Der erste Inklusionstaxengipfel hat allen Hamburger Taxiunternehmer ein Forum gegeben, die mit Ihren Fahrzeugen eine Rollstuhlbeförderung anbieten. Ein Highlight der Veranstaltung war die Vorstellung eines ganz neuen E-Inklusionstaxis.
Letzte Woche trafen sich Vertreter von rund 20 Taxibetriebenauf dem Gelände der Hamburger Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM). Rund 60 Inklusionstaxis sind derzeit in Hamburg im Einsatz. Anlass für das Treffen, zu dem die Behörde geladen hatte, ist eine anstehende Umstellung in der Konzessionierung einzelner Fahrzeuge ab dem 1.1.2027. Dann nämlich sieht das Hamburger Klimagesetz vor, dass auch Großraum- und Inklusionstaxis mit einem rein elektrischen Antrieb ausgestattet sein müssen.
Weil in dem für die Rollibeförderung geeignetem Fahrzeugsegment die Fahrzeugauswahl bislang stark eingeschränkt war, hatte die Behörde Michael Menkhoff von dem Viersener Unternehmen Next-Van GmbH eingeladen.

Er war mit dem Farizon SV100, einem vollelektrischen Van angereist, der dank einer entsprechenden Umrüstung Platz für bis zu vier Menschen im Rollstuhl sitzend oder maximal acht Fahrgäste bietet (Taxi Times berichtete über dieses Modell hier). Nach einer kurzen Vorstellung des Fahrzeugs, welches von dvi-mobile entsprechend umgebaut wurde, waren die Teilnehmer dazu eingeladen, mit dem Fahrzeug eine erste Kennenlern-Probefahrt zu machen.
Im Anschluss traf man sich in einer Gesprächsrunde wieder. Dort hatte jeder Taxiunternehmer die Chance, seine Perspektive zur Zukunft des Inklusionstaxi zu äußern. Unter anderem wurde dabei auch zur Diskussion gestellt, ob die Rollstuhlbeförderung vielleicht besser bei den Mietwagen aufgehoben wäre. Zu dieser Frage herrschte bei den Unternehmen allerdings Einigkeit, denn das Feedback der Kunden spricht eindeutig für das Inklusionstaxi. Die Fahrgäste wünschen sich einen Taxitarif, auf den man sich verlassen kann.
Die größte Herausforderung stellten derzeit allerdings die Fahrzeuge selbst dar. Durch ihre notwendige Größe sind in der Regel nicht nur bei der Reichweite eingeschränkt, es fehle auch eine ausreichende Modellvielfalt – sprich Auswahl. Aber auch selbst wenn es ein ideales Fahrzeug gäbe, wäre es ohne entsprechende Werkstätten sehr schwer, sich auf ein neues Fahrzeug verlassen zu können. Vieles an diesen Punkten erinnert auch an das London Taxi. Dessen Fahrzeugkonzept ist zwar beim Fahrgast gut angekommen ist, aber die mangelhafte Teileverfügbarkeit haben den Erfolg des Fahrzeugs, zumindest in Hamburg, verhindert.
Unterm Strich sind die Hamburger Taxiunternehmer zwar gegenüber der E-Mobilität, auch im Inklusionstaxi-Bereich, aufgeschlossen, aber man ist sich noch nicht ganz einig, ob ein Übertritt in die reine E-Mobilität bei der Rollstuhlbeförderung bereits jetzt unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten möglich ist. sg
Beitragsfoto: Die Teilnehmer des 1. Hamburger Inklusionstaxengipfel trafen sich im Innenhof der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende







