Der 12. Parlamentarische Currywurstabend des Gesamtverbandes des Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) hat am 28. Mai im Brauhaus Ernst August in Hannover einen Besucherrekord verzeichnet. Nach Angaben des Verbandes kamen zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verkehrsbranche zusammen, um über aktuelle Herausforderungen des Verkehrsgewerbes zu diskutieren.
Zu den Gästen gehörten unter anderem Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne sowie Abgeordnete verschiedener Landtagsfraktionen. Auch zahlreiche Abgeordnete des niedersächsischen Landtages, der SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU, sowie Vertreter der Kammern, des Wirtschaftsrates, der Gewerkschaften sowie des Bundesamtes für Logistik und Mobilität nahmen an der Veranstaltung teil.

GVN-Landesvorsitzender Heiner Koch hob die Bedeutung des direkten Austauschs hervor. „Zwischen Currywurst und guten Gesprächen entsteht genau das, was unsere Branche braucht: Nähe, gegenseitiges Verständnis und einen offenen Dialog“, sagte er. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Themen wie faire Wettbewerbsbedingungen, Bürokratieabbau sowie steigende Energie- und Standortkosten. Stefan Weigand, Vorsitzender der Fachvereinigung Güterkraftverkehr und Entsorgung, sprach sich für einheitliche Kontrollen im europäischen Wettbewerb aus. „Es darf nicht sein, dass niedersächsische Betriebe härteren Maßstäben unterliegen als ausländische Transportunternehmen“, erklärte er.
Weitere Forderungen kamen aus den verschiedenen Fachvereinigungen des Verbandes. Maren Urban, Vorsitzende der Fachvereinigung Möbelspedition, plädierte für mehr Sensibilisierung bei der Vergabe von Umzugsleistungen. Gundula Hauenstein, Vorsitzende der Fachvereinigung Taxi und Mietwagen, erneuerte die Forderung nach einem einheitlichen Taxitarif in Niedersachsen.
Kritik äußerte die Branche zudem an der geplanten Novelle des Niedersächsischen Tariftreue- und Vergabegesetzes. Rainer Levelink, Vorsitzender der Fachvereinigung Omnibus und Touristik, sagte: „Der Zwang zur Personalübernahme und Einsicht in sensible Unterlagen gehen zu weit. Unser Appell an den Landtag: Stoppen Sie diese Vorlage.“

GVN-Hauptgeschäftsführer Benjamin Sokolovic kritisierte die aus Sicht des Verbandes steigenden Belastungen für Unternehmen. Insbesondere die sogenannte CO₂-Doppelbelastung im Güterverkehr führe zu Wettbewerbsnachteilen gegenüber Unternehmen in anderen europäischen Ländern. Zudem forderte er Entlastungen für den klimafreundlichen Nahverkehr bei den Treibstoffkosten.
Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne betonte die Bedeutung des Dialogs mit der Branche. „Es ist wichtig, gerade in diesen herausfordernden Zeiten, einen so engen Dialog zum GVN zu halten. Ich weiß das sehr zu schätzen“, sagte der Minister. Darüber hinaus kündigte er an, sich für eine möglichst hohe Förderung von Lkw-Ladeinfrastruktur in Niedersachsen einzusetzen und sprach sich für bezahlbare Führerscheine insbesondere im Flächenland Niedersachsen aus.
Mit Blick auf die Diskussion um das Tariftreue- und Vergabegesetz erklärte Tonne, die Einwände der Branche würden ernst genommen. „Wir haben eine Vereinbarung, dass es keine Angriffe auf den Tarifvertrag geben wird. Dieses Wort gilt“, so der Minister. Die von privaten Busunternehmen kritisierte Ungleichbehandlung gegenüber kommunalen Anbietern könne hingegen nur auf europäischer Ebene gelöst werden.
Hinweis der Redaktion: Der Text dieser Meldung entstammt einer Pressemeldung des GVN
Beitragsfoto: Hier geht es um die Currywurst. Foto: GVN







