Die politische Debatte um die Abschaffung oder Einschränkung von Minijobs nimmt an Fahrt auf – und sorgt im Taxi- und Mietwagengewerbe für massive Kritik. Der Taxi- und Mietwagenverband Deutschland e. V. (TMV) wirft der Politik vor, mit weitreichenden Forderungen zu operieren, ohne tragfähige Lösungen vorzulegen.
TMV-Präsident Thomas Kroker findet in der aktuellen Pressemitteilung deutliche Worte: Die Politik spiele „mit der Zukunft von Millionen Menschen – ohne Konzept, ohne Folgenabschätzung“. Tatsächlich arbeiten aktuell rund 6,8 bis 7 Millionen Menschen in Deutschland in Minijobs. Vor diesem Hintergrund wirken Forderungen nach einer Abschaffung aus Sicht des Verbands wie ein riskantes Experiment.
Unterstützung für entsprechende Vorstöße kommt aus Teilen der CDU/CSU sowie von Gewerkschaftsseite. Auch aus der SPD gibt es Zustimmung – allerdings ohne konkretes Anschlussmodell. Genau hier setzt die Kritik des TMV an: „Die Politik ist sich erstaunlich einig – nur nicht darüber, was konkret passieren soll“, so Kroker.
Studien stützen diese Skepsis. Sowohl das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) als auch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) warnen vor den Folgen. Eine Abschaffung könnte Beschäftigten spürbar weniger Nettoeinkommen bringen, während die Entlastung der Sozialkassen gering bliebe und die Bürokratie zunehmen würde.
Besonders drastisch fällt ein konkretes Rechenbeispiel aus: Bei einem Monatsverdienst von 603 Euro würden nach Abzügen in Steuerklasse VI und Sozialversicherung nur noch rund 420 Euro übrig bleiben – ein Minus von etwa 30 Prozent. Für viele Beschäftigte wäre das ein klares Signal, solche Jobs nicht mehr auszuüben.
Gerade im Taxi- und Mietwagengewerbe hätte dies gravierende Folgen. Minijobber sichern hier zentrale Bereiche der Mobilität ab – von Schülerbeförderung über Kranken- und Behindertenfahrten bis hin zu Nacht- und Wochenenddiensten. Ohne diese flexible Beschäftigungsform drohen insbesondere im ländlichen Raum spürbare Versorgungslücken.
Der TMV fordert daher ein Umdenken: Eine Reform oder Abschaffung von Minijobs dürfe nur mit einem durchgerechneten, tragfähigen Gesamtkonzept erfolgen – und müsse gemeinsam mit den betroffenen Branchen entwickelt werden. Denn für das Gewerbe steht fest: Ohne Plan droht nicht weniger als ein Bruch in der alltäglichen Mobilitätsversorgung. nu
Beitragsfoto: KI-generiertes Symbolbild








Ohne Minijobs hätten wir über Nacht keine Mietwagen mehr. Damit würde sich, zumindest in den Großstädten, das Taxi fahren in Vollzeit wieder lohnen.