Vor 30 Jahren eröffnete Jörg Hatscher in Oldenburg sein Start-Up „Intax – innovative Lösungen für Taxi und Mietwagen“ und startete mit der Foliocar-Serienfertigung von Taxis für verschiedene Automarken wie Mazda, Toyota und viele andere durch. Jetzt, 30 Jahre später, feierte sein Nachfolger Marco Kimme mit Sohn Jonas Kimme und dem ganzen Team nicht nur eine große Jubiläumsparty, er konnte dabei auch zeigen, dass Intax sich nach wie vor der ständigen Innovation im Namensbild Intax verpflichtet fühlt.
Die Intax-Erfolgstory ist vielen taxinahen Menschen sicherlich gut bekannt. Weit weniger bekannt dürfte allerdings auch vielen Gewerbe-Insidern sein, dass Intax nicht nur als Taxi-Fertigungspartner vieler Fahrzeughersteller agiert, sondern auch auf weiteren Geschäftsfeldern aktiv ist. Der Bau von Fahrschulfahrzeugen, die Umrüstung zu Sonderfahrzeugen für Rettungsdienste, Feuerwehr, Polizei oder auch die Bundeswehr stellt ein weiteres wichtiges Standbein der Niedersachsen da, genauso wie die Erfüllung fast jedes Farbgebungswunsches für Renn- und anderer Fahrzeuge aus dem Hochpreissegment.

Im Rahmen des 30sten Jubiläum stellten der neue Intax-Boss Marco Kimme gemeinsam mit seinem Sohn Jonas Kimme ihr Unternehmen nun nicht nur vor, sie hatten ihrer Feier mit dem Motto Intax Move – Zukunft umrüsten auch gleichzeitig eine klare Vision für die Unternehmenszukunft verpasst und konnte diese im Rahmen der Veranstaltung auch intensiv mit Leben füllen. Neben drei interessanten Vorträgen von Menschen, die sich wohl genauso von der Freude an Innovationen getrieben fühlen wie Vater und Sohn Kimme stellten auch die beiden selbst spannende neue Entwicklungen für ihr Unternehmen vor.

Als Kooperationspartner von Synpli präsentierte Jonas Kimme den Gästen ein Fahrschulkonzept für die Zukunft. Das vorgestellte Gesamtkonzept beinhaltet dabei nicht nur den vielleicht noch erwartbaren virtuellen Fahrsimulator. Wirklich spannend stellt sich die Ausstattung der Fahrschulfahrzeuge mit einer umfassenden Kameratechnik dar, welche es ermöglicht, dass kritische Situationen aus dem praktischen Unterricht im Nachhinein noch einmal von Fahrlehrer und -schüler im Detail diskutiert werden können. Hier geht man sogar soweit, dass die gesamte Fahrstunde inklusive den Fahrlehrerkommentaren zur Verfügung steht und die Lernenden auch selber nachschauen können, wo für sie eventuell etwas unklar geblieben ist. Natürlich wird neben weiteren fahrschulorientierten Tools parallel auch ein zeitgemäßer digitaler Theorieunterricht offeriert, der das klassische Bolemielernen obsolet macht.

Aus Gewerbesicht vielleicht noch spektakulärer war der Vortrag von Marco Kimme selber. Kimme berichtete über eine neue Folie namens CYS. Im Gegensatzsatz zur herkömmlichen PVC-basierten Folie kann die TPU-Folie zum einen technisch erheblich mehr. Das neue Produkt ist qualitativ hochwertiger und langlebiger und weitaus unempfindlicher gegenüber dem UV-Licht der alltäglichen Sonneneinstrahlung. Diese Eigenschaft ist beispielsweise besonders wichtig für die in Oliv folierten Fahrzeuge der Bundeswehr, die dann vielleicht über längere Zeiträume der südlichen Sonne ausgesetzt werden. Darüber hinaus erstrahlt die neue Folie in erheblich intensiverem tiefem Glanz.

