Aktualisierung am 9.4.2026: siehe unten
Die Ergebnisse der jüngsten Verkehrsministerkonferenz stoßen beim Verkehrsverband VSPV auf deutliche Kritik – insbesondere mit Blick auf den öffentlichen Nahverkehr. Aus Sicht des Verbands bleibt die Politik erneut hinter den Erwartungen zurück und verpasst die Chance auf echte Verbesserungen für die Mobilität in Deutschland.
Patrick Meinhardt, Generalbevollmächtigter und Leiter des Hauptstadtbüros des VSPV, äußert sich gewohnt reklamierend: Die zentrale Frage sei, ob die Verantwortlichen überhaupt eine echte Nahverkehrsoffensive wollten. Zwar werde das Deutschlandticket weiter vereinfacht, doch an den grundlegenden Problemen ändere sich wenig. Gerade im ländlichen Raum und in den Randlagen der Städte fehle es weiterhin an verlässlichen Angeboten – insbesondere abends und am Wochenende. Die bestehenden Mobilitätslücken seien nach wie vor gravierend.
Für Meinhardt greift es deutlich zu kurz, lediglich den Status quo abzusichern. Entscheidend sei nicht nur die Finanzierung, sondern vor allem die politische Prioritätensetzung. Mobilitätsgerechtigkeit dürfe kein Randthema mehr sein. Zwar begrüßt der VSPV den geplanten Sondergipfel zur Finanzierung des ÖPNV, fordert jedoch deutlich mehr als nur den Ausgleich der prognostizierten Finanzierungslücke von rund 14 Milliarden Euro bis 2031. Die Regionalisierungsmittel müssten nicht nur erhöht, sondern auch grundlegend neu strukturiert werden.
Besonders deutlich wird der Verband beim Blick auf die Rolle des Taxis: Dieses werde politisch weiterhin unterschätzt. Meinhardt fordert, das Taxi endlich verbindlich als Teil des ÖPNV anzuerkennen und entsprechend in die Planungen miteinzubeziehen. Das Konzept des „ÖPNV-Taxis“ müsse ein zentraler Bestandteil eines bundesweiten Nahverkehrsplans werden.
Aus Sicht des VSPV braucht es dafür einen großen Wurf: einen bundesweiten ÖPNV-Gipfel, an dem Bund, Länder, Kommunen und Verbände gemeinsam teilnehmen. Nur so könne ein tragfähiges und zukunftsfähiges Mobilitätskonzept entstehen. Alles andere, so Meinhardt, sei schlicht „zu klein gedacht“. nu
Update am 9.4.2026.
Auch der TMV hat sich hinsichtlich der Lindauer Verkehrsministerkonferenz zu Wort gemeldet und kommt zu dem Ergebnis, dass die Chance, das Taxi stärker in das Deutschland-Ticket einzubinden, ungenutzt gelassen wurde.
TMV-Präsident Thomas Kroker erklärt dazu: „Das Positionspapier des TMV aus dem letzten Jahr zeigt eindrucksvoll, welche Möglichkeiten ein ÖPNV-Taxi, gerade im ländlichen Raum bietet. Was nutzt es, wenn die Bewohner zwar dort ein Deutschland-Ticket besitzen, aber am Abend, in der Nacht, am Sonn- oder Feiertag
keine Busse oder Bahnen unterwegs sind. Dann hilft auch das Deutschland-Ticket in keinster Weise, deren Mobilität aufrecht zu erhalten.“
Will man die Landflucht und die Verödung ganzer Landstriche vermeiden, müssen die Arbeitsplätze auf dem Land weiterhin attraktiv bleiben. Gerade hinsichtlich der Mobilität sieht der TMV eine große Chance in der Kooperation mit dem Taxigewerbe. Bereits jetzt zeigt das ÖPNV-Taxi vielerorts, wie Arbeitskräfte oder finanzielle Mittel eingespart werden können und man zugleich die Mobilität für die Landbevölkerung nachhaltig ausbaut. Der TMV bietet bei diesen Fragestellungen seine Hilfe an. red
Beitragsfoto: KI-generiertes Symbolbild







