Taxifahrer der Taxi Düsseldorf eG haben in einem offenen Brief die Bedingungen auf dem neuen Nachrückplatz am Flughafen Düsseldorf scharf kritisiert. Die Flughafengesellschaft verspricht Verbesserungen. Die Frage ist: Warum hat man nicht gleich für würdige Rahmenbedingungen gesorgt?
In einem Offenen Brief, deren Inhalt unter anderem von der Rheinischen Post aufgegriffen wurde, monieren die Taxifahrer, dass ihnen nach der Verlegung des Wartebereichs im Zuge von Flughafen-Erweiterungen nur noch mobile Toiletten ohne Waschmöglichkeiten zur Verfügung stünden. Zudem fehle es an Schutz vor Regen, Sonne und Hitze.
Besonders problematisch sei der unbefestigte Untergrund des neuen Standorts. Nach Regenfällen verwandle sich die Fläche in eine Schlamm- und Matschlandschaft, wodurch auch die Fahrzeuge verschmutzt würden. Viele Fahrer verbringen dort täglich mehrere Stunden, während sie auf Fahrgäste warten.
Die Fahrer, die größtenteils der Genossenschaft der Taxi Düsseldorf eG angeschlossen sind, fordern vom Flughafen hygienische, sichere und menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Dies sei umso wichtiger, da Taxifahrer täglich Reisende aus aller Welt befördern und direkten Kontakt zu den Fahrgästen haben.
Von den unsäglichen Zuständen auf dem Nachrückplatz bekommen die Fahrgäste nichts mit, sie steigen erst dann ein, wenn die Taxis in die Einladespur aufgerückt sind. Wenn es allerdings regnet, geben die dann zur Verfügung stehenden Taxis einen Hinweis auf ein weiteres Manko des Nachrückplatzes: Der neue Nachrückbereich sei größtenteils unbefestigt oder nur mit Schotter bedeckt. Bei feuchter Witterung verwandele sich der Untergrund dann „in eine Schlamm- und Matschlandschaft“ mit großen Pfützen, so die Taxifahrer. Was man dann auch an den mit Schlamm und Spritzwasser bedeckten Fahrzeugen erkennen könne.
Der Flughafen Düsseldorf zeigt gegenüber der Rheinischen Post Verständnis für die Kritik und kündigt Verbesserungen an. Geplant seien unter anderem eine Befestigung der Oberfläche sowie eine Wasser- und Sanitärversorgung. Ein konkreter Termin für die Umsetzung wurde bislang jedoch nicht genannt.
Für die Taxifahrer ist das Ganze nicht nachvollziehbar, schließlich seien die Erweiterungspläne seit einem Jahr bekannt, sagen sie. Und kostenlos ist die Nutzung des Nachrückplatzes für sie auch nicht. So muss die eingetragene Genossenschaft monatlich einen fünfstelligen Betrag für die Nutzung der Flughafenflächen zahlen, zusätzlich erhebt der Flughafen eine Gebühr von zwei Euro für jedes einfahrende Taxi. jh
Anmerkung der Redaktion: Die Düsseldorfer Flughafengesellschaft scheint hier mit zweierlei Maß zu messen. Auf der einen Seite stellt man einem Unternehmen über eine Pick-Up-Zone zur Verfügung, obwohl die meisten der dort agierenden Mietwagenbetriebe gegen geltendes Recht verstoßen, auf der anderen Seite verdrängt man die als Teil des ÖPNV geltenden Taxis von ihrem angestammten Nachrückplatz, ohne ihnen einen adäquaten Ersatz zu bieten. Es ist ein Armutszeugnis der Flughafengesellschaft, dass man erst aufgrund eines Offenen Briefs Verbesserungen verspricht – ohne einen Zeitpunkt nennen zu düsseldorfwollen, wann diese umgesetzt werden.
Ein moderner Flughafen sollte nicht nur dafür sorgen, dass ausländische Fluggäste das von ihnen bestellte Uber-Fahrzeug schnell und bequem erreichen. Ein moderner deutscher Flughafen sollte erst Recht darauf achten, dass seine Fluggäste saubere und ansprechend temperierte Taxis vorfinden. jh
Beitrags-Symbolfoto: Pixabay






