Die Taxi-Branche in Regensburg steht durch den Wettbewerb mit Uber zunehmend unter Druck. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) unterstützt die Forderung der Taxler, möglichst zeitnah flexible Taxitarife einzuführen. Doch die Stadt will zunächst ein Gutachten zur Wettbewerbssituation abwarten und lässt damit möglicherweise zu viel Zeit vergehen.
Die IHK Regensburg drängt auf eine schnelle Anpassung der Taxitarifordnung. Taxibetriebe müssten künftig die Möglichkeit erhalten, innerhalb eines festgelegten Preiskorridors ihre Fahrpreise flexibel zu gestalten. Dabei könnten Nachfrage, Tageszeit und örtliche Begebenheiten berücksichtigt werden. Ziel sollte es sein, die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Plattformanbietern wie Uber zu stärken.
„Den Preiskorridor kann man unserer Ansicht nach auch kurzfristig einführen“, erklärt Manuel Lorenz, Referent für Verkehrspolitik bei der IHK Regensburg, gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung. Die Kammer fordert kurzfristig wirksame Maßnahmen, statt notwendige Entscheidungen durch langwierige Gutachten oder Strukturuntersuchungen zu verzögern.
„Moderne Mobilität braucht Vielfalt. Dazu gehören klassische Taxiunternehmen ebenso wie digitale Fahrdienstangebote. Entscheidend sind faire und nachvollziehbare Regeln für alle Marktteilnehmer, die konsequent durchgesetzt werden“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes in einer Presseaussendung der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim.
Auch die Taxi-Genossenschaft Regensburg fordert Veränderungen. Sie hatte bereits 2025 einen Tarifkorridor beantragt und setzt sich inzwischen zusätzlich für Mindestpreise im Mietwagenverkehr ein, wie sie bereits in vielen Städten für Uber und andere Plattformanbieter gelten.
Aber das Regensburger Taxigewerbe muss sich auch mit Kritik der IHK auseinandersetzen. So wird bemängelt, dass im Vergleich zur Uber-App bei Fahrten, die über die taxi.eu-App gebucht werden, vorab kein Fixpreis genannt wird. Hier irrt die IHK, denn technisch ist das natürlich mit der App möglich, aber in Regensburg dennoch ausgeschlossen, weil die Taxitarifordnung in der Domstadt bislang keinen Festpreis zulässt. Taxifahrten müssen derzeit also immer über den Taxameter durchgeführt werden.
Die Stadt Regensburg reagiert auf die Forderung nach Taxi-Festpreisen sehr zurückhaltend. Man hat es nicht so eilig und will zunächst die Wettbewerbssituation untersuchen lassen. Seit 2025 schiebt sie die Beauftragung eines Gutachtens vor sich her, und auch ein erstes Versprechen, das Ergebnis würde zum Jahresende vorliegen, ist in weite Ferne gerückt. In der Mittelbayerischen Zeitung ist zu lesen, dass sich die Stadt dazu entschlossen habe, dass das Gutachten auf den wirtschaftlichen Daten des Jahres 2026 basieren solle. Ergebnisse könnten somit frühestens 2027 vorliegen.
Die Regensburger Taxler wollen diese Verzögerung nicht hinnehmen und suchen das Gespräch mit Oberbürgermeister Thomas Burger (SPD). Doch das Rathaus winkt ab, man wolle erst die Auswertung des Gutachtens abwarten. Die IHK sieht die Stadt in der Verantwortung, zeitnah zu handeln. Die Regensburger Taxibranche benötigt aus ihrer Sicht kurzfristige Lösungen, um im Wettbewerb mit Uber bestehen zu können. sg
Beitragsfoto: Symbolbild Regensburg Quelle: Günnewig








