Für einige Taxifahrer endet morgen ein besonderer Monat: der Ramadan. Der Fastenmonat gehört zu den fünf Säulen des Islam und wird weltweit von Millionen Gläubigen begangen. Auch in Taxibetrieben betrifft der Ramadan zahlreiche Fahrer – und damit indirekt auch Unternehmer, Kollegen und Fahrgäste.
Im Ramadan verzichten gläubige Muslime täglich von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf Essen, Trinken und andere körperliche Bedürfnisse. Erst nach Sonnenuntergang wird das Fasten mit dem sogenannten „Iftar“ gebrochen.
Wer tagsüber arbeitet, sitzt im Taxi viele Stunden im Fahrzeug – oft ohne einen Schluck Wasser zu trinken, und das kann körperlich anstrengend werden. Konzentration und Ausdauer sind ständig gefragt. Viele Fahrer passen deshalb ihre Arbeitszeiten an. Häufig werden Schichten stärker in die Abend- und Nachtstunden verlegt, wenn das Fasten gebrochen ist und wieder gegessen und getrunken werden darf. Gleichzeitig steigt in manchen Städten rund um das abendliche Fastenbrechen die Nachfrage nach Taxis und mögliche Wartezeiten für die Fahrgäste.
Für Unternehmer kann es sinnvoll sein, während des Ramadan etwas flexibler bei der Schichtplanung zu sein. Fahrer, die fasten, sollten selbst gut einschätzen, ob sie sich fit genug fühlen, um die angetretene Schicht durchstehen zu können.
Eines gilt jedoch unabhängig vom Glauben: Die Verkehrssicherheit steht immer an erster Stelle. Dehydrierung beim Autofahren kann ebenso gefährlich sein wie das Fahren unter Alkoholeinfluss. Wer sich aufgrund von Müdigkeit oder Kreislaufproblemen nicht mehr konzentrieren kann, sollte eine Pause einlegen oder die Schicht beenden. Erste Warnzeichen können sein: leichtes Zittern, Schwitzen, Herzklopfen, Schwindel oder Kopfschmerzen. Das ist nicht nur im Interesse des Fahrers, sondern auch der Fahrgäste und anderer Verkehrsteilnehmer.
Neben dem Fasten hat der Ramadan auch eine starke soziale Bedeutung. Viele Muslime nutzen diese Zeit für mehr Gebet, Wohltätigkeit und Zeit mit der Familie. Im Alltag wird damit einmal mehr sichtbar: Das Taxigewerbe ist so vielfältig wie die Menschen, die darin arbeiten. Für viele Menschen gehört der Ramadan ganz selbstverständlich zu ihrem Jahresrhythmus – auch hinter dem Steuer. hs
Beitragsfoto: KI-generiertes Symbolbild







