Genau zum rechten Zeitpunkt hat die Stadt Leipzig eine spezielle Förderung für die Anschaffung von E-Taxis angekündigt und ist damit genau am rechten Ort, denn nirgendwo sonst in Deutschland spürt das Taxigewerbe den frischen Wind so wie in der Stadt in Sachsen.
Vor dem Taxi ist nach dem Taxi: Erst kürzlich war Leipzig mehrfach in den Schlagzeilen. Zunächst einmal setzte die Liquidation von Löwen-Taxi einer langen Tradition ein Ende, dann sorgte der Zusammenschluss der zweiten Leipziger Taxizentrale 4884 mit TAXI ONE für Aufbruchstimmung. Genau zum richtigen Zeitpunkt hat die Stadt Leipzig jetzt, im positiven Sinne, den Vogel abgeschossen und die Details für eine E-Taxi-Förderung bekanntgegeben.
Im Rahmen des Mittelstandsförderprogramm „Wachstum und Kompetenz im Leipziger Mittelstand“ können in Leipzig ansässige Taxibetriebe jetzt für den Kauf eines reinen Batterieelektrofahrzeugs einen Zuschuss von bis zu 2.500 Euro pro Fahrzeug und Unternehmen erhalten. Die Basissumme beträgt 2.000 Euro, wird das Fahrzeug über einen Leipziger Autohändler gekauft, erhöht sich die Fördersumme um 500 Euro.
Mit der E-Taxi-Förderung will die Stadt eine Taxiflotte aufbauen, die sich modern und nachhaltig im Tourismus- und Messestandort präsentiert. E-Taxis bieten das Potenzial, durch ihre hohen Kilometerlaufleistungen deutlich mehr CO₂ einzusparen als beispielsweise private PKW. Auch die wirtschaftliche Seite der E-Mobilität soll die Förderung ins Gespräch bringen.
Clemens Schülke, Bürgermeister in Leipzig und Beigeordneter für Wirtschaft, Arbeit und Digitales, erklärt: „Wir wollen unseren Taxiunternehmen ganz konkret unter die Arme greifen. Denn sie sind ein unverzichtbarer, verlässlicher Bestandteil des öffentlichen Personenverkehrs in unserer Stadt. Gleichzeitig stehen sie zunehmend unter wirtschaftlichem Druck: Der Wettbewerb um Umsätze nimmt zu, die Kosten steigen spürbar.“
Die Fördermittel sind zunächst nur auf das Jahr 2026 beschränkt und stammen aus dem Mittelstandsförderprogramm des Amtes für Wirtschaftsförderung. Insgesamt ist der Fördertopf auf 25.000 Euro beschränkt, was für die Unterstützung von maximal zehn bis zwölf Fahrzeugen ausreicht. Antragsberechtigt sind Taxiunternehmen mit Sitz oder selbstständiger Niederlassung in der Stadt Leipzig. Gefördert wird der Erwerb eines reinen Batterieelektrofahrzeugs im Sinne von § 2 des Elektromobilitätsgesetzes (EmoG).
Weiterhin ist die Förderung an ein paar Bedingungen gebunden. So darf vor Antragstellung noch kein Kaufvertrag unterschrieben worden sein und es muss ein Nachweis geliefert werden, dass der Taxibetrieb im Haupterwerb und gewinnorientiert geführt wird. Das geförderte Fahrzeug wird in Leipzig als Taxi zugelassen und muss nach Inbetriebnahme mindestens drei Jahre als E-Taxi in der Stadt Leipzig eingesetzt werden. Innerhalb dieser Haltefrist muss das E-Taxi mindestens 60.000 Kilometer bei der Personenbeförderung zurücklegen. Pro Jahr also mindestens 20.000 Kilometer.
Der Unternehmer muss auf Nachfrage der Stadt diesen Nachweis liefern können, auch nach Ablauf der Haltefrist. Die Anschaffungskosten müssen mindestens 25.000 Euro betragen und ebenso ist ein Fiskaltaxameter die Voraussetzung für die Förderung. Der Kauf des Fahrzeugs und eine erste Anzahlung in Höhe von mindestens der jeweiligen Förderung muss zwingend im Jahr 2026 erfolgen. Dies ist mit Zwischenverwendungsnachweis spätestens zum 31.03.2027 nachzuweisen.
Mit der Beantragung der Förderung stimmt der Unternehmer auch zu, dass der Name des Taxibetriebs und die Förderhöhe von der Stadt Leipzig veröffentlicht werden darf. Pro Unternehmer kann nur ein Fahrzeug gefördert werden. Den Steckbrief zur Förderung finden Sie hier. Anträge können bis spätestens 31.07.2026 gestellt werden. sg
Beitragsfoto: Taxi in Leipzig, Foto Taxi Times






Förderung klingt nach Subvention und Bürokratie. Aber im Zusammenhang mit der so notwendigen Wende in der Umwelt-und Verkehrspolitik ist der Effekt für unser von Natur aus umweltschützendes Taxigewerbe höchst effektiv.
Schließlich kann ein Taxi mehr als 60 Autofahrten pro Tag ersetzen und ist dabei immer auf Betriebstemperatur ohne Warmlaufphase. In Hamburg hat konsequente Förderung und Anschaffungsverpflichtung auf e-Taxis mittlerweile zur höchsten e-Taxidichte in Deutschland geführt.
Ohne aber die konsequente Abwehr von Pseudo/Fake-Taxis durch die dortige Regierung wäre wohl die Bereitschaft zur Investition in Neufahrzeuge durch die Taxibetriebe trotz Förderung nicht vorhanden gewesen.
Interessant ist auch, dass durch die Förderung von nur einem Fahrzeug pro Betrieb die selbstfahrenden Einzelunternehmer den größten Nutzen haben. Das ist zwar schade für die Mehrwagenbetriebe, aber die engagierten Einzelunternehmer sind das Flagschiff und Rückgrat unseres Gewerbes und haben für ihren Einsatz und ihre Kompetenz mal Anerkennung verdient. Diese Einzelunternehmer sind Gradmesser und Vorreiter für die zukünftige Entwicklung, wenn sie nicht hängengelassen werden.