Chauffeur- und Limousinendienste sind meist mit dunklen Luxuskarossen unterwegs und mit Fahrern, die Anzug und Krawatte tragen. Drei von ihnen wurden Anfang Februar zu Chauffeuren des Jahres ausgezeichnet.
Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgte Ende Januar zum Abschluss eines ganztägigen Forums, das der Bundesverband der Chauffeur- und Limousinenunternehmen (BCMD) in Egelsbach in der Nähe von Frankfurt abgehalten hatte (Taxi Times berichtete).
Bewerben konnten sich dafür selbständige wie auch angestellte Fahrer von Personenbeförderungsunternehmen. Sie mussten anhand eines Fragebogens belegen, dass sie ihren Beruf mit besonderen Service- und Dienstleistungsgedanken ausfüllen. Theoretisch hätten sich also auch Taxifahrer bewerben können. Doch da die Wahl vom BCMD organsiert und vorgenommen wurde, lag es in der Natur der Sache, dass die Gewinner aus den Reihen der eigenen Mitglieder kamen. Ebenso in der Natur der Sache lag es auch, dass die drei Erstplatzierten dieser Wahl zur Siegerehrung in jenem Dress erschienen, in dem sie auch hinter dem Lenkrad ihrer Limousinen sitzen – in Anzug, weißem Hemd und teils auch mit Krawatte.
Auf Platz 1 und damit zum Chauffeur des Jahres wurde Ralph Zoberbier gewählt. Er ist seit 13 Jahren als Limousinenfahrer selbständig. Der Name seines Fahrdienstes „First Class Chauffeur-Service“ ist gleichzeitig Programm. Bei Zoberbier wird nicht ein Fahrzeug mit Chauffeur bestellt, sondern es wird der Chauffeur Zoberbier mit einem Fahrzeug gebucht. Abgerechnet wird meist nach Zeit und zu einem Stundensatz, der weit oberhalb dem eines Taxitarifs liegt. Für das Mehr an Vergütung bekommen Zoberbiers Kunden aber auch ein deutliches Leistungsplus. Er selbst beschreibt sich als Fahrer mit einem stilsicheren Auftreten und gehobenen Umgangsformen – verbunden mit einer lebenslangen Freude am Autofahren und seiner Offenheit, stets neue Kontakte zu knüpfen.
Freude am Autofahren ist bei Limousinenchauffeuren auch stets mit umsichtigen und ruhigem Fahren verknüpft – einem Fahrstil, den der zweitplatzierte Chauffeur des Jahres, Jochen Mayer, als seine Präferenz angibt. Mayer war im Rhein-Main-Gebiet als selbständiger Limousinenchauffeur unterwegs, ehe er sich anstellen ließ und seitdem als Vorstandsfahrer für die SOKA-Bau tätig ist. Obwohl der Zweitplatzierte Chauffeur des Jahres schon seit 25 Jahren im Chauffeur- und Limousinenservice tätig ist, nimmt er immer noch jährlich an speziellen Trainings teil, die nicht nur das Fahren, sondern auch medizinische Notfallvorsorge und Kniggetraining beinhalten. „Als Chauffeur sehe ich es als meine Verantwortung, nicht nur Personen von A nach B zu befördern, sondern auch ein Höchstmaß an Service und Professionalität zu bieten“, beschreibt Mayer seine Berufseinstellung. „Dabei sind Diskretion und Vertraulichkeit für mich von höchster Bedeutung.“
Die Zeit, die Kunden in Premium-Limousinen verbringen, ist wertvoll, deshalb ist es für den drittplatzierten Sebastian Betz sehr wichtig, dass sich seine Fahrgäste bei ihm ihren Vorbereitungen auf Meetings, wichtige Termine, Veranstaltungen uvm. widmen können. Betz, der für seinen Chauffeurdienstleister nur nebenberuflich aktiv ist, betont, dass er als Limousinenchauffeur auch Dinge übernimmt, die über die normale Fahrtätigkeit hinausgehen.
BCMD-Vorstand Tino Müller zeigte sich bei der Preisverleihung sehr zufrieden mit der Auswahl der drei Gewinner. „Wir haben einen selbständigen Einzelunternehmer, einen Vorstandsfahrer und eine Aushilfe unter den Top Drei. Das zeigt, wie vielfältig unsere Chauffeur- und Limousinenbranche aufgestellt ist.“ jh