Man muss sich nicht auf sein Gefühl verlassen, wenn es um den wirtschaftlichen Zustand des Hamburger Taxigewerbes geht. Seit 2017 werden in der Hansestadt Daten der Hamburger Taxis erhoben und ausgewertet. Auch in diesem Jahr zeigen sie einen eindeutigen Trend.
Das Statistikamt Nord hat im Auftrag der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) die wirtschaftliche Lage des Hamburger Taxigewerbes bis einschließlich 2025 ausgewertet. Die Daten werden, unter Zuhilfenahme der in Hamburg vorgeschriebenen Insika-Taxameter, automatisiert erfasst und gesichert. Die Auswertung der Daten zeigt beispielsweise, dass die Anzahl der durchgeführten Taxifahrten 2024 und 2025 insgesamt leicht gestiegen ist, dennoch bleibt es unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie. Während 2024 rund 9,63 Millionen Touren gefahren wurden, waren es 2025 rund 9,97 Millionen. Zum Vergleich: 2019 zählte man etwa 11,31 Millionen Fahrten.
Diese Mehrfahrten wurden nicht durch den Einsatz mehrerer Taxis erreicht. Pro Fahrzeug wurden 2024 im Durchschnitt 3.209 Touren absolviert, 2025 waren es 3.352. Vor der Pandemie (2019) lag dieser Wert noch mit 3.599 Touren deutlich darüber. Auch die Touren pro Schicht blieben unter früheren Werten: 2024 wurden durchschnittlich 10,07 Fahrten je Schicht gezählt, 2025 waren es 10,24. 2017 lag der Wert noch bei knapp zwölf Touren.

Die Zahl der tatsächlich betriebenen Taxis pendelte sich, dank eines Konzessionsstopps nach einem Höchststand von 3.081 Fahrzeugen im November 2024 bis Ende 2025 auf 2.908 Taxis ein. Parallel ging die Zahl der Unternehmen zurück: Zum 1. Juli 2025 waren 1.801 Taxiunternehmen registriert. 2024 konnten noch 1.869 gezählt werden. Der Rückgang der Unternehmen war insbesondere bei den Einwagenunternehmern spürbar.
Die Auslastung der Fahrzeuge erreichte 2024 und 2025 nicht mehr die Werte der Jahre vor 2020. Der Besetztanteil der Arbeitszeit lag 2024 bei 32,47 Prozent, 2025 bei 32,50 Prozent. Vor der Pandemie lag dieser Wert zwischenzeitlich sogar bei 34,3 Prozent (2022). Dieser Trend spiegelt sich auch im Anteil der Besetztkilometer wider. Lag der Besetztanteil 2025 bei 46,50 Prozent, waren es 2019 noch 47,7 Prozent.
Einen messbaren Effekt hatte die Anpassung des Taxitarifs um durchschnittlich 4,8 Prozent zum 1. Februar 2025. Diese Tarifänderung folgte vorgehenden Anpassungen, 2022 (+9,6 Prozent) und 2023 (+12,8 Prozent). Entsprechend stiegen die Umsätze je Fahrt und Stunde. Das spiegelt sich ganz deutlich beim durchschnittlichen Nettoumsatz pro Tour wider. 2024 lag dieser Wert beispielsweise bei 22,38 Euro und 2025 bei 23,42 Euro. 2019 hatte dieser noch 17,55 Euro betragen. Der Nettoumsatz pro Kilometer erhöhte sich von 1,26 Euro (2019) auf 1,48 Euro (2024) und 1,58 Euro (2025).
Auch der Nettoumsatz pro Arbeitsstunde stieg weiter an: von 27,02 Euro im Jahr 2024 auf 28,62 Euro im Jahr 2025. Mehrwagenunternehmen erzielten 2025 mit durchschnittlich 29,22 Euro pro Stunde höhere Werte als Einwagenunternehmen mit 24,58 Euro. Pro Schicht wurden 2024 im Durchschnitt 225,09 Euro netto erwirtschaftet, 2025 waren es 239,37 Euro. Gegenüber 2019 entspricht dies einem Plus von rund 21 Prozent – allerdings infolge der Tarifanpassungen, nicht durch eine höhere Auslastung der Fahrzeuge.
Inzwischen ist es bereits ein Jahr her, dass man in Hamburg Festpreise für Taxifahrten buchen kann. Die Bilanz ist positiv. Rund 1,85 Millionen mal wurde die Möglichkeit genutzt, was knapp 20 Prozent aller Fahrten entspricht. 92,5 Prozent dieser Fahrten sind händisch in die Taxameter eingegeben worden.
Unterm Strich kann man sagen, das sich die wirtschaftliche Lage des Hamburger Taxigewerbes 2024 und 2025, wenn auch nur moderat, erholt hat. Die wirtschaftliche Verbesserung ist jedoch vor allem tarifbedingt, denn die Auslastung und die Zahl der Touren pro Fahrzeug bleiben spürbar unter dem Vor-Pandemie-Niveau. sg
Beitragsfoto: Quelle pixabay






