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Frankfurter Taxigenossen verkaufen an Uber

von Jürgen Hartmann
5. März 2026
Lesedauer ca. 2 Minuten.
10
Frankfurter Taxigenossen verkaufen an Uber
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Eine Mehrheit der rund 60 verbliebenen Genossen der Taxi Frankfurt haben sich für einen Verkauf ihrer Anteile an die SafeDriver Group entschieden.

Die Generalversammlung der Taxi Frankfurt eG hat mehrheitlich einem Kaufangebot der SafeDriver Group aus Berlin zugestimmt. Sie ist seit Jahren das Generalunternehmen für Uber in Deutschland.

Über die gestrige Entscheidung wurden heute die Mitglieder und Teilnehmer der Taxi-Vermittlungszentrale informiert. Die Entscheidung sei mit großer Mehrheit gefallen, heißt es in dem unserer Redaktion vorliegenden Schreiben, das von den Vorständen Marten Clüver, Roman Marx und Ufuk Gergin unterzeichnet worden ist und in dem das Wort „Uber“ nicht ein einziges Mal auftaucht.

Die Verhandlungen zwischen den Vorständen Clüver und Marx und Thomas Mohnke für die Uber-Seite laufen seit mehr als einem Jahr. Publik geworden waren sie erstmals im vergangenen Herbst während eines Treffen des Zentralenverbunds von Taxi Deutschland, dem Marten Clüver als Vorstandsvorsitzender vorsteht.

Auch Hermann Waldner von der Berliner Taizentrale hatte als TAXI ONE ein Gebot abgegeben, doch die Entscheidung fiel nun pro Uber. Die Taxi Frankfurt eG vermittelt seine Fahrten an einen Großteil aller in Frankfurt zugelassenen Taxis. Die meisten davon sind vertraglich als „Teilnehmer“ an die Zentrale angeschlossen. Zu den Anteilseignern zählen noch lediglich rund 60 Mitglieder. Laut Insiderberichten halten die rund 60 Genossen insgesamt mehr als 800 Anteile. Es dürfen maximal 50 Anteile pro Genossenschaftsmitglied gehalten werden. Der Nennwert dieser Anteile lag bei der Ausgabe bei damals noch 1.000 Deutsche Mark. Die SafeDriver Group hat den Genossen laut Insiderangaben pro Anteil zwischen 8.000 und 10.000 Euro geboten. Ein Genosse mit 50 Anteilen kommt so auf eine Verkaufssumme von mindestens 400.000 Euro.

An der Mitgliederversammlung hatten rund 40 Genossen teilgenommen, von denen mehr als dreißig einem Verkauf ihrer Anteile zugestimmt haben. Bis Ende April soll der Kauf final abgewickelt sein. Sieben anwesende Genossen haben sich einem Verkauf verweigert. Wie sich die nicht erschienenen Genossen entscheiden, ist nicht bekannt. Insidern zufolge soll es sich hier wie auch bei einem Großteil der Anwesenden um Genossen handeln, die aufgrund ihres gesetzten Alters zwar noch Anteile halten, aber keine Taxis mehr in Frankfurt betreiben.
In ihrem heutigen Informationsschreiben informieren Clüver, Marx und Gergin die Beschäftigten und Teilnehmer, dass sich durch den Anteilsverkauf zunächst einmal nichts ändern werde. „Der Geschäftsbetrieb und alle Verträge laufen unverändert weiter.“

Die SafeDriver Group habe erklärt, den Geschäftsbetrieb stabilisieren zu wollen und die Taxizentrale zukunftssicher fortzuführen. Zudem wolle man die Auftragslage der angeschlossenen Taxibetriebe verbessern und so die Arbeitsplätze absichern.

Dabei setze der Uber-Generalunternehmer „auf die gewachsenen Strukturen und Kompetenzen sowie das gestanden Team.“ Der Standort Frankfurt bleibe erhalten. „Die Erwerberin bekennt sich ausdrücklich zur Dienstleistung Taxi“, heißt es in dem Schreiben. Und weiter: „Für unsere Anschlusspartner sind neue, attraktive Angebote geplant. Das Zukunftskonzept dazu ist fertig ausgearbeitet.“

Ob es dazu allerdings kommen wird, ist trotz der Mehrheitsentscheidung noch offen. Mehrere Insider berichten übereinstimmend, dass Mohnke und seine SafeDriver Group nur dann einsteigen will, wenn sie mehr als 90 Prozent der Anteile abkaufen kann. jh

Hinweis der Redaktion: Über den Ablauf der Versammlung mussten alle Beteiligten eine schriftliche Stillschweigen-Vereinbarung unterzeichnen. Unsere ursprüngliche Meldung von Donnerstag Mittag basierte daher noch ausschließlich auf dem Infoschreiben an die Teilnehmer und Beschäftigten. Mittlerweile sind dann aber doch einige übereinstimmende Internas aus verschiedenen Quellen nach außen gedrungen, so dass der Beitrag von der Taxi-Times-Redaktion noch einmal überarbeitet worden ist.

