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Über die bunte Vielfalt des Taxifahrerberufs

von Jürgen Hartmann
30. Juni 2026
Lesedauer ca. 3 Minuten.
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Über die bunte Vielfalt des Taxifahrerberufs
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Wer in einer Großstadt wie Hamburg als Taxifahrer arbeitet, muss ein Alleskönner sein. Ein Portrait eines digitalen Stadtportals liefert ein wunderbares Beispiel, warum Taxi so wertvoll ist.

FINK.HAMBURG ist ein digitales Stadtmagazin, das von Studierenden der HAW Hamburg produziert wird. Das Magazin ist Teil des Masterstudiengangs Digitale Kommunikation. Die Studierenden veröffentlichen journalistische Beiträge über das Stadtgeschehen in Hamburg. Natürlich gehört auch das Taxi zum Stadtgeschehen, daher ist es folgerichtig, dass Fink kürzlich einen selbstfahrenden Hamburger Taxiunternehmer während seiner Taxischicht begleitet hat.

Portraitiert wird auf diese Art der Hamburger Taxiunternehmer Daniel Lebastchi. Der 30-Jährige Jungunternehmer fährt seit sechs Jahren, den Taxibetrieb führt er gemeinsam mit seiner Mutter. Der um nur wenige Jahre jüngere Autor Jelko Wronski, der ansonsten gerne Kurzgeschichten über Aliens schreibt, taucht bei seiner Geschichte in die durch und durch irdische Mixtur eines abwechslungsreichen Berufes ein und findet mit Daniel Lebastchis einen Vertreter seiner Zunft, der die vielfältigen Herausforderungen so nimmt, wie sie ihm in sein Auto steigen. Er kommt mit den alkoholgetränkten und daher nicht immer einfachen Reeperbahn-Gästen klar. Er versteht es, den Blick diskret nach vorne zu richten, wenn sich ein Reeperbahn-Pärchen, beseelt von eben jenem Alkohol, innigst auf seiner Rückbank vergnügt. Er bleibt ruhig, wenn der bullige Beifahrer den Chef raushängen lassen will – wohl wissend, dass dadurch auch diese paar Minuten konfliktfrei über die Bühne gehen.

Jener Fahrgast, so beschreibt es die Reportage, ist das Gegenteil der Fahrt, die Daniel Lebastchis kurz vorher durchgeführt hat. Da ist ihm eine Rentnerin eingestiegen, mit der er sich wunderbar über Beautyprodukte und das Taxigewerbe unterhalten hat. Die Dame hatte sich das Taxi gegönnt, um sicher zuhause anzukommen.

Kommunikation mit den Fahrgästen ist das A&O für einen erfolgreichen Taxifahrer. Lebastchi definiert sich selbst als eine Mischung aus Therapeut und Beichtvater. „Uns macht aus, dass wir helfen.” Dazu gehöre auch, eine ältere Dame aus dem dritten Stock abzuholen oder einen Rollator zu tragen.

Er verhehlt aber auch nicht, dass sein Beruf manchmal auch an seine Grenzen stößt, wenn beispielsweise eine stark blutende Frau von ihm ins Krankenhaus gefahren wird und er selbst dann plötzlich als Verdächtiger für deren Verletzungen gilt. Doch solche negativen Erlebnisse würden nur einen ganz geringen Teil der Fahrten ausmachen.

Nicht nur aufgrund dieser Authentizität schafft es der Beitrag, gegenüber einem jungen Publikum (Fink wird hauptsächlich von Studierenden gelesen) die Taxibranche positiv darzustellen. Auch die Hamburger Taxizentrale Hansafunk schneidet gut ab, weil sich Lebastchi uneingeschränkt zu seiner Vermittlungszentrale bekennt: „Die Hansakunden sind extrem treue Kunden, die teilweise seit Jahrzehnten mit uns fahren. Sie sind auch sehr angenehme Fahrgäste”, wird er bei Fink zitiert. Zentrale und angeschlossener Teilnehmer profitieren voneinander und helfen sich gegenseitig. Ein Panikknopf stellt eine direkte Verbindung zur Taxizentrale her.

Auch auf die Hamburger Taxibranche ganz allgemein richtet der Autor einen Blick. Er beschreibt den einfachen Berufszugang und lässt mit Jan Grupe auch einen Hamburger Taxifunktionär zu Wort kommen, der die gute Zusammenarbeit seiner Branche mit der Stadt lobt und auf die ungleichen Wettbewerbsbedingungen mit den Plattformvermittlern hinweist. Lebastchi kompensiert das mit 70-Stunden-Wochen, über die er nicht jammert, wenngleich er so lange Arbeitszeiten als „ein bisschen übertrieben“ definiert.

Einen Vorschlag, um das Taxi noch wertvoller zu machen, hat er dann am Ende des Beitrags auch noch: Die Stadt könnte wenig befahrene Buslinien nachts durch Taxis ersetzen. Fahrgäste mit einem gültigen HVV-Ticket könnten diese nutzen. So könne die Stadt Leerfahrten vorbeugen und den Busverkehr entlasten – und das Taxi würde auch weiterhin einen Mehrwert liefern. Jh

Hinweis der Redaktion: Der hier beschriebene Fink-Beitrag kann über diesen Link nachgelesen werden.

Beitragsfoto: KI-generierte Montage: Ein Hamburger Taxifahrer, der überall gleichzeitig zu sein scheint und sich dabei auf vielfältige Arten von Fahrgästen einstellen muss. 

Tags: FinkHansa Funktaxi eGPortrait
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Jürgen Hartmann

Der Verlagskaufmann und ehemalige Taxiunternehmer gründete 2014, als Reaktion auf die Veränderungen innerhalb des Taxigewerbes, den Taxi Times Verlag. Als Herausgeber etablierte er die Taxi Times Print-Magazine und das Onlineportal Taxi-Times.com mit dem Anspruch, ein Sprachrohr für die Taxibranche zu schaffen.

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