Mit einem Autokorso fuhren heute morgen demonstrierende Mannheimer Taxifahrer durch die Stadt, um auf die Gefährdung der Zukunft der Branche aufmerksam zu machen.
Ziemlich überraschend, weil im Vorfeld nicht angekündigt, startete heute morgen um 9 Uhr in Mannheim eine Taxi-Demo, die von Mannheimer Taxlern organisiert worden war. Die Taxi-Zentrale Mannheim eG unterstützte den Protest. Auch aus der kleineren Nachbarstadt Heidelberg erwartete man Verstärkung.
Mannheim liegt im äußersten Nordwesten von Baden-Württemberg. An der westlichen Stadtgrenze mündet der Neckar in den Rhein, der hier wiederum die Grenze zu Ludwigshafen und damit die Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz bildet. Mannheim hat 318.000 Einwohner. Die kreisfreie Großstadt hat rund 320 Taxikonzessionen.

Am Wochenende war ein Brandbrief an Politik und Presse verschickt worden. Unter der Überschrift „Zukunft des Taxigewerbes in Mannheim“ hatten sich „Vertreter und Fahrer des Mannheimer Taxigewerbes“ an die Öffentlichkeit gewandt, „weil wir eine Entwicklung beobachten, die für viele von uns existenzbedrohend ist.“ Namentlich unterzeichnet war der Brief nicht.
Hinter jedem der rund 700 Mannheimer Taxifahrer, so die Verfasser des eher zurückhaltend formulierten Briefes, stünden „Familien, Kinder und Existenzen, die von dieser Arbeit leben.“ Für viele Fahrerinnen und Fahrer sei das Taxigewerbe die wirtschaftliche Existenzgrundlage für sie und ihre Familien.
„In den letzten Jahren beobachten wir jedoch, dass immer mehr Uber-Fahrzeuge aus anderen Städten im Mannheimer Stadtgebiet unterwegs sind und hier Fahrten durchführen. Nach der geltenden Rechtslage, insbesondere § 49 Absatz 4 des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG), unterliegen Mietwagen der sogenannten Rückkehrpflicht. Das bedeutet, dass Mietwagenfahrer nach jeder ausgeführten Fahrt unverzüglich zu ihrem Betriebssitz zurückkehren müssen.“
Zudem wird daran erinnert, dass Mietwagen sich nicht im öffentlichen Straßenraum bereithalten dürfen, um auf neue Aufträge zu warten – im Unterschied zu Taxis, die genau für diesen Zweck konzessioniert seien.
Im Widerspruch zu diesen rechtlichen Regeln halten sich nach Beobachtung der Verfasser jedoch „viele dieser Fahrzeuge“ dauerhaft im Mannheimer Stadtgebiet bereit, „um direkt neue Fahrten anzunehmen. Dieses Verhalten widerspricht der gesetzlichen Regelung und wird nach unserer Wahrnehmung bislang nicht ausreichend unterbunden.“
Man wünsche sich daher, dass Polizei, Ordnungsbehörde und Stadtverwaltung die Mietwagen stärker kontrollieren und bei Verstößen entsprechende Bußgelder verhängen.

„Besonders wichtig ist auch zu verstehen, dass das Taxi weit mehr leistet als nur normale Fahrten. Taxen übernehmen eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, zum Beispiel:
• Dialyse- und Krankenbeförderungen
• Schülerbeförderungen
• Fahrten für ältere oder mobil eingeschränkte Menschen
Diese Beförderungen sind für viele Menschen unverzichtbar. Wenn das Taxigewerbe weiter geschwächt wird, besteht die reale Gefahr, dass es in den nächsten Jahren immer weniger oder irgendwann gar keine Taxen mehr gibt.“
Treffpunkt für die Demonstranten mit ihren Taxis war der Meßplatz, eine innerstädtische Freifläche am Neckarufer. Dort startete um kurz nach 9 Uhr ein Autokorso durch die Stadt, dessen Rundkurs nicht weit vom Ausgangspunkt entfernt, am Marktplatz, endete. Hier erfolgte im Anschluss eine Kundgebung, bei der Vertreter des Taxigewerbes ihre Anliegen vortrugen.

Vertreter der Politik, der Behörden und der Presse waren eingeladen, an der Demonstration und der anschließenden Kundgebung teilzunehmen und sich ein eigenes Bild von der Situation zu machen.
„Es geht hier nicht nur um ein Gewerbe – es geht um hunderte Arbeitsplätze, Familien und eine wichtige öffentliche Dienstleistung für die Stadt Mannheim“, sagte der Mannheimer Taxler Delil Baran gegenüber Taxi Times. ar/jh
Fotos: Taxi Times








Mietwagen ist nicht Taxi
Sie bedienen verschiedene Geschäftsfelder. Wobei die besondere Funktion des Taxi mit seiner Tarifbindung, Beförderungspflicht und Betriebspflicht auf die Pflichtfahrgebiete beschränkt ist. Darüber hinaus ist das Taxi mit Mietwagen im Wettbewerb.
Diese Tatsache ist von UberBolt&Co von Anfang an ignoriert, aber auch systematisch und vorsätzlich ausgenutzt worden.
Hierzulande gibt es eine klare rechtliche Definition und Abgrenzung des Taxi vom Mietwagen.
Unbefangene Kunden fragen sich allerdings, wie es dann sein kann, dass ich so ein Pseudotaxi so leicht und schnell bekommen kann wie ein echtes Taxi.
Die Antwort ist von Anfang an genau so klar wie die Spielregeln des Geschäfts missachtet werden:
Weil UberBolt&Co mit ihren Handlangern im Mietwagengeschäft durch massenhaftes, systematisches kriminelles Missachten der Regeln das System Taxi zerstören wollen. Um weiterhin ihre überhöhten Provisionen aus von ihnen vorgegebenen Fahrpreisen aus dem von ihnen abhängigen Mietwagengewerbe rauszupressen. Denn ins Taxigewerbe kamen sie anfangs gar nicht rein. Keiner wollte sie. Dabei ist das Werkzeug der appbasierten Auftragsvermittlung vom Taxigewerbe selbst sogar vor UberBolt&Co angewandt worden.
Wie früher die alten Kolonialmächte interessiert diese modernen Kolonialisten nur ihr maximaler Profit. Entsprechend dieser Grundhaltung von elitärer finanzieller und technologischer Überlegenheit missachten sie von Anfang an unsere demokratisch verankerten Spielregeln, die für ein friedliches Miteinander auch bei marktwirtschaftlicher Konkurrenz nötig sind.
Dabei sind diese Firmen der Auffassung, dass Demokratie ihren Geschäften schadet. Denn sie schützt uns vor ihrer unbegrenzten Profitgier.
Die Mietwagen, als Pseudo/Fake-Taxis unterwegs, müssen aus dem Verkehr gezogen werden. Genauso die eigentlichen Drahtzieher und Profiteure dieses kriminellen Verhaltens. Also diese Globalplattformen wie UberBolt&Co.
Hallo J., das Meiste klarverständlich ! Aber warum stört Dich nicht auch diese klägliche vielfarbige
Wurschtigkeitsverhalten von sehr vielen Taxlern, statt eindeutig nur mit HELLELFENBEIN aufzukreuzen ????????????????????????????????????????
@bruno: einheitliches farbliches Auftreten – nice to have. Was Vorrang hat ist auf jeden Fall die illegale Konkurrenz wegzubekommen. Der Öffentlichkeit den Unterschied zwischen taxi, mietwagen und der Vermittlung zwischen eigenen und Globalplattformen klar machen.
Unsere Energie konzentrieren!