Beitragsbild: die Frankfurter Genossen Roman Marx und Marten Clüver und Ennoo-Safedriver-Geschäftsführer Thomas Mohnke; Fotos und Collage: Taxi Times

Tags: Marten ClüverSafeDriver GroupTaxi Frankfurt eGÜbernahme
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Jürgen Hartmann

Der Verlagskaufmann und ehemalige Taxiunternehmer gründete 2014, als Reaktion auf die Veränderungen innerhalb des Taxigewerbes, den Taxi Times Verlag. Als Herausgeber etablierte er die Taxi Times Print-Magazine und das Onlineportal Taxi-Times.com mit dem Anspruch, ein Sprachrohr für die Taxibranche zu schaffen.

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Kommentare 10

  1. TaxiTaxi says:
    4 Monaten her

    Sehr enttäuschend. Ein schwarzer Tag für das Taxigewerbe. :/

    Antworten
  2. Rslf Buescher says:
    4 Monaten her

    Mir ist nicht zum Lachen zu Mute.

    Ich bin wütend.

    Grüße

    Antworten
  3. Jan Grupe says:
    4 Monaten her

    Wenn man sich anschaut welche führenden Verbandsvetreter an diesem katastrophalen Deal gearbeitet haben, fragt man sich wo die Stellungnahmen und personellen Konsequenzen bleiben. Nach jahrelangen Anti-Uber-Kampagnen ist das bitter und enttäuschend. In Jugendsprache würde man „ehrenlos“ sagen….

    Antworten
  4. Igor Isaev says:
    4 Monaten her

    Ist nicht schlimm. Es wird immer wieder eine Taxizentrale geben . Ganz einfach .

    Ich weis nicht wie dumm einer sein kann als Taxiunternehmer an diese Zentrale noch angeschlossen zu bleiben um mehr Aufträge zu bekommen ggf die Aufträge von Uber zu bekommen wenn die Taxen kein Generalunternehmer und keine Zentrale brauchen um von Uber Aufträge zu erhalten. Also wer mit Uber arbeitet kann sich ohne Mohnke direkt bei Uber anschließen und loslegen. Alles das für mich ist ein Zeichen dass Mohnke mit sein Mietwagen eh verliert im Kampf geh Taxi als gewinnt da er analysiert und versteht dass er bald ohne Job bleibt . Auf diesem Weg versucht er gegenüber Uber als Herrscher der Marktanteile des Taximarktes im Frankfurt zu haben um weiter hin zu profitieren. Aber den Vernichtungskampf hat er verloren . Also Herr Mohnke weiter so !!!! Mach mal mal gucken was du noch alles für Ideen hast!!!

    Schöne Grüße an alle die weiter in diese Zentrale angeschlossen bleiben !

    Antworten
  5. Soganci says:
    4 Monaten her

    bekennt sich ausdrücklich…. Frankfurt hatte das Potenzial mit der Vermittlung des Umlandes solchen Lächerlichkeiten aus dem Weg zu gehen. Jetzt wird dem Teilnehmer die Pistole auf die Brust gesetzt und dadurch stellvertretend jedem Taxibetrieb, der sich immer noch traut nicht mit dieser Plattform zusammen zu arbeiten: Entweder du arbeitest mit mir zusammen, oder du kannst gehen heisst es. Der Kunde bekommt Preise angezeigt, die dem Taxi nun den letzten Todesstoß verpassen. War es das jetzt? Nein, eine Mobilisierung kann immer noch stattfinden, wenn man will. Ehrenvolle Herren haben wir genug in unseren Reihen.

    Antworten
  6. Andreas says:
    4 Monaten her

    In der Tat eine sehr sehr traurige Nachricht. Es zeigt wie zahnlos unser Rechtssystem eigentlich ist. Es wird betrogen und betrogen und betrogen und nichts können wir unternehmen. Vielleicht müssen wir Taxi neu erfinden um zu bestehen. Der Vorteil der Taxitarife und der Tarifpflicht macht uns das Leben leider schwer. Und selbst damit ist es schwer für uns Taxler zu überleben aber wenn wir nicht komplett vom Markt verschwinden wollen müssen wir uns gemeinsam – als Branche – etwas einfallen lassen.

    Antworten
  7. Taxi Nicci says:
    4 Monaten her

    Da die Option von einem Gebot aus Berlin von Taxi One besteht, sollte das Unternehmen auf keinen Fall an Uber gehen,. Auch wenn das Gebot niedriger sein sollte, aber das würde Jahrelangen Kampf zunichte machen.

    Antworten
    • Özkan Kaya says:
      4 Monaten her

      Wer statt Uber, Taxi One aus Berlin befürwortet, kennt Taxi One nicht. In Bezug auf Gewinnmaximierung zu eigenen Gunsten gibt es da keinen Unterschied.

      Antworten
  8. Huber says:
    4 Monaten her

    Das ist das Deutschland im Jahre 2026. Nur Betrüger kommen weiter und unsere korrupten Politiker, angefangen von Andreas Scheu… bis hin zu den Uberbürgermeistern Reit… schauen zu .
    Ein sehr trauriger Tag in der Geschichte des Taxigewerbes.

    Antworten
  9. Mario Höhne says:
    4 Monaten her

    Ich spekuliere: Da haben einige Personen sich richtig die Taschen vollmachen können.
    Alle sprechen gegen Uber, dann muss es auch so sein! Dann gehört eine solche Genossenschaft in die Hände der Taxiunternehmen.

    Antworten

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