Die Herausforderungen im Taxi- und Mietwagengewerbe sind längst nicht mehr auf einzelne Städte beschränkt. Plattformökonomie, neue Geschäftsmodelle und steigende Anforderungen an die Kontrolle gesetzlicher Vorgaben machen eine enge Zusammenarbeit der Genehmigungsbehörden zunehmend unverzichtbar. Ein aktuelles Beispiel für diesen Schulterschluss liefert die Stadt Frankfurt am Main: Mit einem erstmals durchgeführten interkommunalen Erfahrungsaustausch setzt die Mainmetropole ein deutliches Signal für mehr Kooperation, Transparenz und Rechtsklarheit im Gelegenheitsverkehr.
Am 25. März trafen sich im Frankfurter Servicezentrum „Rund ums Auto“ insgesamt 33 Vertreterinnen und Vertreter aus 19 umliegenden Kommunen sowie dem zuständigen hessischen Ministerium. Ziel des Treffens war es, Erfahrungen zu teilen, Herausforderungen offen zu diskutieren und gemeinsame Lösungsansätze für die Regulierung des Taxi- und Mietwagengewerbes zu entwickeln. Dass dieser Austausch auf großes Interesse stößt, überrascht nicht: Viele Kommunen stehen vor ähnlichen Problemen – von der Kontrolle der Rückkehrpflicht bei Mietwagen bis hin zur Überwachung digital vermittelter Fahrten über Plattformanbieter.
Im Zentrum der Veranstaltung stand ein Thema, das bundesweit Aufmerksamkeit erregen dürfte: das bereits im Juli letzten Jahres geschlossene Memorandum of Understanding (MoU) zwischen der Stadt Frankfurt und den Plattformanbietern Bolt, Freenow (by Lyft) und Uber sowie dem Dienstleister SafeDriver ennoo.
Diese Vereinbarung verfolgt ein klares Ziel: die konsequente Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) durch einen strukturierten und kontinuierlichen Datenaustausch sicherzustellen. Gleichzeitig soll sie mehr Transparenz in einem Markt schaffen, der durch digitale Vermittlungsdienste zunehmend komplexer wird.
Für viele der teilnehmenden Kommunen diente das Frankfurter Modell als konkrete Orientierungshilfe. Die zentrale Frage: Lässt sich ein solches Kooperationsmodell auch auf andere Regionen übertragen?
Wie der Datenaustausch konkret funktioniert, wurde im Rahmen der Veranstaltung praxisnah vorgestellt. Vertreterinnen des Frankfurter Ordnungsamtes erläuterten nicht nur die technischen Abläufe, sondern auch die organisatorischen Prozesse dahinter. Besonders interessant: Der Abgleich großer Datenmengen zwischen Behörden und Plattformen ermöglicht es, Unregelmäßigkeiten schneller zu erkennen und gezielt zu verfolgen. Gleichzeitig wurden Anpassungen im Genehmigungsverfahren und bei der Kontrolle gesetzlicher Vorgaben vorgestellt, die in den vergangenen Monaten umgesetzt wurden.

Ein Schwerpunkt der Diskussion war – wenig überraschend – die Rückkehrpflicht für Mietwagen. Dieses zentrale Element des PBefG sorgt in der Praxis weiterhin für erheblichen Kontrollaufwand und ist häufig Gegenstand von Konflikten.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauschten konkrete Erfahrungen aus, diskutierten typische Problemfälle und stellten bewährte Lösungsansätze vor. Dabei wurde wieder einmal deutlich: Ohne verlässliche Datenbasis und enge Abstimmung zwischen den Behörden lässt sich die Einhaltung der Vorschriften kaum effektiv sicherstellen.
Trotz unterschiedlicher regionaler Rahmenbedingungen herrschte Einigkeit über die grundlegenden Ziele: rechtskonforme Vermittlung von Fahrten, mehr Transparenz im Markt sowie konsequentes Vorgehen gegen nichtgenehmigte Verkehre.
Gerade aus Sicht des Taxigewerbes sind diese Punkte von zentraler Bedeutung, da sie die Grundlage für faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber digitalen Plattformanbietern bilden.
Der Tenor der Veranstaltung war eindeutig: Der interkommunale Austausch bringt echten Mehrwert. Entsprechend soll das Format künftig fortgeführt werden. Für andere Städte und Regionen könnte das Frankfurter Modell zur Blaupause werden.
Für das Taxi- und Mietwagengewerbe zeigt die Entwicklung in Frankfurt eine klare Richtung: Die Zukunft der Regulierung liegt in Kooperation, Datentransparenz und interkommunaler Abstimmung. Werden diese Ansätze konsequent weiterverfolgt, könnten sie nicht nur die Kontrolle erleichtern, sondern auch langfristig zu stabileren und gerechteren Marktstrukturen beitragen. nu
Hinweis der Redaktion: Auch das Taxigewerbe organisiert solche Austauschveranstaltungen. Ende April kommen auf Einladung des Landesverbands Bayerischer Taxi- und Mietwagenunternehmer die Vertreter von Genehmigungsbehörden in München zusammen. Der Bundesverband BVTM plant sogar sein insgesamt drittes Symposium für Genehmigungsbehörden. Termin und Ort kann man hier nachlesen.
Beitragsfoto: Am 25. März trafen sich im Frankfurter Servicezentrum „Rund ums Auto“ insgesamt 33 Vertreterinnen und Vertreter aus 19 umliegenden Kommunen sowie dem zuständigen hessischen Ministerium, Foto: Ordnungsamt Frankfurt am Main








