Vor 100 Jahren erstritt Felizia Fischer das Recht für Frauen, in Wien beruflich Taxi zu fahren. Die Wiener Taxizentrale Taxi 40100 nimmt dieses Jubiläum zum Anlass für eine Marketingaktion, mit der sie gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlägt.
Der historische Anlass reicht bis zum 12. Oktober 1926 zurück. An diesem Tag gab der österreichische Verfassungsgerichtshof einer Beschwerde von Felizia Fischer statt und hob die geschlechtsbezogene Beschränkung für den damaligen „Platzwagenlenkerdienst“ auf. Damit wurde Frauen der berufliche Zugang zum Wiener Taxiverkehr eröffnet. Taxi 40100 nimmt dieses Jubiläum zum Anlass für eine Aktion, mit der sich die Wiener Taxizentrale letzte Woche an die Öffentlichkeit gewandt hat: Zehn Frauen erhalten eine kostenlose Taxilenkerinnen-Ausbildung in der eigenen Taxischule. Taxi 40100 möchte mit der Aktion an diesen Erfolg erinnern und zugleich mehr Frauen für die Arbeit hinter dem Taxilenkrad gewinnen.
Die zehn verschenkten Ausbildungen haben einen Gesamtwert von 5.200 Euro. Zum Zuge kommen die ersten zehn Bewerberinnen, die die erforderlichen Voraussetzungen erfüllen. Dazu zählen ein Mindestalter von 20 Jahren, mindestens ein Jahr Pkw-Fahrpraxis, eine abgeschlossene Führerschein-Probezeit und die Vorlage eines Strafregisterauszugs. Interessentinnen können sich mit dem Betreff „100 Jahre Felizia Fischer“ bei Taxi 40100 anmelden.
Die Ausbildung findet in der von Taxi 40100 selbst betriebenen Taxischule statt. Vermittelt werden unter anderem Ortskunde, rechtliche Grundlagen, Sicherheitsfragen und der professionelle Umgang mit Fahrgästen. Zur Wahl stehen einwöchige Tageskurse und zehntägige Abendkurse. Die unterschiedlichen Kurszeiten können den Einstieg auch für Bewerberinnen erleichtern, die ihre Ausbildung mit anderen beruflichen oder privaten Verpflichtungen vereinbaren müssen.
Für Taxi 40100 hat die Aktion neben ihrer öffentlichen Wirkung einen konkreten unternehmerischen Nutzen. Die Zentrale besitzt selbst keine Taxifahrzeuge, sondern vermittelt Aufträge an angeschlossene Unternehmen. Wenn sie neue Fahrerinnen für den Beruf gewinnt und deren Ausbildung organisiert, unterstützt sie somit die angeschlossenen Betriebe bei der Personalsuche. Die kostenlose Teilnahme senkt zugleich die finanzielle Einstiegshürde für die ausgewählten Bewerberinnen.
Auch der Betrieb einer eigenen Taxischule ist dabei eine Dienstleistung für die angeschlossenen Unternehmer. Sie können auf ein Ausbildungsangebot ihrer Zentrale zurückgreifen und müssen die Vermittlung der erforderlichen Kenntnisse nicht vollständig selbst organisieren. Die Jubiläumsaktion macht dieses Angebot öffentlich sichtbar und verbindet es mit der Ansprache einer Zielgruppe, die Taxi 40100 ausdrücklich stärker in ihrer Flotte vertreten sehen möchte.
Ein weiterer Bestandteil der Aktion schafft einen Anreiz für die anschließende Tätigkeit innerhalb der Zentrale: Wer nach erfolgreicher Prüfung als Fahrerin in der Taxi-40100-Flotte arbeitet, bekommt zusätzlich den erforderlichen Perfektionskurs bezahlt. Während die erste kostenlose Ausbildung den Zugang zum Beruf erleichtert, ist diese weitere Kostenübernahme an die spätere Tätigkeit in der angeschlossenen Flotte geknüpft. Sie kann damit sowohl die Personalgewinnung der Unternehmen unterstützen als auch die Bindung neuer Fahrerinnen an das Vermittlungsnetz stärken.
So nutzt Taxi 40100 ein historisches Jubiläum für eine Marketingaktion, die über reine Aufmerksamkeit hinausgeht. Die Zentrale wirbt für den Taxiberuf, stellt ihre eigene Ausbildungsleistung heraus und unterstützt ihre Partnerbetriebe beim Aufbau von Personal. Ob aus den zehn kostenlosen Ausbildungsplätzen tatsächlich zehn neue Fahrerinnen für die angeschlossenen Unternehmen entstehen, wird sich nach den Kursen und Prüfungen zeigen. Das Angebot setzt dafür zumindest einen konkreten finanziellen Anreiz. jh
Beitragsfoto: Taxi 40100 Meinrad Hofer







