Mitte März haben wir über die Insolvenz der Braunschweiger Taxenzentrale GmbH & Co. KG berichtet. Ein ausführlicher Artikel der Braunschweiger Zeitung beleuchtet jetzt die Hintergründe – und warum es in der jetzigen Form nicht weitergehen kann.
Dieser Beitrag wurde am 13.4.26 aktualisiert (siehe unten)
Wenn nichts mehr bleibt außer Aufbruchstimmung und zwei einprägsamen Telefonnummern, dann ist ein kompletter Neubeginn unausweichlich. Mit diesen Worten wird die aktuelle Situation der Braunschweiger Taxenzentrale GmbH & Co. KG in der Braunschweiger Zeitung beschrieben.
Wenn man den Ausführungen der Tageszeitung Glauben schenken darf, dann stehen die Mitgesellschafter derzeit sprichwörtlich gesehen mit runter gelassenen Hosen da. Alle Geldmittel sind ausgeschöpft und nachdem der Geschäftsführer, der über dreißig Jahre lang die Geschäfte geführt hatte, den Betrieb im Januar verlassen hatte, ist die Braunschweiger Taxenzentrale de facto handlungsunfähig.
Vorangegangen war unter anderem, dass beim Jahresabschluss 2024, der im Dezember 2025 stattfand, der Jahresabschluss mit sogenannten „Fortführungswerten“ aufgestellt wurde. Was zeigt, dass die Geschäftsführung eine Fortführung des Betriebs als realistisch angesehen hatte. Ansonsten wäre eine Insolvenz, so die Braunschweiger Zeitung, unausweichlich gewesen.
Im Januar wurde dann der Geschäftsführer Jürgen Hartmann bei der Gesellschafterversammlung nicht entlastet, was er mit einer fristlosen Kündigung quittierte. Im nächsten Schritt ließ er sich auch sofort aus dem Handelsregister austragen. Geblieben sind jetzt, laut der Braunschweiger Zeitung, nur negatives Eigenkapital, extrem niedrige Liquidität, hohe Schulden, erhebliche Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern und ein belastetes Firmengelände.
Nach Lösungen suchen jetzt nicht nur die 25 Taxibetriebe, die bislang von der Zentrale vermittelt wurden, sondern auch der Insolvenzverwalter, der ein eindeutiges Urteil bereits gefällt hat. Tobias Hartwig von der Kanzlei Schultze & Braun sieht keine Chance, das Unternehmen zu retten, da sich der Betrieb nicht mehr rechne.
Als Grund gibt er übrigens nicht nur den Wettbewerb durch eine größere Zentrale an, sondern auch die Konkurrenz durch Uber, welche das Taxi massiv unter Druck setze. Aber auch die Tatsache, dass die Zentrale ohne Geschäftsführer nicht handlungsfähig ist, schränkt die Optionen deutlich ein. Als Insolvenzvertreter, so Hartwig, sei er nicht „für die Fortführung eines Geschäftsbetriebs bestellt“, seine Aufgabe sei es Betriebsvermögen vor dem Gläubigerzugriff zu schützen.
Und auch die Braunschweiger Staatsanwaltschaft hat sich zu Wort gemeldet. Wie die Braunschweiger Zeitung erfahren hat, ist bereits ein Ermittlungsverfahren wegen des Tatverdachts der Insolvenzverschleppung im Zusammenhang mit der Braunschweiger Taxenzentrale GmbH & Co. KG in Gang gesetzt worden. sg
Aktualisierung am 11.4.26: Jürgen Hartmann war neben seiner Funktion als Geschäftsführer der Braunschweiger Taxizentrale auch Bezirks- und Fachgruppenvorsitzender der Bezirksgruppe Braunschweig innerhalb des Landesverbands GVN. Da nach dem Ausscheiden aus der Braunschweiger Taxizentrale die satzungsgemäßen Vorgaben für ein Ehrenamt auf Bezirksebene innerhalb des GVN nicht mehr gegeben sind, muss die Position neu besetzt werden. „Für die Fachvereinigung Taxi und Mietwagen werden wir zeitnah zu einer Versammlung einladen, heißt es dazu seitens des GVN.
Beitragsfoto: Symbolbild Insolvenz Quelle: pixabay







