Bei der Rettung der Ingolstädter Taxi-Funk-Zentrale aus der Insolvenz durch die Taxi One GmbH aus Berlin hat Geschäftsführer Hermann Waldner wie schon bei früheren Übernahmen darauf bestanden, dass sämtliche Arbeitsplätze erhalten bleiben.
Am 26. August besuchte die Geschäftsleitung der Taxi One GmbH die Taxi-Funk-Zentrale Ingolstadt. Hermann Waldner und sein Leitungsteam trafen sich im Hotel Domizil zunächst mit den Mitarbeitern und anschließend mit den Funkteilnehmern der Ingolstädter Taxizentrale. Dabei wurde die Übernahme der Zentrale durch die Betreiberfirma der Zentrale Taxi Berlin und weiterer Taxivermittlungen vereinbart.
Die wichtigste Nachricht: Alle Mitarbeiter behalten ihre Arbeitsplätze. Gleichzeitig wird der Betrieb der Funkzentrale mit neuer Kraft, neuen Ideen und moderner Technologie aus Berlin fortgeführt und weiterentwickelt. Auch die bisherige Geschäftsführerin Stephanie Hanisch bleibt im Unternehmen und wird die Taxi Funk Zentrale Ingolstadt künftig als erfahrene Betriebsleiterin weiterführen. Waldner freut sich, dass damit wertvolles Know-how, regionale Erfahrung und gewachsene Beziehungen zu Fahrern, Kunden und Mitarbeitern erhalten bleiben.
Entsprechend erleichtert und optimistisch war die Stimmung, nachdem das Konzept für die Fortführung und zukünftige Entwicklung der Taxizentrale vorgestellt worden war. „In Ingolstadt gibt es ein erfahrenes Team, engagierte Taxiunternehmer und eine gewachsene Struktur. Genau darauf wollen wir aufbauen. Unser Ziel ist nicht nur, die Zentrale weiterzuführen, sondern sie gemeinsam mit den Partnern vor Ort erfolgreich in die Zukunft zu führen“, erklärte Hermann Waldner, Geschäftsführer der Taxi One GmbH.
Abgerundet wurde das Treffen durch ein gemeinsames Arbeitsessen, bei dem die kommenden Schritte und die weitere Zusammenarbeit in positiver Atmosphäre besprochen wurden.
Der Übernahme war die Insolvenz der bisherigen Betreiberin, der Taxi-Funk-Ingolstadt GmbH & Co. KG, vorausgegangen: Das Amtsgericht Ingolstadt hatte am 14. April 2026 einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Vermögensverfügungen bedurften seither seiner Zustimmung, Zwangsvollstreckungen wurden vorläufig untersagt. Als Ursachen nannte die Zentrale seinerzeit den wachsenden Wettbewerbsdruck durch digitale Plattformanbieter und alternative Mobilitätsangebote, steigende Betriebskosten – insbesondere für Personal, Fahrzeuge und Kraftstoffe – sowie Fahrermangel, regulatorische Anforderungen und ein verändertes Mobilitätsverhalten der Kundschaft. Die Ausweitung des Uber-Mietwagenangebots auf kleinere Großstädte wie Ingolstadt hatte Ende 2024 zur Bildung der „Anti-Uber-Allianz“ (AUA) geführt.
Die Zusage, bei einer Übernahme alle Arbeitsplätze zu erhalten, ist bei Hermann Waldner ein wiederkehrendes Motiv: Als er nach der Deutschen Wiedervereinigung den maroden VEB Taxi aus Ost-Berlin übernahm und in die Spree-Funk GmbH überführte, geschah dies ebenfalls unter Erhalt sämtlicher Arbeitsplätze – in der damaligen Zeit ein Wagnis, bei dem Waldner seine eigene Existenz in die Waagschale warf (siehe hier, Seite 19). Auch bei der Übernahme der Berliner Zentrale WBT („Funktaxi Berlin“) vor einigen Jahren stand die Arbeitsplatzgarantie im Zentrum: In einem Schreiben der WBT-Vorstände an die Anteilseigner hieß es, dem Übernahmeangebot von Hermann Waldner sei zuvorderst wichtig gewesen, dass alle Mitarbeiter der WBT im Rahmen eines Betriebsübergang mitgenommen werden – diese Voraussetzung sei den Verantwortlichen besonders wichtig gewesen. Die technische Zusammenlegung der Vermittlung von WBT und Taxi Berlin folgte anschließend im Oktober 2020.
Mit Ingolstadt erweitert die Taxi One GmbH ihr Netzwerk neben Berlin, München, Leipzig und Potsdam nun auf die fünfte Großstadt. Gemeinsam sollen künftig die Kundengewinnung, die Qualität der Taxivermittlung und ein zuverlässiger Taxiservice an allen Standorten weiter ausgebaut werden. ar
Beitragsbild: Hermann Waldner und Stephanie Hanisch; Foto: TAXI ONE








