Auch in Wien kämpft das Taxigewerbe um sein Überleben. Die Fachgruppe Wien des Beförderungsgewerbes mit Personenkraftwagen hat sich dazu öffentlich zu Wort gemeldet.
Hohe Kraftstoffpreise sowie steigende Betriebs- und Personalkosten treffen auf einen seit 2023 nicht angepassten Wiener Taxitarif. Die Taxi-Innung fordert deshalb eine rasche Anpassung des Tarifs sowie Entlastungen bei den Treibstoffkosten.
Parallel dazu beschäftigt die Branche eine öffentliche Debatte über die Qualität des Taxigewerbes. Überhöhte Fahrpreise, illegale Fixpreise und die Ablehnung kurzer Fahrten – insbesondere rund um den Wiener Hauptbahnhof – schaden nach Ansicht der Branchenvertretung dem Ruf jener Betriebe, die korrekt arbeiten. Innungsobmann Resul Ekrem Gönültas fordert deshalb ausdrücklich stärkere behördliche Kontrollen.
Ein weiteres Thema ist die Verkehrspolitik der Stadt. Am Beispiel der geplanten Sperre der Stadionallee für Taxis kritisiert die Branche, bei Änderungen der Verkehrsführung nicht ausreichend eingebunden zu werden. Gefordert wird, Taxis künftig als festen Bestandteil des öffentlichen Verkehrs mitzudenken und Taxiunternehmen frühzeitig in Planungen einzubeziehen.
Kritik gibt es zudem an digitalen Vermittlungsplattformen, deren Preismodelle und Abrechnungen von vielen Taxiunternehmen als schwer nachvollziehbar empfunden werden. Gleichzeitig vermissen die Betriebe klare Aussagen der Stadt dazu, was unter der geforderten höheren Qualität konkret verstanden wird und wie diese wirtschaftlich finanziert werden soll.
Die zentrale Forderung der Branche lautet daher: faire wirtschaftliche Rahmenbedingungen, ein tragfähiger Taxitarif, konsequente Kontrollen und eine stärkere Einbindung der Taxiunternehmen in verkehrspolitische Entscheidungen. Die Unternehmen signalisieren ihre Bereitschaft zu Qualitätsverbesserungen, erwarten im Gegenzug aber einen Dialog mit der Stadt Wien auf Augenhöhe. sg
Beitragsfoto: Symbolbild Taxis in Wien. Foto: Taxi Times








