Mitgestaltung – Regeln, Logiken und Weiterentwicklungen müssen nachvollziehbar sein. Veränderungen sollten nicht verordnet, sondern gemeinsam entwickelt werden. Das alles im Dialog mit Euch Zentralen und Unternehmern.

Taxi.de will also kein weiterer Player sein, der kurzfristig optimiert, sondern eine verlässliche, faire und gewerbefreundliche Struktur, die auch in fünf oder zehn Jahren noch Bestand hat. Ein Punkt ist Taxi.de dabei besonders wichtig: Die Frage, wie Nachfrage ohne Abhängigkeiten oder Gebührenmodelle fair verteilt werden kann.

Nachfrage entsteht nach Überzeugung des Systemhauses nicht allein durch Technik oder Apps, sondern durch Vertrauen, Wiedererkennbarkeit und Präsenz. Während viele Plattformmodelle versuchen, Sichtbarkeit über Algorithmen oder bezahlte Platzierungen zu steuern, glaubt man in Hamburg an einen anderen Weg, nämlich den gemeinsamen Marktauftritt des Taxigewerbes, der für Fahrgäste klar erkennbar ist und für Leistungserbringer transparent und fair bleibt. Dabei soll es ausdrücklich nicht um Einzelinteressen oder Wettbewerb untereinander gehen, sondern um ein gemeinsames Branchenverständnis.

Taxi.de: „Vor diesem Hintergrund beschäftigen wir uns derzeit intensiv mit der Frage, wie ein gemeinsamer, solidarischer Marktauftritt aussehen kann, der keine Ranking-Vorteile erkauft und für möglichst viele Betriebe praktikabel ist. Es geht nicht um kurzfristige Maßnahmen oder Vorgaben, sondern um einen langfristig tragfähigen Ansatz ohne Vermittlungsgebühren, der gemeinsam mit Euch, dem Gewerbe, entwickelt werden soll. In den kommenden Wochen möchten wir diesen Gedanken weiter vertiefen und weiterhin das Gespräch mit Euch Zentralen und Unternehmern suchen, um unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen. Taxi.de soll dabei weiterhin das sein, was es aus unserer Sicht braucht: Eine verlässliche digitale Infrastruktur, getragen von Transparenz, Fairness und gemeinsamer Verantwortung.“

Der bevorstehende Launch soll also definitiv kein reines App-Update sein, es soll der gemeinsame Schritt sein, die digitale Präsenz des Taxis ohne Abhängigkeiten, ohne Gebührenmodelle, ohne versteckte Logiken selbstbewusst zu gestalten. Mit Funktionen, die eines in den Mittelpunkt stellen: Sichtbarkeit, Kundenbindung und eine dauerhaft kostenfreie Vermittlungslogik für das Gewerbe. Fahrgäste sollen nach wie vor Taxiunternehmen gezielt finden und
direkt als Favoriten speichern können, Wiederbestellungen sollen favorisiert sein. Die Anfahrtsbeobachtung erfolgt komfortabel per App und Push und individuelle Download-Links, QR-Codes und NFC-Lösungen stärken die direkte Verbindung zwischen Fahrgast und dem Betrieb.

Zum aktuellen Zeitpunkt klingt es fast so, als wenn der Glückstädter Traum schon in Erfüllung gegangen ist beziehungsweise alsbald gehen soll. Ob dem tatsächlich so ist und ob auch die Mitbewerber diesen Schachzug klaglos hinnehmen, lässt sich sicherlich frühestens bei der kompletten Vorstellung der neuen App einschätzen. Die kommenden Wochen sind dabei aus Sicht der Hamburger Softwareschmiede schon sehr entscheidend. Man bittet deshalb darum, dass auch die Teams frühzeitig über den bevorstehenden Start der neuen App informiert werden und wirbt somit um Unterstützung und Vertrauen für das Projekt.

In Kürze wollen die Hamburger weitere Details zum konkreten Starttermin folgen lassen. Auch Taxi Times ist gespannt, ob die hochgelegte Messlatte übersprungen wird und wird natürlich weiter berichten.

Beitragsfoto: Videoausschnitt Taxi.de

Tags: DigitalisierungLaunchTaxi-Apps
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Remmer Witte

Nach über 40 Jahren als Fahrer, Disponent und Chef im Taxi- und Mietwagengewerbe ist der Niedersachse heute unter anderem für einen taxinahen Dienstleister aktiv. Seine Themen sind die Branchenzukunft und -politik und die kleinen Dinge im Alltag des Gewerbes.

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