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Wo sieben Taxiunternehmer mit- anstatt gegeneinander arbeiten

von Simon Günnewig
14. April 2026
Lesedauer ca. 3 Minuten.
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Wo sieben Taxiunternehmer mit- anstatt gegeneinander arbeiten
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In Lippstadt fährt man bereits seit über 40 Jahren mit Taxi RoLi. Die Zentrale hat ihre Wurzeln in dem 1984 gegründeten Taxiunternehmen „Rosenthal und Lindner“ (daher RoLi) und hat sich mittlerweile zum größten Taxibetrieb der Stadt entwickelt.

Mit eigener Vermittlung und eigenem Betriebsgelände ist Taxi RoLi ein Zusammenschluss von sieben Taxiunternehmern mit über 30 Fahrzeugen. Jürgen Humpert, Guido Köhne, Ronald Nawrocki, Dirk Platzbecker, Francesco Sasso, Christian Schütze und Salih Nas haben ihre Fahrzeuge und Kräfte vereint, weil sie miteinander anstatt gegeneinander arbeiten.

Taxi RoLi bietet neben den klassischen Fahrten zum Bahnhof oder zum Flughafen auch Geschäfts- und Kurierfahrten, Kranken- und Rollstuhlfahrten, Einkaufs- und Besorgungsfahrten an. Der Fuhrpark ist dabei genauso unterschiedlich wie die beteiligten Unternehmer.

Neben diversen VW Caddy, Mercedes E-Klasse und VW Touran hat mit zwei Tesla Model Y-Taxis auch die Elektromobilität bei dem Lippstädter Unternehmen Einzug gehalten. Die eigene Ladeinfrastruktur ist so ausgelegt, dass sie weiter ausgebaut werden kann, allerdings mit der Vorgabe, dass nicht mehr als 10 kW-Strom pro Ladepunkt und Fahrzeug abgezapft werden.

„Die Hutablage muss raus!“ Dirk Platzbecker weiß, wie man mehr Gepäck unterbringen kann. Foto: Taxi Times

Anlass des Besuchs der Taxi-Times-Redaktion war unter anderem auch ein E-Taxi. Ein neuer Volkswagen ID.4 inklusive Taxiumrüstung ab Werk konnte von drei der acht beteiligten Unternehmern auf Herz und Nieren geprüft werden. Bevor sich der Wagen bei Dirk Platzbecker, Francesco Sasso und Salih Nas auf der Straße beweisen musste, wurde im ersten Schritt der Kofferraum begutachtet. Hutablage und doppelter Boden, so waren sich die Unternehmer einig, werden aus Platzgründen zu Hause gelassen. Dann bietet der Kofferraum mit seinem Fassungsvermögen von über 540 Litern mehr als ausreichend Platz für Gepäck

Francesco Sasso setzt bereits auf elektrische Taxis. Foto: Taxi Times

Bei der Sitzprobe wurde dann vor allem die Kopffreiheit positiv bemerkt. Verglichen mit den bereits eingesetzten Tesla Model Y, welche derzeit allerdings nicht als Taxi umzurüsten sind, fiel auf, dass der Einstieg hinten deutlich breiter gehalten ist.

Dafür hat man beim ID.4 ein anderes Manko festgestellt: „Für uns hat sich ein Frunk (Anm. d. Red.: Kofferraum unter der vorderen Haube) als sehr praktisch herausgestellt, weil dort das gesamte Fahrzeugzubehör – unter anderem auch das Ladekabel – untergebracht werden kann. Beim VW gibt es das leider nicht“, so Francesco Sasso.

Die Unternehmer schauten beim VW ID.4 ganz genau hin, schließlich braucht man für die derzeit eingesetzten VW Touran irgendwann einen Nachfolger. Auch wenn die Mehrzahl der Lippstädter Taxis noch als Verbrenner laufen, gibt man sich offen für die Zukunft. Der Fahrzeugspezialist bei RoLi, Salih Nas, zeigt gegenüber den E-Taxis keine Berührungsängste: „Wenn die Autos verlässlich 300 Kilometer am Stück fahren können, dann ist das für unsere Einsatzzwecke absolut ausreichend.“

Diese Voraussetzung kann der ID.4 Pro mit seinen laut Werksangabe 530 Kilometern Reichweite also erfüllen, und auch beim Fahrkomfort muss sich der Wolfsburger nicht verstecken, denn im direkten Vergleich zum Tesla Model Y ist der ID.4 deutlich komfortabler und nicht ansatzweise so straff gefedert, wie die im Betrieb eingesetzten amerikanischen Taxis, welche, so Francesco Sasso, dafür aber bei der Software besser abschneiden.

Disponent Ludger Hagenkamp mit Salih Nas, Dirk Platzbecker und Francesco Sasso (vlnr.) in ihren Betriebsräumen. Foto Taxi Times

Nach einer ausgiebigen Probefahrt fasst Dirk Platzbecker sein Fazit zusammen: „Der ID.4 hat das Zeug zum Touran Nachfolger!“ Auch gerade, weil er für die Abrechnungen zuständig ist und weiß, dass bei E-Fahrzeugen viel Geld bei Betriebs- und den Wartungskosten eingespart werden kann. Unter anderem spart man auch Zeit und Geld ein, weil der ID.4 in Hellelfenbein lackiert ist. Im Falle einer Unfallreparatur muss das Folieren nicht extra gezahlt werden. In Lippstadt ist man sich einig: „Aktuell sind vier unserer Fahrzeuge in der Werkstatt. Jeder Tag ohne Werkstattaufenthalt ist betriebswirtschaftlich gesehen ein Gewinn.“ sg

Beitragsfoto: Taxi Times

Tags: E-MobilitätE-TaxiLippstadtTaxi RoLiVW ID.4
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Simon Günnewig

Als „Redakteur Technik“ betreut er die Fahrzeug- und Zubehör-Themen in den klassischen Print und Onlinekanälen der Taxi-Times. Weiterhin ist er Ansprechpartner für Bewegtbild und digitale Distribution der Taxi Times Inhalte.

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