Der auf Taxis spezialisierte Versicherungsmakler 4U-Assekuranz feierte kürzlich sein 20-jähriges Bestehen. Gekommen waren rund 90 Gäste, die von den Gastgeberinnen Marion und Kim Sombrutzki eine bunte Mischung aus Informationen, Events und Vergnügen serviert bekamen.
Feiern und gleichzeitig Workshop – diesen Spagat bekamen Marion und Kim Sombrutzki wunderbar hin, als sie am 9. Mai ihre treuen Kunden nach Walsrode in den Forellenhof einluden. Gekommen waren rund 90 Kunden, mehrheitlich aus jenen beiden Gewerbesparten, in denen die Sombrutzkis die meisten Kunden haben: Taxi- und Mietwagenunternehmer und Gewerbetreibende aus dem Selbstfahrer-Vermietbereich im Luxussegment. Dass Marion und Kim Sombrutzki ihren Kunden nicht nur die Kfz-Policen vermitteln, sondern auch sonst sehr breit aufgestellt sind, bewiesen die Fachvorträge, zu denen die beiden zahlreiche Experten geladen hatten.

Gleich zu Beginn referierte Hayrettin „Simi“ Simsek zum Thema sicheres Fahren. Simi ist Berliner Taxiunternehmer und schreibt ab und zu Beiträge für Taxi Times. In erster Linie ist Simi aber ausgebildeter Fahrsicherheitstrainer und führt in der ganzen Republik für größere Gruppen Fahrsicherheitstraining durch, bei denen mit eigenen Pkw das Bremsen und Lenken und eine Kombination aus beidem geübt oder über eine Fahrdanymikplatte das Ausbrechen des Fahrzeugs demonstriert wird. Ein ausführlicher Theorieteil zum Thema Ladungssicherung und defensives Fahren ergänzt die praktischen Erfahrungen. Taxispezifisch wurde Simis Part, als die Frage nach der Sicherung von Kindern aufkam. Bei einmaligen und spontanen Bestellungen müssen maximal zwei Kinder mit den passenden Sitzen gesichert sein, bei regelmäßigen Fahrten müssen für alle Kinder entsprechende Sitzvorrichtungen angewendet werden. Maßgeblich für die Art des Kindersitzes (Stufe I, II oder III) ist dabei die Größe des Kindes.
Was Simi sonst als Tagesprogramm absolviert (und auch speziell Taxibetrieben anbieten kann), präsentierte er in abgespeckter Form auch in Walsrode – wobei die Theorie schon Lust machte auf die Praxis, die dann am Nachmittag folgen sollte und bei der die Gäste mit ihren eigenen Fahrzeugen auf einer extra für diesen Zweck gesperrten Strecke spezifische Lenk- und Bremsübungen machen konnte. Manch einer der Teilnehmer hat sich hinterher Simis Telefonnummer geben lassen – mit der festen Absicht, solch ein Training für die eigene Belegschaft auszurichten.


Stand Simis Vortrag noch ganz im Zeichen der Unfallvermeidung, rückte bei Vanessa Göbel die Gesundheitsvorsorge in den Mittelpunkt. Die Vertreterin der Kaufmännischen Krankenkasse KKH kündigte an, bei der Fachkraftvermittlung aus dem Ausland zu unterstützen. Im Fokus steht hier nicht nur die Stellenvermittlung, sondern auch die langfristig ausgelegte Integration der ausländischen Arbeitskräfte. Die KKH vermittelt nicht selber, sondern arbeitet hier mit Partnern zusammen. Der Ansatz dieser für eine Krankenkasse eher ungewöhnlichen Hilfestellung: Zu wenig besetzte Stellen bedeuten für die verbliebenen Mitarbeiter mehr Arbeit und dadurch mehr Stress.
Diesen Stress durch eine bessere Stellenbesetzung zu reduzieren, ist ein Teil des kostenlosen Programms der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF), das Frau Göbel ebenfalls vorstellte. Speziell für Arbeitgeber werden hier verschiedene Optionen zur Verfügung gestellt, mit denen die Betriebe Langzeiterkrankungen (wie beispielsweise die im Fahrdienst so typischen Rückenprobleme) vermeiden. Das Ziel des BGF-Programms der KKH sind motivierte und gesunde Mitarbeitende. Wie Frau Göbel dabei gegenüber Taxi Times auf Nachfrage betonte, ist das Programm nicht nur für KKH-Versicherte, sondern kann für alle Mitarbeitenden des Betriebs in Anspruch genommen werden. Bei Interesse können sich Unternehmen unter [email protected] melden.

Dem Alltag einmal entkommen und für ein Wochenende mit einem geliehenen PS-Monster einen Geschwindigkeitsrausch erleben – auf solche Kunden haben sich einige Sportwagen-Vermieter spezialsiert. Viele davon sind bei der 4U-Assekuranz versichert. Auch Tim Schmidt zählt dazu und er berichtete in einem sehr kurzweiligen Vortrag von den (nicht immer guten) Erfahrungen mit den Leih-Kunden.

