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Auch am Kölner Flughafen: roter Teppich für die Kriminellen

von Axel Rühle
15. Juli 2026
Lesedauer ca. 3 Minuten.
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Auch am Kölner Flughafen: roter Teppich für die Kriminellen
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Uber arbeitet weiter daran, seinem Geschäftsmodell einen seriösen Anstrich zu geben und den taxigleichen Verkehr mit Preisdumping zur Normalität zu machen. Rechtskonform, wie man bei Uber fantasiert, wird das Geschäft damit selbstverständlich nicht.

Wie die Flughafen Köln/Bonn GmbH mitteilt, ist der frühere Hauptstadtflughafen eine Kooperation mit dem Fahrdienst Uber eingegangen und hat am Übergang zwischen Terminal 1 und Terminal 2 auf der Abflugebene eine feste, gekennzeichnete Abholzone für Fahrten eingerichtet, die über die Uber-App vermittelt worden sind.

Flughafen-Geschäftsführer Cenk Özöztürk sowie Uber-Deutschland-Chef Christoph Weigler sprachen von einem Komfortgewinn für Reisende, insbesondere vor der Sommerreisezeit.

Nach Medienberichten ist die Kooperation organisatorisch in das langfristige Entwicklungsprogramm „Next Chapter“ der Flughafengesellschaft eingebettet, welches auf eine kontinuierliche Modernisierung der Infrastruktur abstellt.

Auf dem Online-Portal von Aviation.Direct, einem unabhängigen Fachportal für Luftfahrt, Reisen und Touristik, heißt es, der Flughafen optimiere damit seine landseitige Verkehrsanbindung. „Diese bauliche und organisatorische Maßnahme zielt darauf ab, das Angebot im Bereich der Individualmobilität zu erweitern und die Verkehrsströme vor den Terminals besser zu steuern.“

Die Einführung der markierten Pick-up-Zone solle die logistischen Abläufe beim Zusammentreffen von Fahrgästen und Fahrern beschleunigen. Durch eine eindeutige Beschilderung innerhalb der Gebäude sowie eine softwareseitige Anpassung der Wegeführung in der Uber-App werde „eine klare Trennung vom klassischen Taxiverkehr und privaten Abholern“ umgesetzt. Die Betreiber würden damit auch auf das hohe Passagieraufkommen des Flughafens reagieren, der im Geschäftsjahr 2025 mehr als zehn Millionen Fluggäste abfertigte. Insbesondere vor Beginn der sommerlichen Hauptreisezeit solle das Entstehen von Verkehrsüberlastungen auf den Vorfahrten minimiert werden.

Der Kölner Flughafen Konrad Adenauer ist beim Passagieraufkommen die Nummer 2 in Nordrhein-Westfalen (hinter Düsseldorf) und die Nummer 6 in Deutschland. Der „Köln Bonn Airport“, wie er in PR-Sprache heißt, ist ein Flughafen ohne private Kapitalbeteiligung – anders als etwa der Flughafen Frankfurt am Main (Fraport, teilprivatisiert) oder der Flughafen Hamburg (mit privaten Minderheitsgesellschaftern). Die Flughafen Köln/Bonn GmbH gehört komplett der öffentlichen Hand. Gesellschafter sind sieben Gebietskörperschaften:
· die Stadt Köln, vertreten durch den Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD), mit 31,12 Prozent,
· die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesverkehrsministerium unter Patrick Schnieder (CDU) mit 30,94 Prozent (allerdings zur Disposition gestellt),
· das Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch eine Beteiligungsverwaltungsgesellschaft unter Aufsicht des Finanzministeriums unter Marcus Optendrenk (CDU) mit 30,94 Prozent,
· die Stadt Bonn, vertreten durch Oberbürgermeister Guido Déus (CDU), mit 6,06 Prozent,
· der Rhein-Sieg-Kreis mit 0,59 Prozent und der Rheinisch-Bergische Kreis mit 0,35 Prozent.

Der Aufsichtsrat besteht aus 15 Mitgliedern: zehn Vertretern der Gesellschafter und fünf Vertretern der Arbeitnehmer. Bund, Land NRW und Stadt Köln stellen paritätisch je drei Sitze, die übrigen Gesellschafter zusammen einen Sitz.

Weiter heißt es auf Aviation.Direct, Uber sichere sich durch die direkte Terminalpräsenz den legalen Zugang zu einem hochfrequentierten Marktsegment. Bislang habe das unregulierte Bestellen von App-basierten Fahrdiensten an deutschen Großflughäfen häufig zu unübersichtlichen Situationen in den Halteverbotszonen geführt. „Die vertragliche Regelung in Köln/Bonn schafft hierfür nun eine rechtskonforme und strukturierte Plattform.“

Für die Flughafengesellschaften sind solche Kooperationen eine willkommene Möglichkeit, sich ein Stück vom Kuchen abzuschneiden. So werten Wirtschaftsanalysten das Abkommen laut Aviation.Direct als Teil des sogenannten Non-Aviation-Geschäfts, durch das Flughäfen zusätzliche Erlöse abseits des reinen Flugbetriebs generieren. „Ähnliche Kooperationsmodelle existieren bereits an anderen europäischen Luftverkehrsknotenpunkten und beinhalten in der Regel Konzessionsabgaben des Vermittlungsdienstes an den Flughafenbetreiber pro vermittelter Fahrt.“ ar

Kommentar: Illegaler taxigleicher Verkehr mit Mietwagen bleibt jedoch illegal, wenn er auf Rechtsbruch basiert und nur mit permanenter Missachtung der Rückkehrpflicht, Sozialbetrug und Steuerhinterziehung funktioniert. Die Außendarstellung mit dem Wort „rechtskonform“ ist bei genauen Hinsehen nichts als ein weiterer Versuch von Uber, dem eigenen Geschäft, das mit dem Personenbeförderungsgesetz auf Kriegsfuß steht, ein Etikett der Legalität zu aufzupappen.

Insbesondere die drei großen Haupteigentümer des Flughafens (Stadt Köln, Bund und Land NRW) bzw. ihre Vertreter sind zumindest indirekt dafür mitverantwortlich, dass hier Steuerhinterziehung und Sozialbetrug staatlich gefördert werden.

Nicht nur Taxi Times, auch Taxiverbände wie BVTM, TMV, VSPV, Taxi Deutschland usw., Politiker wie Tino Schopf, Frank Nagel oder Dennis Radtke sowie Amtsträger wie Axel Osmenda und Dr. Hannah Sammüller weisen seit Jahren immer wieder darauf hin, dass das Geschäftsmodell von Uber und Bolt auf Rechtsbruch basiert bzw. Teil einer kriminellen Parallelgesellschaft ist, die in einem Rechtsstaat keinen Platz haben darf.

Man fragt sich, wo das Rechtsbewusstsein der Entscheidungsträger geblieben ist, die immer noch Uber und Bolt mit moderner Mobilität verwechseln. ar

Siehe auch: Eine Sammlung von Artikeln zum Thema Uber & Co. und Mindestbeförderungsentgelte für Mietwagen (MBE)

Beitragsbild: KI-generiert

Tags: Flughafen Köln/BonnUber
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Axel Rühle

Der Berlin-Insider ist Funkkurs-Dozent und ursprünglich Stadtplaner. Seit 1992 ist er im Besitz eines Personenbeförderungsscheins und immer wieder auch im Taxi anzutreffen. Inhaltlich betreut er in Wort und Bild alle Themen rund um die Taxi Times Berlin.

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