Samstagmorgen, 6 Uhr: Eine Dame muss vom Essener Hauptbahnhof nach Köln. Sie steigt bei einem unerlaubt bereitstehenden Mietwagen ein. Ein Taxifahrer hat Fotos gemacht und die Behörden informiert. Was können diese nun tun? Eigentlich eine ganze Menge.
Mietwagen, die für Plattformen wie Uber und Bolt unterwegs sind, müssten eigentlich nach jeder Fahrt zu ihrem Betriebssitz zurückkehren. Dass dies nicht geschieht, ist tägliche Praxis. So auch am vergangenen Samstag in Essen am Hauptbahnhof. Dort wartet ein Taxifahrer auf der ersten Position, als er von einer Dame nach dem Preis für eine Fahrt nach Köln gefragt wurde. Da ihr das Angebot des Taxifahrers wohl zu teuer schien, ging sie von dem Taxi-Halteplatz zu einem auf dem nahegelegenen Parkplatz wartenden Mietwagen mit Bonner Kennzeichen. Dessen Fahrer hatte zuvor einen Fahrgast zum Hauptbahnhof gebracht und ist anschließend auf dem Parkplatz stehen geblieben, anstatt seiner gesetzlichen Rückkehrpflicht nachzukommen. Nach der Preisverhandlung nahm der Bonner Mietwagen die Dame als Einsteiger auf – ohne dass die Dame über eine Plattform-App bestellt hatte.
Der Vorgang wurde von den Taxifahrern fotografiert. Die Bilder wurden an die zuständigen Aufsichtsbehörden in Bonn und Essen übermittelt und der Vorfall wie oben geschildert berichtet. Der Wortlaut der Meldung liegt der Taxi-Times-Redaktion vor und wird nachfolgend auszugsweise im Original wiedergegeben.
„Ich bitte die Stadt Bonn, diesen Bonner Uber-Mietwagen mittels Einsicht in das Fahrtenbuch und die digitalen Daten aus der Uber-App im Hinblick auf die Missachtung der gesetzlichen Rückkehrpflicht zu überprüfen. Dieser Bonner Uber-Mietwagen wird häufig in Essen gesehen und kehrt vermutlich, wie auch weitere Uber-Mietwagen aus Bonn, nicht zum Betriebsgelände in Bonn zurück, sondern arbeitet vermutlich ständig in Essen. Viele auswärtige Uber-Mietwagen setzen inzwischen Fahrpersonal aus Essen ein, so dass sie niemals, noch nicht einmal zum Schichtende, zum Betriebsgelände zurückkehren.
Ferner bitte ich die Aufnahme der Einsteigerin zu sanktionieren. Der Fahrer hat damit vermutlich einen dreistelligen Umsatz erzielt, der dem Essener Taxifahrer und seiner Firma […] entgangen ist.
Bitte überprüfen Sie auch, ob die Fahrt von Essen nach Köln am 26.9.2026 gegen 6 Uhr im Fahrtenbuch und in der Buchhaltung des Unternehmens als Einnahme dokumentiert wurde. Durch die Auswertung der digitalen Daten der Uber-App lässt sich nachträglich die Bewegung des Mietwagens von Essen nach Köln nachweisen. Sollte die Fahrt von Essen nach Köln nicht im Fahrtenbuch und in der Buchhaltung dokumentiert worden sein, ist davon auszugehen, dass der Fahrer oder die Firma oder beide die Fahrt schwarz gemacht haben.
Die Stadt Essen und die Polizei Essen weise ich zum wiederholten Male darauf hin, dass sich ständig zig Uber-Mietwagen, insbesondere aus anderen Städten an vielen Stellen innerhalb des Stadtgebiets widerrechtlich bereitstellen statt ihrer gesetzlichen Rückkehrpflicht nachzukommen.
Das gilt insbesondere für den Parkplatz Freiheit und den Platz vor dem Parkhaus Freiheit an der Südseite des Essener Hauptbahnhofs.
Diese Plätze haben sich nun schon seit Monaten als widerrechtliche Uber-Halteplätze etabliert und Uber-Mietwagen warten dort zahlreich auf neue Aufträge und Einsteiger zum Schaden des Essener Taxigewerbes. […]
Ich sehe täglich zahlreiche Uber-Mietwagen, die sich im gesamten Stadtgebiet bereitstellen statt ihrer gesetzlichen Rückkehrpflicht nachzukommen. […]
Ich bitte nun die Stadt Essen und die Polizei Essen zum wiederholten Male, Kontrollen im Essener Stadtgebiet im Hinblick auf Uber-Mietwagen durchzuführen, die sich widerrechtlich im Essener Stadtgebiet bereitstellen, statt ihrer gesetzlichen Rückkehrpflicht nachzukommen.“
Im Beitragsfoto ist zu sehen, wie eine Dame mit einem Mietwagenfahrer über den Preis einer Fernfahrt verhandelt. Wenig später wird sie einsteigen. Eine zuvor angefragte Taxifahrt war ihr zu teuer. Jetzt liegt es an den Behörden, das illegale Handeln des Fahrers zu sanktionieren. Foto: Privat








