Der Aufruf kam von der Karlsruher Funkgenossenschaft: Heute, am 28.4.2026, demonstriert das Taxigewerbe auf dem Marktplatz gegen die Rechtsverstöße der Uber-Mietwagen. Taxi Times dokumentiert den Taxi-Korso und die Kundgebung mit Bildern und Videomitschnitten der Teilnehmer.
Diese Online-Meldung ist eine Live-Dokumentation, mit der Taxi Times einen außergewöhnlichen Weg geht: Der Anfang geht bereits vor Beginn online, und die Meldung wird im Laufe der Veranstaltung mit einer Auswahl an Bildern, die die Teilnehmer posten, immer länger.
Treffpunkt der Taxler ist gegen 13:30 Uhr auf dem Messplatz an der Durlacher Allee in der Oststadt. Von hier aus fährt der Taxikorso gegen 13:50 stadteinwärts bis zum Marktplatz, wo die Behörde eine Fläche für 50 Taxis bereitgestellt hat – ein Fünftel aller in der 309.000-Einwohner-Stadt konzessionierten Taxis. Ab dem 51. Taxi sind die Veranstalter verpflichtet, alle weiteren Teilnehmer auf andere Stellflächen zu schicken.

13:42 Uhr: Auf dem Messplatz treffen nach und nach die Taxis ein.

Pünktlich heute Morgen haben auch die Badischen Neuesten Nachrichten über die angekündigte Demo geschrieben. „Wir sehen unsere Existenz zunehmend bedroht“, wird eine Unternehmerin zitiert, die die komplexe Problematik damit sachlich und zurückhaltend auf einen Satz zusammenfasst. Was dahinter steckt: Wie die meisten deutschen Großstädte leidet auch Karlsruhe am ausufernden Uber-Problem: Mietwagenunternehmer, die schnelles Geld machen wollen und sich wenig um Recht und Gesetz (z. B. um die Rückkehrpflicht) scheren, nehmen dem Taxigewerbe das Geschäft weg, indem sie der Kundschaft Dumping-Fahrpreise anbieten, welche nur mit Steuerhinterziehung und Sozialbetrug zu realisieren sind. „Wir fordern, dass die Rückkehrpflicht eingehalten wird“, wird Genossenschaftsvorstand Tahir Butt in ebenso zurückhaltendem Ton zitiert. Auf Anfrage der Zeitung bestätigt die Stadtverwaltung, dass ihr das Problem bekannt sei. Die Beweisführung sei bei Rückkehrpflichtverstößen nur wie immer das Problem.

Auch wolle man mit der Demo auf einen gestellten Antrag auf die Einführung eines Mindestbeförderungsentgelts für Mietwagen (MBE) aufmerksam machen. Die Stadt habe zugesagt, dies zu prüfen – Berlin lässt grüßen.

Kurz vor 14 Uhr: Das könnten bereits mehr Taxis sein, als nachher auf den Marktplatz passen …
Vor Ort sind Medienvertreter unter anderem von KA News, BNN und vom SWR.

Gegen 14 Uhr: Die Teilnehmer machen sich bereit zur Abfahrt. Rechtes Bild: Ercan Badur und Tuncay Dursun freuen sich auf eine gute Veranstaltung.
Da Baden-Württemberg eins der Bundesländer ist, in denen die Genehmigungsbehörden den Unternehmern auch andere Farben als Hellelfenbein genehmigen dürfen, sind die Bilder der Taxis in Karlsruhe entsprechend bunt.
14:21: Die ersten Taxis rollen auf dem Marktplatz an.
14:27 Uhr: Der geordnete Ablauf vermittelt den Eindruck einer sehr guten Organisation im Vorfeld durch die Karlsruher Taxigenossenschaft und die Behörden.

Eine tolle Türwerbung! Kann man für die Taxibranche noch besser werben?
14:33 Uhr: So langsam füllt sich die Fläche vor dem Rathaus …

14:33 Uhr: Ercan Badur, stellvertretender Aufsichtsrat der TFZ Karlsruhe (rechts), spricht mit Medienvertretern.




Auch Tobias Lang, Geschäftsführer des Landesverbands des Verkehrsgewerbes Baden, hielt eine Ansprache.


Solidarische Worte gab es aus der Landeshauptstadt Stuttgart. Furkan Bakir, Gesamtvorstand des Stuttgarter Taxiverbandes, schrieb den Teilnehmern in der Whatsapp-Gruppe Wir sind Taxi-Demo: „Tolle Leistung. Ihr habt volle Unterstützung aus Stuttgart. Wir werden entsprechende Verantwortliche und Regierungsämter darauf aufmerksam machen.“
Aziz Altay aus Köln schrieb: „Vielen Dank an alle Teilnehmer. Herzliche Grüße aus Köln an alle lieben Taxifahrer.“

Pünktlich gegen 16 Uhr war die Kundgebung beendet und der Platz leerte sich.
Das Online-Portal KA-News hat bereits über die Veranstaltung berichtet – mit nicht besonders positiven Worten: „
Damit beendet Taxi Times die „Live-Berichterstattung“ von der Demo und dankt allen Teilnehmern, die uns mit Fotos und Videomitschnitten unterstützt haben sowie allen, die auf der Demo dabei waren und für mehrere Stunden ihre entgangenen Umsätze der guten Sache geopfert haben. ar
Fotos: privat (von Demo-Teilnehmern)







