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Bund soll Inklusionstaxis bezahlen

von Nicola Urban
18. März 2026
Lesedauer ca. 2 Minuten.
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Bund soll Inklusionstaxis bezahlen
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Mit einem gemeinsamen Schreiben an Bärbel Bas erhöhen der Sozialverband Deutschland und der VSPV den politischen Druck: Das Inklusionstaxi soll als entgeltfreie Beförderungsleistung fest im Sozialgesetzbuch IX verankert werden – inklusive klarer Finanzierung durch den Bund.

Ausgangspunkt der Forderung ist ein Widerspruch im bestehenden System: Zwar haben viele schwerbehinderte Menschen Anspruch auf kostenlose Nutzung des ÖPNV, doch in der Praxis bleibt dieser oft unerfüllbar. Gerade im ländlichen Raum fehlt es an barrierefreien Angeboten – Haltestellen sind nicht ausgebaut, Liniennetze zudem dünn. Die Folge: Der gesetzliche Anspruch existiert nur auf dem Papier. Wer Bus und Bahn nicht nutzen kann, bleibt trotz Berechtigung von Mobilität oftmals ausgeschlossen.

Für SoVD und VSPV ist klar: Das Inklusionstaxi ist keine Sonderlösung, sondern die notwendige Ergänzung des bestehenden Systems. Es soll genau dort einspringen, wo der klassische Linienverkehr versagt. Statt komplizierter Einzelfallregelungen, Krankenkassenanträge oder kommunaler Sonderprogramme fordern die Verbände eine einheitliche, bundesweit geregelte Lösung. Ziel ist es, Bürokratie abzubauen und echte Teilhabe zu ermöglichen. Ein zentraler Punkt ist die Kostenträgerschaft. Die Verbände argumentieren eindeutig: Wenn der Bund den Anspruch gesetzlich festlegt, muss er ihn auch finanzieren.

Mit geschätzten rund 70 Millionen Euro jährlich sei der Aufwand überschaubar – insbesondere im Vergleich zu den gesellschaftlichen Folgekosten mangelnder Mobilität, etwa durch Isolation oder steigende Pflegebedürftigkeit.

Für das Taxigewerbe hätte eine solche Regelung weitreichende Auswirkungen. Eine gesicherte Finanzierung würde Investitionen in barrierefreie Fahrzeuge deutlich attraktiver machen und den flächendeckenden Ausbau ermöglichen. Zudem fordern die Verbände in dem offenen Brief eine bundesweite Anschubfinanzierung für Fahrzeugumbauten, verbindliche Qualitätsstandards und klare digitale Strukturen. Die Infrastruktur im privaten Personenverkehr sei bereits vorhanden – jetzt brauche es nur noch den politischen Rahmen.

Die Forderung nach einem bundesfinanzierten Inklusionstaxi zielt auf nicht weniger als einen Paradigmenwechsel: Weg von punktuellen Lösungen, hin zu einem verlässlichen Bestandteil der Daseinsvorsorge.

Für das Taxigewerbe eröffnet sich damit nicht nur ein neues Geschäftsfeld – sondern auch eine zentrale Rolle bei der Umsetzung echter gesellschaftlicher Teilhabe. Taxi ist wertvoll! nu

Beitragsfoto: Sascha Waltemate, Michaela Engelmeier und Patrick Meinhardt fordern die tatsächliche Umsetzung echter gesellschaftlicher Teilhabe, Foto: VSPV

Tags: Bärbel BasBundFinanzierungInklusionstaxiSozialverband DeutschlandVSPV
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Nicola Urban

Die Journalistin war als Hörfunk-Nachrichtenredakteurin mehrere Jahre mit Taxis auf den Münchner Straßen unterwegs und auch ihre bessere Hälfte ist beruflich eng mit dem Taxigewerbe verwurzelt – seit dem brennt sie für das Gewerbe, ist die eierlegende Wollmilchsau der Taxi Times und unterstützt sowohl redaktionell als auch in der Verwaltung.

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