Die neue Folie, die in matt und glänzend in vielen sehr attraktiven Farbgebungen zu haben ist, wurde von einem chinesischen Partner entwickelt und wird nun europaweit von den Oldenburgern vertrieben. Die Geschichte dieses neuen Folienproduktes hat der gelernte Grafikdesigner Kimme in einer KI-animierten CYS-Gründerstory aufbereitet, die nicht nur von technikaffinen Menschen mit Freude geschaut wird und die bei Youtube unter folgendem Link zu finden ist.
TPU ist sogar selbstheilend – zwar nicht bei Rissen oder Löchern in der Folie, sehr wohl aber bei Kratzern oder Schrammen, wo die Folie diese Schäden wieder zerfließen kann. Auch die Entfolierung der Fahrzeuge gestaltet sich bei den TPU-Folien selbst nach Jahren erheblich einfacher als bei der klassischen Fahrzeugfolie. Bei der Verarbeitung des neuen Produkts geht Intax ebenfalls einen neuen Weg. Mit zwei Videos, die auf der Intax-Präsenz im Internet zu finden sind, unterstützt Marco Kimme Betriebe, die die neuen Folien aufbringen wollen mit vielen kleinen Tipps und Details.
Da TPU in seinen Materialeigenschaften eben doch ein ganz anderes Produkt als die herkömmlichen PVC-Folien darstellt, welche ursprünglich übrigens gar nicht für den Einsatz auf Fahrzeugen entwickelt wurden, erfordert die Verarbeitung auch einige andere Techniken, ohne deren Kenntnis Neunutzer wohl scheitern werden. Damit sind die Zeiten, in denen eine professionelle Fahrzeugfolierung eine Geheimwissenschaft darstellte, endgültig vorbei.
Man darf gespannt sein, welche optischen Genüsse Intax mit der neuen Folie auf der Kölner Taximesse Anfang November der Branche präsentieren wird. Und dort werden dann sicherlich auch weitere Ausstattungselemente für das Taxi zu sehen sein, die auch im Rahmen des Jubiläums vorgestellt wurden.

Passend zu den Intax-Innovationen waren auch drei weitere Vorträge ausgewählt. Zunächst stellte sich das Startup Isoforge vor. Kevin Körte, Fabian Lammers und Timo Martens haben 3D-gedruckte Elektromotoren zum Ziel. Das Startup entwickelt automatisierte Produktionssysteme, in denen KI den Druckprozess in Echtzeit optimiert und hundert Druckeinheiten gemeinsam arbeiten. Dadurch könnte die Produktion in Zukunft deutlich flexibler, effizienter und unabhängiger gedacht werden. Hierfür suchen die Gründer aktuell noch Investoren, denn sie sind von der Erfolgschance ihrer Produktidee überzeugt.

Eine Menge Schritte weiter ist Moritz Brandes vom Fraunhofer Institut mit dem Hearing Car. Der Wissenschaftler will mit seinem Team die Lücke schließen, die sich dadurch ergibt, dass für halb oder auch ganz autonome Fahrzeuge bisher regelmäßig nur optische Systeme installiert wurden und akustische Quellen ungenutzt blieben. Wie aber soll ein autonomes Fahrzeug mit Augen, aber ohne Ohren beispielsweise ein Martinshorn wahrnehmen oder auch andere akustische Hinweise nutzen können? Das Institut kooperiert hier unter anderem mit BMW und seine Produkte werden alsbald sicherlich in den verschiedensten Fahrzeugen zu finden sein.
Weit populärer als die streng wissenschaftliche Entwicklung beim Hearing Car ist der geplante Selbstversuch des bekannten Elektrotruckers Tobias Wagner. Nachdem er als Trucker für die ostfriesische Spedition Nanno Janssen mit deren E-LKWs schon weit in Europa herumgekommen ist, plant er nun eine Tour „in 80 Ladesäulen um die Welt“ mit einem funkelnagelneuen vollelektrischen Mercedes Actros.

Wagner schilderte einerseits, wie einfach es inzwischen mit einem Elektrotruck auch in den hintersten Winkeln Europas ist – außer in England, welches er vorsichtshalber geladen betreten und ungeladen wieder verlassen hat. Andererseits beschrieb er auch die Freude vollbeladen mit 90 km/h die Kasseler Berge raufzudüsen und die Kollegen reihenweise stehen zu lassen. Er ist überzeugt, dass E-Mobilität gerade im Fernverkehr seine Zukunft haben wird. Sein neues Mobil wurde natürlich bei Intax foliert. Wer Wagners Tour folgen will, kann dies auf dessen Youtube Kanal tun: https://www.youtube.com/@elektrotrucker.
Wie es sich gehört, gab es neben den Vorträgen und Führungen durch die Intax-Fertigungshallen in Oldenburg auch genügend Futter für Leib und Seele inklusive Livemusik. Eine Bilderstrecke zu der gelungenen Veranstaltung findest sich hier im Anschluss (und wer ganz genau hingeschaut hat konnte übrigens auch den Xpeng P7+ in einer der Intax-Hallen entdecken, der dort als Taxi-Entwicklungsprojekt auf sein neues Outfit wartete). rw
Alle Fotos: Remmer Witte und Intax














