Die Krise im Taxi- und Mietwagengewerbe spitzt sich weiter zu – und erstmals rückt eine Forderung besonders in den Fokus: Ein Sprit-Zuschlag bei Krankenfahrten, finanziert durch die Krankenkassen.
Wie der Branchenverband MOLO für Rheinland-Pfalz mitteilt, geraten immer mehr Betriebe durch steigende Kosten massiv unter Druck. Neben höheren Ausgaben für Personal, Fahrzeuge und Betriebsmittel trifft vor allem die aktuelle Entwicklung der Treibstoffpreise die Unternehmen empfindlich. Viele Betriebe stehen laut Verband inzwischen vor existenziellen Problemen.
Besonders brisant: Die Auswirkungen reichen weit über die Branche hinaus. Krankenfahrten, Schülertransporte, Fahrten für Menschen mit Behinderungen sowie Kindergartenverkehre könnten in ihrer bisherigen Form nicht mehr aufrechterhalten werden. Gerade im ländlichen Raum drohen Versorgungslücken. „Wir sehen eine Branche, die für die Daseinsvorsorge unverzichtbar ist, in einer existenziellen Krise“, erklärt Guido Borning, Geschäftsführer des Verbandes. Ohne schnelle Maßnahmen sei die Mobilität vieler Menschen konkret gefährdet.
Neu an der aktuellen Debatte ist vor allem die klare Forderung an die Krankenkassen: Temporäre Zuschläge zur Abfederung der gestiegenen Spritkosten bei Krankenfahrten.
Während einige Kommunen bereits auf die Lage reagieren und Tarife anpassen, bleibt die Unterstützung durch die Kostenträger bislang aus. Genau hier sieht MOLO akuten Handlungsbedarf: „Die Krankenkassen gehen auf unsere Forderung nach Zuschlägen bislang nicht ein“, so Borning. Dabei seien gerade Krankenfahrten ein zentraler Bestandteil der Versorgung – und für viele Unternehmen wirtschaftlich kaum noch tragfähig.
Auch MOLO-Geschäftsführer Heiko Nagel kritisiert die bisherigen politischen Maßnahmen: Diese hätten die gewerbliche Mobilitätsbranche bislang kaum erreicht. Es brauche gezielte Instrumente statt pauschaler Entlastungen.
Neben den Zuschlägen bei Krankenfahrten fordert der Verband weitere Maßnahmen: die Einführung eines Gewerbediesels, Absenkung der Mehrwertsteuer in der Personenbeförderung, schnelle und unbürokratische Tarifanpassungen sowie Zuschläge für Schüler-, Behinderten- und Kindergartenfahrten.
Der Appell des Verbandes richtet sich an Politik und Kostenträger gleichermaßen. Ohne kurzfristige Lösungen drohe nicht nur eine wirtschaftliche Schieflage der Betriebe, sondern ein strukturelles Problem in der Mobilitätsversorgung. „Es geht nicht nur um eine Branche – es geht um die Sicherstellung grundlegender Mobilität“, betonen Borning und Nagel.
Ob und wie die Krankenkassen auf die Forderung nach Sprit-Zuschlägen reagieren, dürfte damit zu einer entscheidenden Frage für die Zukunft vieler Taxiunternehmen werden. nu
Beitragsfoto: KI-generiertes Symbolbild






