Ein großer Autohändler möchte mit einem chinesischen Taximodell die Unternehmer aus dem Großraum München zu einem Markenwechsel inspirieren. Er hatte dazu im Mai zu einem Taxi-Event eingeladen.
Es war ein Abend voller Überraschungen für die knapp 20 Taxiunternehmer aus dem Raum München, die der Einladung des Autohaus Grill zu einem Taxiabend nach Ebersberg östlich von München gefolgt waren. Überraschung eins: Das Mercedes-Logo, das am Autohaus die Hauptmarke des Händlers verrät, sollte an diesem Abend keinerlei Rolle spielen. Im Mittelpunkt stand stattdessen der G6 von der chinesischen Marke Xpeng (ausgesprochen „Schaopeng). Das sei anders als Mercedes kein klassischer Fahrzeughersteller, sondern ein Tec-Unternehmen, das Autos baut“, verriet Markus Bauer vom Autohaus Grill während einer kurzen Ansprache, in der er das Fahrzeug vorstellte, das in Hellelfenbein und mit Taxischild neben ihm stand – zum Taxi umgerüstet von Ersan Taysi, Geschäftsführer der Firma Adler, einer „Ikone des Taxiumbaus“, wie Bauer dem ebenfalls anwesenden Ersan Taysi schmeichelte.

Xpeng baut ausschließlich rein elektrische Fahrzeuge mit Reichweiten von 500 Kilometern und einem umfangreichen Basispaket. Darin sind beim G6 unter anderem ein Panoramadach und Sitze mit Echt-Nappaleder enthalten. Diese sind vorne vollelektrisch verstellbar, klimatisiert und verfügen über eine Massagefunktion. „Die einzig möglich bestellbaren Extras wären eine Anhängerkupplung und die Sonderfarbe Schwarz Metallic, was bei Taxis natürlich keinen Sinn macht, sehr wohl aber bei jenen, die einen Xpeng G6 als Mietwagen einsetzen möchten“ präzisierte Bauer.

Auch ein solches Modell stand – neben den beiden frisch von Herrn Taysi und seinem Team umgerüsteten Taxis – an jenem Abend für Probefahrten bereit. Ein Angebot, das auch gerne angenommen wurde. Wenig später drehten diverse Taxiunternehmer ihre Runden durch den Ebersberger Forst und waren von dem Durchzug und Komfort sehr angetan.

Emanuel Vatsakis, Münchner Einzelunternehmer, lobte vor allen Dingen die Haptik von allen im Innenraum verbauten Materialien. „Obwohl es ein kompaktes Auto ist, hat es hinten viel Platz“, zeigte sich der Unternehmer beeindruckt. „Mit diesem Preis-Leistungs-Verhältnis und dem Garantieversprechen ist der G6 eine Überlegung wert.“
Der hier angesprochene Preis war die zweite Überraschung dieses Abends: 47.600 € brutto, 40.000 € netto. Dazu gewährt das Autohaus Grill in Absprache mit dem Hersteller einen einheitlichen Nachlass von 20 Prozent – egal, ob für einen Einzelunternehmer wie Vatsakis oder für die Mehrwagenunternehmerin Sarab Khalid, die gemeinsam mit anderen Konzessionsinhabern im Münchner Stadtzentrum einen großen Taxibetrieb managt und mit Ihrem Vater zum Taxiabend gekommen war.

Somit kostet ein Xpeng G6 netto 32.000 Euro zzgl. Überführung und einer Garantie über 36 Monate bzw. 300.000 Kilometer. Die Taxiumrüstung erfolgt gesondert im so genannten Zweirechnungsgeschäft über die Firma Adler. Eine Finanzierung ist mit einem effektiven Jahreszins von 4,49 bis 4,99 Prozent möglich. Das Wartungsintervall ist alle 25.000 Kilometer definiert. „Da wir aber beim Service kein Motoröl, keinen Filter und keine Zündkerzen wechseln müssen, dürfte die Inspektion bei uns nicht länger als eine Stunde dauern“, prognostiziert Markus Bauer.
Noch schneller geht übrigens der Ladevorgang. In der Spitze und bei geeigneter Ladesäule sollen bis zu 435 kW Ladestrom einfließen können. „Das Auto ist ein Ladeweltmeister“, schwärmt Bauer und fügt bewusst flapsig hinzu: „Mit einer entsprechenden Ladesäule knallen sie 400 Kilometer in 10-12 Minuten auf das Auto“. Damit müsse man auch bei Fernfahrten keine Reichweitenangst haben.
Am liebsten hätte Bauer gleich nach den Probefahrten die ersten Kaufverträge gemacht und manch einer der anwesenden Taxiunternehmer hat auch tatsächlich kurz überlegt. Doch ein Taxikauf – verbunden mit einem Markenwechsel – ist nichts, was man spontan entscheidet. Ein Premieren-Kunde wäre sowieso keiner der anwesenden Gäste geworden, denn das allererste Xpeng G6-Taxi war zu diesem Zeitpunkt bereits verkauft. Es wurde wenige Tage nach dem Event vom E-Taxi-Pionier und Inhaber des Taxibetriebs Drechsler in Fürstenfeldbruck übernommen.

Positiv erschwerend für eine schnelle Kaufentscheidung kam an diesem Abend hinzu, dass der G6 nicht das einzige Taxi von Xpeng ist. Womit wir bei der dritten Überraschung des Abends wären. Bauer und Taysi verkündeten, dass es auch für den Xpeng G9 ein Taxipaket geben wird. „Das Autohaus Grill wird dann der erste Händler sein, der den G9 als Taxi anbieten kann,“ freute sich Markus Bauer – und lud daraufhin seine Gäste an das Buffet. jh
Alle Fotos dieser Meldung inkl. Beitragsfoto: Taxi Times







