Der Taxiverband VSPV setzt sich sehr intensiv für die flächendeckende Einführung des ÖPNV-Taxis und für seinen Schnittstellenstandard 101 ein. Jetzt weiß darüber auch ein hochrangiger Vertreter des Bundesverkehrsministeriums Bescheid.
Rund zwei Jahre lang hat der westfälische Verband VSPV in enger Zusammenarbeit mit einem Verkehrsverbund und einem Fahrgastinformationsverbund eine Standardisierung des Datenaustauschs im Gelegenheitsverkehr entwickelt. Entstanden ist daraus eine knapp 200 Seiten dicke Anleitung „VSPV-Standard 101“. Der Standard definiert, wie Taxiunternehmen und ÖPNV-Systeme technisch miteinander kommunizieren, um gemeinsame Angebote zu ermöglichen. Dadurch ist es möglich, das Taxi in Mobilitäts-App zu integrieren oder auch ganz speziell in die Bestellsysteme eines Rufbus / On-Demand-Shuttle einzubauen bzw. ein ÖPNV-Taxi als Zubringer anzubieten.
Auf einer Stakeholder-Konferenz im März wurde der Startschuss gegeben (Taxi Times berichtete). Jetzt geht es darum, den Standard auch innerhalb der Politik bekannt zu machen, um die Einbindung des Taxis in die komplette ÖPNV-Mobilitätskette voranzutreiben.
Der VSPV-Geschäftsführer Sascha Waltemate und Patrick Meinhardt, Leiter des VSPV-Hauptstadtbüros, hatten deshalb vor kurzem im Rahmen einer politischen Veranstaltung mit Johannes Wieczorek sprechen können und anschließend die Medien in einer Pressemeldung informiert.
Darin bezeichnet Meinhardt Wieczorek als „alten Hasen“, der schon zu Zeiten des damaligen Umweltministers aktiv war und seitdem viele Ämter und Funktionen innehatte. Aktuell fungiert Wieczorek als Leiter der Grundsatzabteilung des Bundesverkehrsministeriums. Diese Abteilung hat eine übergeordnete strategische Rolle. Sie entwickelt langfristige Konzepte für Verkehr und Infrastruktur und setzt politische Leitlinien – zum Beispiel für Digitalisierung und Klimaziele im Verkehr.

Waltemate und Meinhardt haben bei ihrem Zusammentreffen den VSPV-Standard 101 übergeben: „Wenn jemand in Berlin weiß, wie Mobilitätspolitik funktioniert und wann was an welcher Stelle eingespeist werden muss, dann ist es der politische Verkehrsprofi Johannes Wieczorek. Und er hat die Verantwortung, die grundsätzlichen Themen, wie das ÖPNV-Taxi, wie eine flächendeckende Nahverkehrsagenda und damit die Umsetzung der Mobilitätsgerechtigkeit für ganz Deutschland voranzubringen“, berichtete Patrick Meinhardt im Anschluss an das Treffen.
Man habe Wieczorek auch darüber informiert, dass man seit März ein assoziierter Partner des Bundesprojekt ODIN-MP ist. Dabei handelt es sich um ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt im Bereich digitale Mobilität, das vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr im Rahmen des Förderprogramms mFUND unterstützt wird. Ziel ist es, flexible Verkehrsangebote (z. B. Rufbusse, Sammeltaxis) besser in bestehende Apps und Systeme des öffentlichen Verkehrs zu integrieren.
ODIN-MP steht für „Übergreifende Bereitstellung von On-Demand-Mobilität in Mobilitätsplattformen“. „Der VSPV ist der ODIN MP-Partner für den Gelegenheitsverkehr“, machte Sascha Waltemate dem Leiter der Grundsatzabteilung bewusst: „Dieses mFund-Projekt ist der Schlüssel für die Integration des Taxis in die Buchungs- und Informationssysteme des übrigen ÖPNV über den VSPV-Standard 101. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Unternehmer des Gelegenheitsverkehrs nicht nur ihren gesetzlichen Datenlieferungsverpflichtungen nachkommen, sondern daraus einen echten Mehrwert ziehen können: Sichtbarkeit und Buchbarkeit im dichtesten Buchungsappsystem Europas!“
Wie der VSPV mitteilt, zeigte sich Johannes Wieczorek sehr interessiert und möchte sich zeitnah mit Waltemate und Meinhardt zusammensetzen, um die Perspektiven für dieses Konzept gemeinsam auszuloten.
Ergänzung der Redaktion: In einer ersten Version dieses Beitrags wurde die Meldung von uns noch so formuliert, als hätte das Gespräch als Trilog im Bundesverkehrsministerium stattgefunden. Die Pressemeldung hatte diesen Eindruck erweckt. Inzwischen wissen wir aber, dass das Gespräch am Rande einer Veranstaltung des Fahrgastinformationsverbunds delfi im Berliner Haus der niedersächsischen Landesvertretung initiiert worden ist. Bei dieser Veranstaltung waren auch Vertreter des Taxi-Bundesverbands BVTM anwesend. Wir haben unsere ursprüngliche Meldung deshalb an einigen Stellen neu formuliert und bitten unsere Leser um Entschuldigung für diese Irreführung.
Beitragsfoto: Taxi Times







