Der Taxi- und Mietwagenverband Deutschland wirft der Politik andauernde Ignoranz vor. Präsident Thomas Kroker: „Die Uber-Verstöße in Köln entlarven ein kriminell unterlaufenes System und der Staat schaut seit Jahren zu.“
Die Kontrollaktion vom 21. und 22. Januar 2026 in Köln legt nach Ansicht des Taxi- und Mietwagenverbands Deutschland e. V. (TMV) ein weiteres Mal offen, was Politik und Behörden längst wissen, aber viel zu oft ignorieren: Uber & Co. unterwandern systematisch geltendes Recht. Laut WDR-Lokalzeit hatte jeder vierte kontrollierte Wagen einen Verstoß – ein Wert, der für jede andere Branche einem Großskandal gleichkäme.
„Die Reportage der Lokalzeit im WDR dokumentiert schonungslos: Das Mietwagensystem, wie es Plattformen nutzen, ist außer Kontrolle geraten. Ein Sumpf von Rechtsverstößen.
Die Kölner Beamten stellten fest:
- Rückkehrpflicht? Systematisch gebrochen. Fahrer kreisen stundenlang illegal in Köln, oft aus anderen Städten angereist.
- Arbeitsrecht? Ausgehebelt. Uber-Fahrer offiziell als Minijobber geführt, tatsächlich mit bis zu 250 Stunden Einsatz pro Monat.
- Sozialabgaben? Mutmaßlich hinterzogen. Der Zoll bestätigt einen „dringenden Verdacht“ auf massenhaften Sozialbetrug.
- Sicherheit? Vernachlässigt. Fehlende Ordnungsnummern, mangelhafte Ausrüstung – ein Risiko für jeden Fahrgast.
Diese Praxis ist kein Versehen, kein Einzelfall, kein Ausrutscher – es ist ein Geschäftsmodell.
Bundesweite Recherchen: Uber-Verstöße sind die Regel, nicht die Ausnahme.
Dasselbe Bild zeigt sich überall im Land:
- In Frankfurt am Main wurden 464 illegale Dienste aufgedeckt. Jeder fünfte Uber-Wagen fuhr ohne gültige Konzession – ein unfassbares Ausmaß organisierter Missachtung gesetzlicher Vorgaben.
- Laut ‚Report Mainz’ agieren zahlreiche Uber-Partnerunternehmen mit Lohndumping, Scheinselbstständigkeit, arbeitsrechtlichen Verstößen und Abgabenbetrug als struktureller Normalität.
- In einem ‚rbb24’-Bericht sprach der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Tino Schopf, von ‚mafiösen Strukturen und organisierter Schwarzarbeit’. Neben rund 4.500 offiziell gemeldeten Fahrzeugen würden auch 2.000 unkonzessionierte Fahrzeuge in Berlin vermittelt.
Diese Enthüllungen ergeben ein klares Bild: Uber und seine Partnermodelle erzeugen flächendeckend eine Parallelwelt, in der Gesetzmäßigkeit zur Ausnahme geworden ist.“

TMV-Präsident Thomas Kroker sagte dazu wörtlich: „Der Staat verliert die Kontrolle – und Uber nutzt das aus. Wo sind die massiven Geldbußen, die Betriebsuntersagungen und die politischen Konsequenzen? Wenn eine Branche selbst nach jahrelanger Berichterstattung weiterhin derart offen Gesetze bricht, dann liegt das nicht an ‚Einzelfällen’, sondern an jahrelangem politischem Versagen.“
Die Forderungen des TMV lauten deutlicher denn je:
- Digitale Echtzeitübermittlung der App-Fahrtdaten als verpflichtender Standard für Ordnungs- und Finanzämter sowie der Politik.
- Betriebsverbote für Wiederholungstäter. Ein Unternehmen, das wiederholt gegen Rückkehrpflicht, Lizenzrecht und Sozialrecht verstößt, darf nicht weiter am Markt teilnehmen.
- Gleichbehandlung im Wettbewerb. Wer sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben hält, darf nicht weiter offene Gesetze als Wettbewerbsvorteil missbrauchen.
„Daher lautet unsere Botschaft an Politik und Behörden: Wer jetzt noch wegschaut, macht sich mitschuldig. Der legale Personenverkehr wird verdrängt, Fahrer werden ausgebeutet, der Staat verliert Steuern und Sozialbeiträge – und Fahrgäste fahren mit Unternehmen, die geltendes Recht als unverbindliche Empfehlung betrachten. Es braucht keine weiteren Medienberichte mehr. Es braucht Konsequenzen jetzt“, so Kroker.
Hinweis der Redaktion: Die Sendung „Lokalzeit aus Köln“ mit dem Beitrag über die Kontrollen kann hier nachgesehen werden. Diese Meldung wurde weitgehend unverändert einer Pressemeldung des TMV entnommen.
Beitragsbild: Screenshot aus dem WDR-Beitrag (ARD)






haut diese App einfach aus der Personenbeförderung raus und gut ist es. anders geht es nicht
Die im Januar 2026 in Köln festgestellten massiven Verstöße bei über Uber vermittelten Mietwagen zeigen: Das ist ein Systemproblem. Wer glaubt, dass es in Berlin und Brandenburg anders läuft, ignoriert die Realität – ohne Plattformhaftung bleibt jede Kontrolle wirkungslos.
War von der Grundidee als Uber-Fahrgast in SFO 05/2015 überzeugt und verwundert über den Widerstand der Mitbewerber. Mein Uber-Partner-MU- Start in 12/2016 war mit 20% Kommission sehr verheißungsvoll und steht nun bei 30 % K. und dem Druck nur defizitäre Uber X-, -XL, -Priority, wenn ich mich mit meiner Flotte nicht exklusiv an Uber binde.
Liebe Kollegen-Mitbewerber rechnet doch mal nach, es stimmt schon: Uber ist ein menschenverachtendes Unternehmen und die neuen Investoren möchten endlich mal satte Gewinne einstreichen.
Sind Sie denn (noch) Uber-‚Partner‘? Oder nicht schon längst Pleite?
Sie schreiben von 30%Provision, vom Bruttofahrpreis gehen 19%MwSt weg – was bleibt sind 5,40€ von 10€ Umsatz.
Damit sind zu bezahlen:
Fahrerlohn und Arbeitgeberanteil der Sozialversicherung, Fahrzeugabschreibung, Fahrzeugwartung, Reifen, Treibstoff, Verwaltung, Büro, Sozialräume, Parkplatz…. und dann auch noch Unternehmerlohn!
Wir können davon ausgehen, dass die Kosten von Pseudo/Fake-Taxis nicht sehr unterschiedlich sind. Wir kennen schließlich die Gegebenheiten bei Personenbeförderung. Also wie geht diese Kalkulation auf?
Solange bei Kontrollen wie in Köln keine Handschellen klicken und keine Stahltür ins Zellenschloß fällt, wird sich nichts ändern.
Letztlich wird es aber sowieso nichts nützen, den kleinen Fischen auf die Finger zu klopfen.
Denn die Antreiber dieser unsäglichen Situation bleiben ‚out of reach‘.