Ein Instagram-Reel sorgt derzeit in der Münchner Verkehrsbranche für Aufmerksamkeit: Der OB-Kandidat der Partei Die Linke, Stefan Jagel, macht eine Taxifahrt durch München und spricht mit der Taxifahrerin Francy Paul über Wettbewerbsbedingungen zwischen dem klassischen Taxi und Plattformanbietern wie Uber. Dabei zeigt er klare Kante.
Jagel bezeichnet das Geschäftsmodell von Uber im Gespräch als „Dumpingmodell“. Besonders kritisiert er, dass der Münchner Stadtrat im vergangenen Jahr keine Mindestpreise für Mietwagenplattformen beschlossen habe. Dies bezeichnet er als „Skandal“. Seine Argumentation: Mindestpreise seien notwendig, um ruinösen Wettbewerb zu verhindern und langfristig sowohl das Taxigewerbe als auch Verbraucher zu schützen.
Taxifahrerin Francy Paul stimmt in dem Kurzvideo zu und verweist auf die zunehmende Regulierung im Taxigewerbe. Während Vorschriften strenger würden und sich der Taxitarif schrittweise erhöhe, entstünde durch Plattformanbieter ein Preisgefälle. Jagel ergänzt, dass Plattformanbieter bestehende – ohnehin „lasche“ – Regeln häufig unterlaufen würden. Niedrige Preise seien nur durch problematische Arbeitsbedingungen möglich. Paul äußert zudem Sicherheits- und Sozialbedenken: Sie würde persönlich kein Uber nutzen, wenn Fahrer gezwungen seien, überlange Arbeitszeiten zu leisten, um wirtschaftlich zu überleben.
Die Diskussion spiegelt ein zentrales Branchenthema wider: Wettbewerbsfähigkeit, Fahrerschutz und Fahrgastsicherheit.
Jagel macht SPD und CSU für das Scheitern der Mindestpreise verantwortlich und verknüpft das Thema mit dem Kommunalwahlkampf. Sein Appell: München könne Verkehrspolitik auch anders gestalten.
Unter dem Reel häufen sich zustimmende Kommentare: „Danke für den Einsatz zum Thema Mindestpreise.“, „Sehr wichtig und ein Gebot der Fairness!“ oder „Es braucht jetzt Mindestpreise – besser für Fahrer*innen und Fahrgäste.“.
Die Forderung nach Mindestbeförderungsentgelten (MBE) bleibt eines der zentralen regulatorischen Themen für Taxi- und Mietwagenunternehmen. Befürworter sehen darin ein Instrument gegen Preisdumping und für faire Arbeitsbedingungen. Kritiker warnen hingegen vor Einschränkungen des Wettbewerbs.
Fest steht: Die Debatte gewinnt im Vorfeld der Kommunalwahl an politischer Schärfe – und dürfte das Münchner Verkehrsgewerbe weiter beschäftigen. nu
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Beitragsfoto: Screenshot Instareel, Foto: Taxitimes





