Ein Mannheimer, der sich im März 2025 mit seinem Taxi einem Amokfahrer in den Weg stellte, wird dafür vom Land Baden-Württemberg mit der Rettungsmedaille ausgezeichnet: „Er hat sich selbst in Gefahr gebracht, um andere zu retten.“
Taxifahrer Muhammad A. stoppte am 3. März 2025, dem Rosenmontag, die Amokfahrt eines mutmaßlich psychisch Kranken, der mit seinem Pkw in der Mannheimer Fußgängerzone bereits zwei Menschen getötet und 14 weitere verletzt hatte. A. blockierte dessen Auto mit seinem Taxi und machte ihm damit die Weiterfahrt unmöglich. So verhinderte er wahrscheinlich weitere Opfer.
Wie Medien berichten, überreicht Innenminister Manuel Hagel (CDU) die Auszeichnung am Dienstag, 28. Juli, in Mannheim an den Kollegen. Auch Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht soll bei dem Termin anwesend sein. Hagel würdigte den Einsatz mit den Worten, der Fahrer habe „größten Mut bewiesen und mit seinem selbstlosen Einsatz ein noch größeres Blutbad verhindert“; er habe sich dabei selbst in Gefahr gebracht, um andere zu retten.
Die Rettungsmedaille des Landes wird laut Innenministerium an Menschen verliehen, die unter besonders schwierigen, mit Gefahr für das eigene Leben verbundenen Umständen andere aus Lebensgefahr gerettet haben. Es handelt sich um eine seltene Ehrung: Nach früheren Angaben des Ministeriums wird sie nur etwa fünfmal im Jahr vergeben.
Der damals 40-jährige Täter war mit seinem Auto offenbar gezielt in eine Menschenmenge gefahren. Das Landgericht Mannheim verurteilte ihn unter anderem wegen zweifachen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe, ordnete die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an und entzog ihm die Fahrerlaubnis mit lebenslanger Wiedererteilungssperre.
Dass eine so hochrangige und selten vergebene Auszeichnung wie die Rettungsmedaille des Landes einem Taxifahrer zuteil wird, dürfte über Mannheim hinaus Beachtung finden und das Taxigewerbe in einem positiven Kontext in die Nachrichten bringen – gute PR für das Gewerbe in einer Zeit, in der viel über Regulierung, Konkurrenzkampf und vermeintlich hohe Fahrpreise gesprochen wird. ar
Beitragsbild: So könnte die Szene ausgesehen haben, als Muhammad A. den Amokfahrer stoppte; Bild KI-generiert