Wer Autos versichert, kann über Schadenberichte, mit denen Unfälle hinterher schöngeredet werden, ganze Bücher schreiben. Christoph Barke, Kfz-Sachverständiger der IHK Hannover, schreibt keine Bücher, aber er konnte in seinem Vortrag ein paar Insider-Tipps über den Einsatz des so genannten Crash Data Retrieval (CDR) geben. Taxi Times berichtet darüber in einem eigenen Beitrag ebenso wie über die Problematik, dass manche Versicherer bei Unfällen die Altschäden gerne und leider oft auch unberechtigt vom aktuellen Schaden abziehen.
Nach so viel Kfz-Versicherung war es für die nächsten Vortragenden gar nicht so einfach, von einer Regulierungsversicherung zu einer Vorsorgeversicherung überzuleiten.


Thoralf Schröter und Thomas Ketter von der Allianz referierten zum Thema Lebensversicherungen. „Wohin eigentlich mit meinem Geld“ lautete die schlichte, im Anbetracht der geringen Margen eines Taxibetriebs aber auch durchaus provokante Frage. Man sollte die Kapitalanlage und den Vermögensaufbau immer im Hinterkopf haben und sich bewusst sein, dass der deutschen liebsten Anlageform, das Sparbuch, kein Renditeknüller ist. Dann wenigstens Tagesgeldkonten eröffnen, wobei die beiden Referenten sehr eindringlich vor einem Zins-Hopping warnten. Wer ständig das Konto von einem Anbieter zum nächsten umzieht (weil der nochmal 0,5 Prozent höhere Zinsen anbietet), riskiert ein schlechtes Rating und ist mit einem Makel bei der eigenen Kreditwürdigkeit behaftet. Die Sparte „Allianz Leben“ stehe für eine Rendite von 3,2 Prozent bei langfristigen Anlagen von mindestens zehn Jahren und kann damit eine ruhige und zockerfreie Alternative zu Bitcoins oder ETF-Fonds darstellen.
Geld, das langfristig angelegt werden kann, muss aber zunächst einmal verdient werden. Zusätzliche Geschäftsfelder helfen dabei und genau darum ging es beim Vortrag, den Ingo Riedel, Taxiunternehmer aus Harsewinkel, zum Thema Flex-Taxi hielt, einem innerstädtischen und flächendeckenden On-Demand-Verkehr.

Riedel schilderte den Ablauf dieser Art des ÖPNV-Taxis und berichtete über die Schafffung der gemeinsamen Schnittstelle zwischen der Software der Öffis und den Systemen der Taxibranche (Taxi.de und SuE). Für ihn als Taxibetrieb hat das Flex-Taxi viele Vorteile. Neben dem mehr an Fahrten und höheren Umsätzen ist das auch eine gewisse Nachhaltigkeit, denn über ein Flex-Ticket bekommt er auch junge Menschen, die sonst von dem Papa-Taxi chauffiert worden wären, in seine Fahrzeuge. Diese neu entdeckte Zielgruppe probiert dann das Prinzip der Sammelfahrt auch in Eigenregie beim Discobesuch am Wochenende aus. Ingo Riedel hofft, dass das Flex-Taxi von der Erprobungsphase in den Normalbetrieb übergeht.
Um eine ganz andere Art des Übergangs ging es anschließend beim Vortrag von Torsten Ihle. Er berichtete über die Möglichkeiten, wie man selbst noch zu Lebzeiten alles regelt, was für die Angehörigen nach dem eigenen Tod zur Belastung werden könnte. Taxi Times berichtet darüber in einer eigenen Meldung (siehe hier) ebenso wie über den ausführlichen Vortrag, in dem Ulrich Prüfer und Merle Pfaffendorf das Webfleet-Video vorstellten, die sie über die Firma NavComm aus Lüneburg vermarkten (Beitrag dazu siehe hier).
Nach so vielen Vorträgen, aufgelockert durch Kaffepausen, Waffel-, Gummibär- und Eisstationen, ging es dann noch ins Freie.


Dort warteten unter anderem Joachim Flämig von VW Nutzfahrzeuge und Jan Hungerland von EVS (European Van Service), der die Umrüstlösung eines zu einem großvolumigen Rollitaxi umgebauten Mercedes Sprinter zeigte. Ein Modell, das wenige Tage zuvor bereits bei der Fachmesse Rettmobil in Fulda ausgestellt war (Taxi Times berichtete). Joachim Flämig präsentierte einen ID Buzz langer Radstand als 7-Sitzer, einen Multivan mit langem Überhang und einen Caravelle ebenfalls mit langem Radstand.
Getreu dem Motto eines Versicherungsmaklers hatten Marion und Kim Sombrutzki auch noch einen Gurtschlitten der Berufgegenossenschaft organsiert, auf dem die Gäste im Selbstversuch die pysikalischen Kräfte bei einem Aufprall spüren konnten. Ein Erlebnis der besonderen Art war darüber hinaus die Fahrt in einem Kettkar durch einen Slalomparkour mit einer Alkoholbrille. Die simulierte einen Alkoholwert von 0,8 Promille – und machte deutlich, wie sehr das Seh- und Fahrvermögen damit eingeschränkt ist.
Womit wir wieder bei Simi wären, der den Tag mit seiner Theoriestunde eingeläutet hatte und nun den Gästen die Gelegenheit bot, die eigenen Fahrkünste in Extremsituationen zu testen.
Die Jubiläumsfeier für 20 Jahre 4U-Assekuranz klang bei einem gemeinsamen Gala-Abend aus, bei dem Marion und Kim nochmal mit all ihren treuen Stammkunden ausfürlich plaudern konnten. jh

Beitragsfoto und alle anderen Fotos: Taxi Times
















