Eine auf Knopfdruck versenkbare Sitzreihe, eine Taxi-App als White-Label-Plattform und eine Software für echte Einblicke. Im Teil 4 unserer Vorberichte zur Europäischen Taximesse stellen wir mit XPeng, Atom und UserTech drei Messe-Neulinge vor.
Rund 80 Aussteller haben bei der Europäischen Taximesse einen Stand gebucht. Viele von Ihnen haben Taxi Times bereits verraten, was die Besucher erwartet.
XPeng: Drei Modelle und eine auf Knopfdruck versenkbare dritte Sitzreihe
Der chinesische Hersteller XPeng ist in diesem Jahr zum ersten Mal mit einem eigenen Stand (Standfläche D-01) auf der Taximesse vertreten. Der Stand wird offiziell von XPeng Deutschland betrieben, bekommt aber tatkräftige Unterstützung von vier Handelspartnern mit Expertise im Bereich Taxiumbauten, die die Standbetreuung übernehmen: Süverkrüp, Much, Kuhn & Witte und Hülpert. Selbstverständlich werden aber auch Vertreter von XPeng Deutschland vor Ort sein.

Präsentiert werden drei zu Taxis umgebaute Fahrzeuge: der G6, der P7+ und der X9. Ein besonderes Highlight wird der Taxi-Umbau des X9 sein: Als größtes Modell im Portfolio des chinesischen Herstellers bietet er als 7-Sitzer mit dem „Magic Space“-Konzept eine elektrisch per Knopfdruck versenkbare dritte Sitzreihe, die je nach Bedarf maximalen Platz für Fahrgäste oder Gepäck schafft. Ein komfortabler Zugang zu allen Sitzreihen sowie ein One-Touch-Einstiegssystem erleichtern zudem den Ein- und Ausstieg. Genau das sind bekanntermaßen wichtige Kriterien für den täglichen Taxi- und Gruppen-/Flughafentransfer-Einsatz oder als spezielles VIP Shuttle. Hinzu kommen das mit 721 Litern (bzw. 2.250 Litern bei umgeklappter Rückbank) größte Kofferraumvolumen, die höchste Reichweite (bis zu 615 km WLTP) und die schnellste Ladeleistung (bis zu 542 kW) innerhalb der Modellpalette.
Besondere Aktionen hat XPeng an seinem Stand nicht geplant. Man wolle den Fokus voll und ganz auf die Fahrzeugpräsentation legen und sich Zeit nehmen für individuelle Beratungsgespräche mit den Handelspartnern.
ATOM Mobility am Stand C09: Taxi-App als White-Label-Plattform
Das aus Lettland stammende Unternehmen ATOM Mobility bietet eine White-Label-Plattform für Taxiunternehmen an, die Fahrten über eine Website oder Apps entgegennehmen und diese anschließend automatisch an ihre Fahrer vermitteln möchten:
Zum Einsatz kommt dabei eine Kunden-App zur sofortigen Taxibestellung oder zur Planung künftiger Fahrten unter Angabe von Abhol- und Zielort und eine Fahrer-App zur Annahme von Fahrten sowie zur Einsicht in frühere Fahrten, Einnahmen usw.
Ein Dashboard ermöglicht die Konfiguration von Fahrzeugklassen, Fahrern, Einsatzgebieten, Preisgestaltung usw.
Laut Vertretern von Atom sei das Ergebnis vergleichbar mit Uber oder Bolt: „Die Plattform eignet sich jedoch nicht nur für Ride-Hailing-Anbieter, sondern auch für klassische Taxiunternehmen sowie für Betreiber, die mit mehreren Taxiunternehmen oder Flottenbesitzern zusammenarbeiten“, berichtet das Unternehmen gegenüber Taxi Times. Außerhalb Lettlands arbeitet Atom bisher mit Taxibetrieben in Schweden.
USERTech: Wirft der Betrieb wirklich Gewinn ab?
Unter dem Leitgedanken „Mehr als nur Fahrten. Echte Einblicke.“ hat ein Rosenheimer Taxiunternehmer TaxiInsights entwickelt. Die Betriebs- und Auswertungssoftware für Taxiunternehmen soll dabei helfen, Kosten besser zu verstehen, wirtschaftlich kritische Entwicklungen zu erkennen und Schichten gezielter zu planen.
TaxiInsights verbindet Schichterfassung, automatisch erfasste Pausen, Umsatz und Kosten. „Damit wird sichtbar, was nach Personal- und Fahrzeugkosten tatsächlich übrig bleibt – je Fahrer, Fahrzeug und Schicht“, berichtet Andreas Kapeller gegenüber Taxi Times. „Ich führe selbst ein Taxiunternehmen und kenne die wirtschaftlichen Herausforderungen aus dem eigenen Betriebsalltag. Auch in meinem Betrieb lief nicht mehr alles so, wie ich es mir vorgestellt habe.“

Für Kapeller war dies der wesentliche Anstoß, TaxiInsights zu entwickeln: Zu den wichtigsten Funktionen zählt eine nachvollziehbare Schichterfassung, die automatische Dokumentation der Pausen und eine differenzierte Zuordnung der Personalkosten.
Mit Hilfe all dieser Funktionen soll der Mehrwagenunternehmer die Rentabilität verstehen, kritische Schichtmuster erkennen und die Betriebsorganisation bündeln können. Die Übergabe der Buchhaltungsdaten über einen DATEV-Export oder eine Lexware Office-Anbindung an eine Steuerberatung ist über eine Pro-Version möglich.
„Mit TaxiInsights sollen die Unternehmer verstehen, welche Schichten sich rechnen, wo Kosten das Ergebnis aufzehren und wo sie gezielt gegensteuern können“, verspricht Kapeller. Um all das möglichst vielen Unternehmern im persönlichen Gespräch vorführen zu können, hat er sich spontan und kurzfristig dazu entschlossen, auf der Taximesse noch einen Stand (E15) zu buchen. jh
Hinweis der Redaktion: Über die Highlights der Taximesse berichtet Taxi Times in mehreren Teilen. Über diesen Link kommen Sie zu den bisher erschienen Beiträgen.
Nebengeschichte zum Beitragsfoto: Vor zwei Jahren konnten Besucher der Europäischen Taximesse noch Volvo-Modelle begutachten. Der schwedische Hersteller hat für 2026 keinen Stand angemeldet. Foto: Taxi Times






