In den sozialen Medien macht die Meldung aus dem Taxigewerbe des Landkreises Dahme-Spreewald die Runde, dass Berliner Taxis sich ab dem Jahreswechsel nicht mehr am Flughafen BER bereithalten dürfen.
Nach Angaben eines Taxiverbandes, der die Interessen der Taxiunternehmen im Landkreis Dahme-Spreewald (LDS) vertritt, soll im Landratsamt heute die Entscheidung gefallen sein, dass das Bereithaltungsrecht für Berliner Taxis am Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) mit dem Jahreswechsel endet. In einer Mitteilung an die eigenen Kollegen, die auch taxi Times vorliegt, berichtet eine Verbandsvertreterin von einem zweistündigen Treffen beim Landratsamt, an dem alle LDS-Taxiverbände teilgenommen hätten. Die Kündigung der Vereinbarung mit dem Land Berlin sei in Anwesenheit der Verbandsvertreter unterzeichnet worden. „Ab dem 01.01.2027 werden hier nur noch LDS-Taxen im Einsatz sein“, heißt es in der Nachricht.
Eine offizielle Bestätigung dieser Darstellung steht allerdings noch aus. Eine Pressesprecherin des Landkreises wollte sich gegenüber Taxi Times am heutigen Freitag dazu nicht äußern. Sie verwies auf eine gemeinsame Presseerklärung mit dem Land Berlin, die am Montag veröffentlicht werden soll.
Der Verbandsmitteilung zufolge war der Entscheidung ein längerer Überzeugungsprozess vorausgegangen. Es habe unter anderem Bedenken gegeben, ob nach einem Ausschluss aller Berliner Taxis ausreichend Großraumtaxis am Flughafen zur Verfügung stehen würden. Die Verbandsvertreter hätten zugesichert, diese Herausforderungen bewältigen zu können. Die Zahl der Taxis im Landkreis soll dauerhaft auf 500 begrenzt bleiben.
Dass die bisherige Regelung für Berliner Taxis am BER über den Jahreswechsel hinaus nicht gesichert ist, hatte das Berliner Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (LABO) bereits im September öffentlich gemacht – im Rahmen einer Information zur Bewerbungsphase für Aufstellberechtigungen. Als Hintergrund nannte die Behörde die 2026 stark gesunkene Taxinachfrage ankommender Fluggäste. Der Landkreis erwäge deshalb, die seit 2020 bestehende Vereinbarung zum Jahresende zu kündigen. In Gesprächen mit der Berliner Verkehrsverwaltung werde erörtert, wie sich die Nachfrage stabilisieren und eine Kündigung gegebenenfalls abwenden lasse. Dieses Ziel scheint die Berliner Behörde nun nicht erreicht zu haben.
Das exterritoriale Bereithaltungsrecht für Berliner Taxis ist ein ewiger Streit: Der am 31.10.2020 eröffnete Flughafen Berlin-Brandenburg Willy Brandt liegt – ebenso wie sein von 1946 bis 2020 bestehender Vorgänger-Flughafen „Berlin-Schönefeld“ (SXF) – in der Gemeinde Schönefeld, die zum brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald (LDS) gehört, dessen Zahl an Taxikonzessionen bis vor wenigen Jahren nicht für die Bedienung eines so großen Flughafens ausgereicht hätte. Daher wurde schon zu Zeiten der mitllerweile geschlossenen Berliner Flughäfen Tegel und Tempelhof zwischen Berlin und dem LDS darüber verhandelt, ob und wie viele Berliner Taxis in Schönefeld am Flughafen stehen dürfen und zu welchen Bedingungen – mal musste Berlin den Taxis aus dem LDS das Bereithalten am Flughafen Tegel erlauben, mal an sämtlichen Berliner Halteplätzen.
Nach der letzten, derzeit noch geltenden Vereinbarung können bis zu 550 Berliner Taxis eine Ladeberechtigung für den BER erhalten. Deren Laufzeit ist laut LABO jedoch nur bis zum 31. Dezember 2026 gesichert. Das jüngste Auswahlverfahren wurde deshalb so gestaltet, dass Laufzeit und Umfang der Berechtigungen an das Verhandlungsergebnis angepasst werden können. Eine erneute Bewerbung oder Auslosung sollte dafür nicht erforderlich sein.
Dass die Berliner Taxis ihre Berechtigung zur Bereitstellung am BER tatsächlich zum Jahreswechsel verlieren, dürfte die angekündigte gemeinsame Erklärung am kommenden Montag bestätigen. ar/jh
Beitragsfoto: Axel Rühle








