Eine Taxiumrüstung besteht aus vielen verschiedenen Schritten, manche sind vorgeschrieben, andere wiederum nicht. Die Taxi Times Redaktion hatte die Gelegenheit und konnte zwei von unterschiedlichen Umrüstern umgebaute Xpeng G6 unter die Lupe nehmen.
Die chinesische Marke Xpeng ist – zumindest unter den Taxlern – noch eher unbekannt. Das liegt daran, dass es für dieses Modell bisher noch keine Taxiumrüstung gab. Dann aber beauftragten zwei Autohäuser getrennt voneinander zwei Umrüstspezialisten mit der Entwicklung eines Taxipakets. Das Autohaus Süverkrup aus Kiel übertrug die Aufgabe an die Intax GmbH in Oldenburg, das Autohaus Grill in Ebersberg bei München ließ ein Taxipaket von der Firma Adler Taxameter & Funktechnik GmbH entwickeln. Das Unternehmen sitzt in Langenpreising nahe des Münchner Flughafens und ist bekannt als werkseitiger Umrüster aller Volvo-Modelle. Auf Intax vertrauen seit gut 30 Jahren nahezu alle Importeure.
Die Gemeinsamkeiten des Taxipakets sind schnell erzählt: Beide Unternehmen bieten eine optionale Folierung in Hellelfenbein an und erfüllen auch auf der technischen Seite das, was eine gute Umrüstung ausmacht: Alles funktioniert einwandfrei. Die deutlichsten Unterschiede liegen demnach nicht unbedingt in der Funktion, sondern in der Anordnung der verschiedenen Elemente wie Schalter, Taxameter oder Sicherungskasten.

Letzterer wird beispielsweise von der Firma Adler unter einer Abdeckung an der A-Säule auf der rechten Seite des Armaturenbretts verbaut. Bei Intax hat man einen anderen Weg gewählt. Die Oldenburger haben den erforderlichen zusätzlichen Sicherungskasten unter der vorderen Haube verbaut. Dort befindet sich serienmäßig eine vollflächige Abdeckung, auf der auch der Not-Aus-Schalter montiert ist. Unter der Abdeckung ist auch die Batterie für die 12-Volt -Bordspannung zu finden. Beim Umbau ist der Alarm-Aus-Taster ein wenig subtiler verbaut. Wir zeigen ihn an dieser Stelle bewusst und aus Sicherheitsgründen nicht. Ein pflichtbewusster Taxiunternehmer unterrichtet sein Fahrpersonal darüber bei der Fahrzeugeinweisung.
Der Stille Alarm, eine Zusatzfunktion der Alarmanlage, ist bei dem bayerischen Umbau optional möglich. Wie Ersan Taysi, Geschäftsführer der Firma Adler Taxameter & Funktechnik GmbH erzählt, verzichten seine Kunden immer häufiger und ganz bewusst auf dieses Extra, da durch Fehlalarm verursachte Einsätze bereits häufiger von der Polizei in Rechnung gestellt wurden.

Bei Intax ist der Stille Alarm immer inklusive, genau wie das SOS-Blinken bei Scheinwerfern und Dachzeichen. Einen Spiegeltaxameter bieten bislang beide Umrüster nicht an, was vermutlich mit dem digitalen Rückspiegel und der damit verbundenen Kabelführung zusammenhängt, mit dem der G6 ab einem gewissen Ausstattungsniveau serienmäßig ausgestattet ist. Beide Umrüster positionieren den Taxameter deshalb unter dem Dachhimmel. Gut sichtbar für die Fahrgäste auf der Rücksitzbank, für die Mitfahrer in der ersten Sitzreihe, inklusive des Fahrers, ist das Display nur einsehbar, wenn er bewusst hinschaut – was man spätestens am Fahrziel macht.

Manchmal gibt eben der Wagen vor, wo man die Zusatzgeräte verbauen muss. Letztlich hat man aber auch den Ansporn, das Taxipaket ohne große Änderungen am Fahrzeug unterzubringen, um im Anschluss an das Taxileben den Wagen möglichst ohne Spuren zurück zu rüsten. Welchen Weg man als Kunde bevorzugt, ist und bleibt individuell. Intax ruft beim G6 Taxipaket ohne Folierung 1.550 Euro auf. Bei Adler sind es 1.490 Euro. Bei einem Fahrzeugkauf bei Süverkrüp genau wie bei Auto Grill erfolgt die Taxiumrüstung im klassischen Zweirechnungsgeschäft. sg
Beitragsfoto: Von Außen sieht man keinen Unterschied. 2 mal Xpeng G6 Taxi. Foto: KI generiert








