Der Startschuss ist gefallen: Im Nordosten, Westen und Südosten der Stadt Hamburg bedienen jetzt Taxis die Letze Meile zwischen ÖPNV-Haltestelle und Wohnort. Die Gewerbevertretung „Taxen-Union“ begrüßt den Start ausdrücklich.
Seit dieser Woche haben Hamburgs ÖPNV-Kunden die Gelegenheit, in drei Hamburger Außenbezirken von zuhause zu den nächst gelegenen Haltestellen per Taxi gebracht zu werden. Die Gebiete dafür sind genau definiert, die Erprobung ist zunächst auf ein Jahr festgelegt – mit dem klaren Ziel, diesen Service als Dauerlösung zu etablieren (Taxi Times berichtete). Jede Taxifahrt soll dann pauschal sechs Euro kosten. Nach Taxitarif müssten Fahrgäste etwa das Doppelte bezahlen. In der Regel ist keine Fahrt länger als drei Kilometer.
Genehmigt sind diese Preise von der Stadt Hamburg. Der so genannte On-Demand-Dienst wird als Linienverkehr nach Paragraph 44 des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) durchgeführt. Buchbar sind die Fahrten über die Apps von Freenow by Lyft und von Hansataxi (dort über die App von taxi.eu). Anders als bei anderen On-Demand-Diensten wird die Preisdifferenz hier nicht von der Stadt ausgeglichen, sondern vom Taxigewerbe eigenwirtschaftlich getragen, was vereinzelt auch kritisiert wird.
Dies greift auch Jan Grupe von der Hamburger Taxenunion auf, der größten Hamburger Gewerbevertretung. Ein Fahrpreis von sechs Euro für den Fahrgast sei dauerhaft nur möglich, wenn dieses Angebot – wie andere Teile des öffentlichen Verkehrs auch – anteilig finanziert wird. Dabei scheut die Taxenunion nicht den Kostenvergleich mit anderen Anbietern: „Selbst mit Förderung bleibt das Taxi in diesem Einsatz deutlich wirtschaftlicher als viele andere Systeme, bei denen erst aufwendig neue Betriebsstrukturen aufgebaut, Fahrzeuge angeschafft und Personal vorgehalten werden müssen“, rechnet Grupe vor. „Das Taxi nutzt vorhandene Infrastruktur – und genau das macht den Unterschied.“
Man habe als Taxen-Union die Entwicklung des Projekts von Beginn an begleitet und begrüße den jetzt erfolgten Start ausdrücklich. Durch die Umsetzung über die beiden größten Hamburger Taxivermittler Hansataxi und Freenow by Lyft – und über deren Kooperationspartner auch Stadtrandzentralen und Betriebe wie Taxi Alstertal, Funktaxi Bergedorf, Best Taxi und Rana Taxi – sei ein großer Teil des Hamburger Gewerbes aktiv eingebunden.
Für die Taxen-Union sei dieses Projekt ein „überfälliger Schritt mit Substanz: Hamburg nutzt die Stärke eines Systems, das seit Jahrzehnten funktioniert: Das Taxi ist flexibel, verfügbar und sofort einsatzbereit“, sagt Grupe.
Als Linienbedarfsverkehr nach § 44 PBefG werde das Taxi gezielt dort eingesetzt, wo klassische Angebote an ihre Grenzen stoßen, indem das On-Demand-Taxi die Menschen genau dorthin bringe, wo der ÖPNV beginnt – von der Haustür zum Bahnhof und zurück.
Ausdrücklich hervorgehoben wird seitens der Taxenunion auch der Umweltaspekt, weil bei den letzte-Meile-Fahrten überwiegend Elektrotaxis eingesetzt werden. „Das Taxigewerbe hat den Wandel längst vollzogen. Elektromobilität ist Realität – und wird hier konsequent genutzt“, verspricht Grupe.
Entsprechend positiv ist auch das Fazit von Hamburgs Gewerbevertretung: „Mit dem Projekt setzt Hamburg auf eine Lösung, die pragmatisch, wirtschaftlich und sofort wirksam ist. Die Taxen Union Hamburg wird diesen Weg weiterhin aktiv begleiten und unterstützen. Das Taxi ist bereit – jetzt wird es Teil der Lösung und es geht darum, diese Lösung weiterzuentwickeln und perspektivisch auf weitere Stadtteile zu übertragen.“ jh
Beitragsfoto: KI-generiertes Symbolfoto








Wieder einmal wird das Taxigewerbe in Hamburg vor vollendete Tatsachen gestellt.
Eigenwirtschaftlich Touren für 6€ mit finanzierten Elektrotaxen fahren. Und davon auch noch 13,60€ Mindestlohn zahlen.
Ich bin wirklich sprachlos wer sich diesen Schwachfug ausgedacht hat?
Hamburg hat sowas von fertig…