Es erinnert an UberX: Mit der App des Unterkunft-Vermittlers Airbnb lassen sich jetzt in vielen Städten auch Fahrten vom Bahnhof zum Ferienzimmer buchen – offenbar auch in Privat-Autos. Das ist nicht immer billiger als mit Bus, Bahn oder Taxi.
Die kalifornische Firma Airbnb, bekannt als Vermittler von – ursprünglich nicht gewerblichen – Unterkünften (Zimmern, Appartments und Häusern), hat ein neues Geschäftsmodell entdeckt und organisiert die Beförderung von Kunden zur gebuchten Unterkunft direkt über ihre App. Dabei wird anscheinend nicht ausschließlich auf konzessionierte Mietwagen gesetzt, sondern mindestens zum Teil auf private Fahrer mit ihren eigenen Autos, und das auch in deutschen Großstädten.
Dies geschieht nicht in Zusammenarbeit mit dem Taxigewerbe oder örtlichen ÖPNV-Betrieben (die in der Regel problemlos in der Lage wären, als Partner zu fungieren), sondern mit dem in Griechenland gegründeten, weltweit aktiven Uber-Konkurrenten Welcome Pickups, einem Unternehmen mit stärkerem Fokus auf vorbestellte Fahrten für Reisende. Der Service ist mittlerweile in über 125 Städten in Asien, Europa und Amerika verfügbar, darunter Berlin, Hamburg, München, Frankfurt am Main, Stuttgart und Wien.
Sobald eine Airbnb-Unterkunft in einer teilnehmenden Stadt gebucht ist, kann direkt über die App eine Fahrt zwischen Flughafen, Bahnhof oder einem anderen Ankunftsort und der gebuchten Unterkunft organisiert werden. Auch die umgekehrte Richtung ist möglich: Am Ende ihrer Reise werden die Kunden abgeholt und zum Flughafen oder einem anderen Verkehrsknotenpunkt gebracht. Alles wird in ein und derselben Airbnb-App organisiert.
Laut Airbnb besteht eine hohe Nachfrage nach dieser Dienstleistung. In einem früheren Test in Europa und Asien sei der Dienst „tausendfach“ gebucht worden und habe nahezu perfekte Bewertungen erhalten.
Dennoch ist es ratsam, das Angebot genauer unter die Lupe zu nehmen und mit den Preisen für öffentliche Verkehrsmittel einschließlich Taxis zu vergleichen.
Airbnb gehört wie Uber zur Plattformökonomie, gilt aber als profitabler und strukturell stabiler. Der Firmenname Airbnb ist eine Abkürzung für „Airbed and Breakfast“ (Luftmatratze und Frühstück). Das Geschäftsmodell ähnelt dem von Uber X, da die Firma keine eigenen Unterkünfte besitzt, sondern Kunden überwiegend mit privaten Anbietern zusammengebracht wurden und werden. Auch Airbnb ist umstritten, da das Geschäft aufgrund der massenhaften Zweckentfremdung von urbanen Wohnraum zu einer starken Wettbewerbsverzerrung auf dem Wohnungsmarkt und zum Anstieg von Mieten führt. wf/ar

Beitragsbild: Airbnb







