Wenn die Unternehmen bei der Krankenbeförderung draufzahlen müssen, dann fehlt einer Zusammenarbeit mit den Krankenkassen die Basis. In mehreren Landkreisen von Nordrhein-Westfalen werden Mitgliedsunternehmen des VdKBf deshalb wichtige Fahrten aussetzen.

Der Protest sei laut Aussage des nordrhein-westfälischen Verbands der Kranken- und Behindertenbeförderung (VdKBf) unausweichlich. Ohne auskömmliche Vergütung seien die von der Krankenkasse übernommenen Fahrten nicht rentabel durchzuführen. Der Verband hat aus diesem Grund seinen 160 angeschlossenen Krankenbeförderungsunternehmen empfohlen, die wirtschaftlich nicht darstellbaren Krankenkassenfahrten einzuschränken oder ganz einzustellen.
An der Aktion beteiligen sich seit gestern Unternehmen aus dem Märkischen Kreis, Ostwestfalen-Lippe, dem Kreis Warendorf und Remscheid. Im Kreis Warendorf haben die lokalen Medien und auch der WDR die Thematik aufgegriffen. “Dadurch, dass unser Betrieb im Kreis Warendorf keine Entlassfahrten mehr durchführt, ist es natürlich wichtig, dass die Versicherten und die Krankenhäuser über die Situation aufgeklärt sind”, so Adrian Blaschke, Geschäftsführer des Ahlener Krankenbeförderungsunternehmes Sanitrans. „Ich habe seit Februar bis jetzt zusätzliche Kraftstoffkosten in Höhe von 20.000 Euro, die mir bislang noch niemand refinanziert hat“, so Blaschke, der sich auch als stellvertretender Vorsitzender im VdKBf NRW engagiert. Bei den Fahrgästen erhofft sich der Unternehmer Verständnis: “Die Fahrten, die wir aussetzen, sind zunächst die Entlassfahrten, die keine medizinischen Betreuung erfordern, aber eine Beförderung im Roll- oder Tragestuhl voraussetzen.”
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Der WDR hat mit einem Sprecher der AOK West Kontakt aufgenommen, welcher kein Verständnis für die Aktion zeigt, sich aber auch nicht zu dem Vorwurf der nicht auskömmlichen Bezahlung äußert. Vielmehr wirft er den Unternehmern vor, ihre Forderungen auf dem Rücken der Versicherten auszutragen und einen Vertragsbruch zu begehen.
Für den VdKBf beißt sich hier die Katze in den Schwanz, hatte man doch mehrfach das Gespräch mit den Kassen gesucht. Und auch das Argument, dass man den Versicherten den schwarzen Peter zuschieben würde, kann der Verband naturgemäß nicht verstehen, schließlich könnten die Fahrten zu den aktuellen Preisen nur rentabel sein, wenn man die Gesetze missachten würde. sg
Beitragsfoto: Symbolbild: Kolonne Krankenfahrten: Foto:chatgpt






