Gerade im Bereich der Rollstuhlbeförderung hat sich der Heckausschnitt von einer guten zur mittlerweile klassischen Lösung durchgesetzt. Neue Antriebskonzepte lassen jetzt die Umbauer umdenken.
Damit Rollstuhlfahrer, die auf eine Sitzendbeförderung angewiesen sind, auch mit kleineren Fahrzeugen, den sogenannten Hochdachkombis, befördert werden können, war bis auf ein paar Ausnahmen bislang der Heckausschnitt die Lösung für mehr Kopffreiheit und eine größere Durchfahrtshöhe. Diese technisch sehr aufwändige Umrüstung stößt aber mittlerweile an seine Grenzen, denn häufig ist ein Heckausschnitt schlichtweg nicht möglich, entweder weil bei den E-Fahrzeugen der Akku im Fahrzeugboden positioniert ist oder weil bei den Verbrennern häufig die komplexe Abgasreinigung mit AdBlue Tank seinen Platz beansprucht.

Der Berkheimer Umrüstspezialist MobiTEC hat jetzt auf der RehaCare in Düsseldorf eine ganz andere Umbaulösung der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Roofvan ist zunächst für den Renault Kangoo und Nissan Townstar EV gedacht. Sowohl deren elektrische als auch Verbrenner-Varianten können mit dem Hochdach kombiniert werden. Anstatt das Fahrzeug im Kofferraumbereich aufzuschneiden, hat Mobitec das Hochdach für sich entdeckt. Die Innenhöhe liegt nach dem Umbau zwischen 1.520 bis 1.570 Millimetern und der Boden bleibt samt Hochvoltbatterie oder AdBlue-Tank unangetastet. Für die Taxibetriebe heißt das: Die Herstellergarantien bleiben erhalten und die Betriebserlaubnis besteht weiter.

Die Außenhaut des Hochdaches besteht aus ABS-Kunststoff. Anders als beispielsweise GFK ist ABS besonders stabil, schlagfest und witterungsbeständig und die Teile können hochpräzische angefertigt werden, was für passgenaue Bauteile sorgt.

Natürlich sind beim Roofvan auch die Hecktüren nach oben verlängert. Die Schlossfalle sitzt jetzt im Hochdach. Zudem sorgt eine großzügige Verglasung im Hochdach für ein gutes Raumgefühl für die Fahrgäste. Natürlich wirkt sich der Umbau auch auf die Fahrzeughöhe aus. MobiTEC kommuniziert eine Außenhöhe von 2,15 Meter, was den Wagen von den meisten Tiefgaragen ausschließt.
Damit die Einfahrt für den Rollstuhl nicht zum Kraftakt wird, kann der Umbau mit dem Rollstuhllift BABY Open kombiniert werden. Dieser Lift hat den Vorteil, dass man sich wegen der höheren Ladekante keine Gedanken über den Neigungswinkel einer Rampe oder einer etwaigen Absenkvorrichtung machen muss.
Eine weitere Neuheit ist die Seilwinde MT140 Akku. Sie wird dazu eingesetzt, den Rollstuhl über die Rampe ins Fahrzeug zu ziehen. Das ist bei einem Gewicht bis maximal 140 Kilogramm und einem Steigungswinkel von 14 Grad möglich.
Die Winde ist besonders flexibel einsetzbar, da sie ihre eigene Stromversorgung mit sich bringt, also von einem Akku versorgt wird. Sie kann in jedem Fahrzeug eingesetzt werden, dass mit einem Airline-Schienensystem ausgestattet ist. sg
Beitragsfoto: Auf der RehaCare in Düsseldorf feierte der Roofvan, hier auf Basis des Renault Kangoo, seine Premiere. Foto: MobiTEc








Der Gedanke ist gut, leider sind 44 KWh im Alltag nicht praktikabel, da die Reichweite realistisch auf 160 – 200 Km begrenzt ist. Hinzu kommt eine Ladeleistung von 80 KWh die realistisch dann eher bei 30 – 50 KWh liegen dürfte. Ich weis dies aus Erfahrung mit dem Opel e-Combo!
Erst einmal müssen die Hersteller in dieser Kategorie Fahrzeuge mit größeren Akkus anbieten, dann werden sie auch interessant, insbesondere für die Rollstuhlbeförderung.
Für mich hat damit der KIA PV5 nach wie vor das Alleinstellungsmerkmal in dieser Klasse, und mit der Langversion in 2027 nochmal mehr – in Verbindung mit dem Umbau bei AMF unschlagbar.
Auch für nicht-eAutos immer die beste Rollstuhlumbauvariante, da Eingriffe im Dachbereich immer geringer ausfallen als im Unterboden. Die Veränderung des Designs in Verbindung mit einem höheren Cw-Wert ist dabei leider immer unumgänglich. Ob mit neue Feststoffakkus und den damit verbundenen kleineren Akkuabmaßen wieder Heckausschnitt möglich sind, steht aber in den Sternen.