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Start Krankenfahrten

2,20 Euro: Kompromissangebot an die Krankenkassen

von Jürgen Hartmann
12. April 2026
Lesedauer ca. 2 Minuten.
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2,20 Euro: Kompromissangebot an die Krankenkassen
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Im Konflikt um eine faire Entlohnung für Krankenfahrten hat der Landesverband des Taxi- und Mietwagengewerbes Mecklenburg-Vorpommern in dieser Woche ein neues Angebot vorgelegt. Doch trotz einer mündlichen Zusage seitens der Krankenkassen für den Freitag geht man nun abermals ohne eine Lösung in die neue Woche.

Geht es nach dem Landesverband von Mecklenburg-Vorpommern, hätte man gerne am Freitagnachmittag gemeinsam mit den Krankenkassen eine Kompromisslösung verkündet, mit der dann ab Montag die flächendeckende mobile Versorgung aller Patienten wieder gewährleistet gewesen wäre. Dafür ist die Interessenvertretung des Taxi- und Krankenfahrtgewerbes mit einem weiteren Angebot weit unter die wirtschaftliche Schmerzgrenze gegangen.

Ihr Vorschlag: 2,20 Euro pro Besetztkilometer für alle Kranken- und Serienfahrten, geregelt in einem Rahmenvertrag mit einer Gültigkeit bis Jahresende. Damit hätte man Zeit gewonnen, um noch einmal an den Verhandlungstisch zurückzukehren und für 2027 auskömmliche Tarife zu vereinbaren.

Doch während zeitgleich in Ländern wie Niedersachsen und Hessen die dortigen Taxiverbände mit den Krankenkassen Abschlüsse jenseits von 2,30 Euro pro Kilometer verkünden, beharren die Nordost-Kassen in Mecklenburg-Vorpommern weiterhin auf 2,10 Euro (und für Serienfahrten sogar nur 1,90 Euro). Und sie schließen weiterhin mit Taxibetrieben Einzelverträge ab, obwohl sie damit die Unternehmen zum Rechtsbruch zwingen, denn Taxifahrten müssen innerhalb des Pflichtfahrgebiets nach dem gültigen Taxitarif abgerechnet werden. Eine Sondergenehmigung nach § 51a des Personenbeförderungsgesetzes ist bei Einzelverträgen nicht möglich.

Der Landesverband wird weiterhin hingehalten. Eine mündlich seitens der Krankenkassen angekündigte Einigung verpuffte am späten Nachmittag – sieben Stunden warteten die Taxi- und Fahrdienstvertreter vergeblich auf den versprochenen Rückruf der Krankenkassen. Somit wird am Montag eine weitere Woche starten, in der zahlreiche Patienten nicht sicher sind, ob sie zu ihren lebenswichtigen Behandlungen gefahren werden bzw. ob die Krankenkasse die Fahrtkosten in voller Höhe übernimmt.

Der Frust seitens der Beförderer ist groß, die Verzweiflung bei den Krankenversicherten wächst und die Verhandler bei den Krankenkassen müssen sich eine weitere Woche lang den Vorwurf gefallen lassen, dass sie einen Konflikt ohne Skrupel auf dem Rücken der Patienten austragen. jh

Beitragsfoto: KI-generiertes Symbolfoto

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Jürgen Hartmann

Der Verlagskaufmann und ehemalige Taxiunternehmer gründete 2014, als Reaktion auf die Veränderungen innerhalb des Taxigewerbes, den Taxi Times Verlag. Als Herausgeber etablierte er die Taxi Times Print-Magazine und das Onlineportal Taxi-Times.com mit dem Anspruch, ein Sprachrohr für die Taxibranche zu schaffen.

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Kommentare 1

  1. Patrick Schilhan says:
    2 Monaten her

    Das Taxigewerbe hat wieder einmal den Schwanz eingezogen! Anders kann man es leider nicht interpretieren!

    Wir als Beförderer werden bei Preiserhöhungen von NIEMANDEN gefragt!

    Die Kfz-Hersteller drücken uns Preissteigerungen von bis zu ca. 33% in den letzten 5 Jahren aufs Auge, die Kfz-Versicherungen erhöhen jährlich ihre Beiträge, obwohl die Schadenfreiheitsklassen steigen (wenn man fähige Fahrer hat), die Mineralölkonzerne halten ihre Hände auf, nur weil wie schon so oft in der Geschichte, im Nahen Osten mehrere Beteiligte denken sich ihre Köpfe einschlagen zu müssen, …

    Aber wir als Taxler sollen Preisdiktate von KUNDEN schlucken, nichts anders sind nämlich die Krankenkassen (der Kunde ist immer der, der die Rechnung bezahlt), und uns damit abfinden!

    Das Versagen einer ganzen Branche inkl. zuständiger staatlicher Stellen von Politik bis Behörden wird an solchen Schlagzeilen wieder einmal klar und deutlich auf dem Silbertablett serviert! Und nein, daran gib es in keinem einzigen Satz etwas schönzureden!

    Natürlich muss man bei der Preisgestaltung die Kirche im Dorf lassen, aber gerade unter Berücksichtigung der wesentlichen Mehrarbeit durch die aktuell noch viel zu zeitaufwendige Rechnungslegung bei Krankenfahrten (wo bitte bleibt bitte die eVerordnung für Krankenfahrten, die kassenübergreifenden Abrechnungs- und Tarifkennzeichen sowie Positionsnummern), verbietet sich ein Preis unterhalb der Taxametergrenze. Zudem ist es nicht gerecht, dass z.B. die Senioren mit der Pflegestufe 2 die 10-km-Fahrt zum Arzt und zurück aus eigener Tasche zum Taxameterpreis bezahlen muss, weil die Fahrtkosten erst ab Pflegestufe 3 übernommen werden, und damit die verbilligten Krankenfahrten quersubventioniert! Das ist nicht nur eine Frechheit gegenüber den genannten Kundenkreis, sondern widerspricht auch jeglichem sozialen Grundgedanken, der in unserem Land immer so fleißig betont wird!

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