Nach den wetterbedingt teils ungemütlichen Vorstellungen im Februar 2025 hat das Organisationsteam jetzt bekanntgegeben, dass das Taxi-Film-Fest 2026 mit dem Motto „Taxikultur“ für August/September geplant ist.
Wer in Berlin spontan Zeit hat, kann am heutigen Donnerstag ab 16 Uhr im ver.di-Kiezladen in der Otawistraße 15 im Ortsteil Wedding an einer etwa vierstündigen Retro- und Vorschau-Veranstaltung zum Taxi-Film-Fest teilnehmen. „Heute frieren die Berlinale-Sternchen wie jedes Jahr auf ihrem roten Teppich, wir machen es uns gemütlich und schauen uns an, was uns gefällt. Es gibt eine Auswahl aus dem Programm 2024 und dem Programm 2025 sowie Einblicke in die Auswahl für das 3. Taxifilmfest 2026“, so Initiator Klaus Meier.
Das Taxi-Film-Fest wird dieses Jahr Teil des erstmalig stattfindenden Taxi-Kultur-Festivals sein, hinter dem hauptsächlich der Taxiunternehmer Stephan Berndt steht. Es war erstmalig 2024 von Klaus Meier, Stephan Berndt und Irene Jaxtheimer mit technischer Betreuung durch Jerome Kirschkowski und finanzieller Unterstützung von Hermann Waldner auf die Beine gestellt worden und ist aus dem Protest dagegen hervorgegangen, dass die Internationalen Filmfestspiele „Berlinale“ 2023 den US-Fahrdienst Uber als einen ihrer Hauptsponsoren gepriesen hatte. Dagegen und gegen die Umbenennung der Mercedes-Benz-Arena in „Uber-Arena“ gab es aus mehreren Teilen des Taxigewerbes sowie von politischer Seite scharfe Kritik und zum Teil künstlerische Aktionen. Taxi Times verlieh im Februar 2023 der damaligen Berlinale-Geschäftsführerin Mariëtte Rissenbeek und der damaligen Kulturstaatsministerin Claudia Roth symbolisch die „Goldene Augenbinde“ dafür, dass diese trotz deutlicher Aufklärung aus der Taxi-Times-Redaktion und von Verbandsseite an Uber als Unterstützer von Veranstaltungen wie der Berlinale und des Bundespresseballs festhielten.
Im letzten Jahr brauchten die Besucher des Taxi-Film-Fests zum Teil warme Kleidung, wenn sie etwa im Großraumtaxi von Stephan Berndt in den Genuss von Filmvorführungen kommen wollten. Das tat der Nachfrage aber wenig Abbruch, und belohnt wurden die Zuschauer mit ausgewählten Film-Perlen, vielen Vorfilmen sowie mit Highlights wie dem persönlichen Besuch der Regisseurin des Kinofilms „Es geht um Luis“ und sogar einer Weltpremiere, bei deren Teilnahme niemand frieren musste: Im Kinosaal des legendären Tanzclubs „Zur wilden Renate“ feierte der Dokumentarfilm „Wat Neuet im Westen“ / „Ruins“ seine erste öffentliche Aufführung, ebenfalls unter Anwesenheit der Filmemacher.
Für das diesjährige Taxi-Film-Fest läuft seit November die Frist, um Filme einzureichen und Vorschläge zu machen, sich an der Vorbereitung und Filmauswahl zu beteiligen. Näheres auf der Internetseite des Taxi-Film-Fests. Dort heißt es: „Mit dieser dritten Ausgabe des Taxifilmfest zeigen wir erneut, dass wir nicht nur Leute von A nach B kutschieren, denn das kann heute zur Not der Roboter. Wir haben über viele Jahrzehnte unsere eigene Taxikultur geschaffen, die wir mit dem Taxifilmfest vorstellen und verteidigen.“
Über das Programm und die geplanten Veranstaltungen wird Taxi Times vorab informieren. ar
Beitragsbild: Motiv der Website zum „TaxiFilmFestival“; Hintergrundbild: Taxihalte Europacenter mit Gedächtniskirche, Nacht – Lizenz CC-BY – von Till Krech https://www.flickr.com/photos/extranoise








